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Immer im Einsatz sind die Mitarbeiter von Condrobs im Landkreis Starnberg.

Condrobs-Jubiläum

Ein Vierteljahrhundert Hilfe für Süchtige

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Die Zweigstelle im Landkreis Starnberg der Drogenberatungsstelle Condrobs feierte ihren 25. Geburtstag. Eine große Gratulantenschar hatte sich eingefunden.

Landkreis – Aller Anfang ist schwer. So gestaltete sich der erste Kontakt zwischen Condrobs, damals vor allem in München aktiv, und dem Landkreis Starnberg eher schwierig. „Wir hatten festgestellt, dass zunehmend Suchtkranke aus dem Raum Starnberg zu uns kamen und fragten deshalb beim Landkreis nach einem Zuschuss“, erinnerte sich gestern der Aufsichtsratsvorsitzende von Condrobs, Alexander Eberth. Die Antwort aus Starnberg: „Bei uns im Landkreis gibt es keine Drogensüchtigen. Und wenn doch, teilen Sie uns die Namen der Betroffenen mit.“

„Condrobs musste gerade bei uns in der heilen Welt des Landkreises Starnberg das Thema Sucht erst auf der Tabuzone holen“, berichtete dazu passend der stellvertretende Landrat Georg Scheitz. Nur einige Jahre später, Anfang der 90er Jahre, war dann auch im Landratsamt die Erkenntnis gewachsen, dass man Hilfe braucht. Das Gesundheitsamt, damals allein zuständig für alle Suchtkranken, war heillos überfordert. Und viele Betroffene gingen nicht zum Amt, um um Hilfe zu bitten.

Der Startschuss fiel in Weßling

Also eröffnete Condrobs 1992 seine erste Zweigstelle für den Landkreis Starnberg in Weßling. „Das war natürlich wegen der fehlenden S-Bahn-Anbindung nach Starnberg nicht optimal, aber in der Kreisstadt wollte uns niemand etwas vermieten“, so Aufsichtsratschef Eberth weiter. Seit etlichen Jahren sitzt Condrobs aber nun schon in der Villa an der Hauptstraße 22 in Starnberg.

Über die Jahre verbesserte sich nicht nur die Raumsituation, sondern auch Aufgaben und Mitarbeiterzahlen wuchsen beständig. Waren es zu Beginn fünf Leute, die sich vor allem um Drogensüchtige kümmerten, sind es heute 15 Mitarbeiter, die in Starnberg, Gauting und neuerdings Gilching niederschwellige Angebote für Betroffene und deren Angehörige organisieren, sich in ambulanter und langfristiger Rehabilitation darum kümmern, dass insbesondere Alkoholkranke den Weg zurück ins Leben finden. Und die viel Mühe in Aufklärung und Prävention stecken, um ein Abrutschen in die Suchtspirale zu verhindern.

Badesalz und „Legal Highs“ statt Codein und Ecstasy 

Waren es Anfang der 90er vor allem Ecstasy oder Codein, mit denen sich die Condrobs-Mitarbeiter beschäftigen mussten, haben sich die Schwerpunkte ihrer Arbeit mittlerweile geändert. Der überwiegende Teil der Betreuten kommt heute nicht von Volksdroge Nummer 1, dem Alkohol los. „Das betrifft vor allem die Altergruppe zwischen 35 und 49“, berichtet der Condrobs-Abteilungsleiter für die Landkreise Landsberg am Lech und Starnberg, Stefan Wenger. Die Jüngeren hätten häufiger Probleme mit Cannabis. Stark zunehmen würde der Gebrauch der so genannten „Legal Highs“. Kräuter- und Chemikalienmischungen, die im Internet ganz normal als Badezusätze angeboten werden, tatsächlich aber als Rauschmittel konsumiert werden. „Die Gefahr ist, dass keiner weiß, was für Chemikalien wirklich darin enthalten sind“, so Wenger. Die Folge: Psychosen, Aggressivitätsschübe, schlimmstenfalls Organversagen.

„Da sind natürlich auch die Eltern gefragt, genau hinzusehen, wenn da des Öfteren Pakete mit Badezusätzen geliefert werden“, so Wenger. Denn ist man erst tief in der Suchtspirale gefangen, dann wird es umso schwieriger, wieder zurück in ein normales Leben zu finden. Gleiches gilt auch für den Umgang mit Alkohol: „Spätestens wenn die Verantwortung für Lebensdinge entschleicht, man nach durchzechter Nacht nicht mehr aufsteht und zur Arbeit geht, muss eingegriffen und Hilfe gesucht werden.“

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