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1948 erbaut, wird dieses Geschäftshaus auch noch die nächsten Jahre Starnberg bereichern. Nach einem Umbau soll hier eine Bäckerei samt Café eröffnen.

Klein, aber fein

Eine Attraktion mehr: Starnberg soll ein neues Café in der Innenstadt bekommen

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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An der Wittelsbacherstraße 13, gegenüber von Kino und Kreissparkasse, entsteht ein neues Café. Es zieht in das bestehende, mehr als 70 Jahre alte, eingeschossige Gebäude dort ein. Ein Abriss des Häuschens ist derzeit nicht geplant, obwohl der Bebauungsplan viel mehr hergeben würde.

Starnberg – „Bemerkenswert“, fand UWG-Stadtrat Professor Otto Gaßner das Vorhaben und fühlte sich gleich ans Lindwurmstüberl erinnert – jenes eingeschossige Wirtshaus in der Münchner Ludwigsvorstadt, das zur Freude seiner Gäste jeder Gentrifizierung und baulichen Gewinnmaximierung trotzt. Was Gaßner in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats meinte: ein Antrag auf Nutzungsänderung und Umbau des bestehenden Gebäudes Wittelsbacherstraße 13.

Dabei handelt es sich um den Flachbau gegenüber von Kino und Kreissparkasse: 1948 erbaut, 162 Quadratmeter Grundfläche, ein Geschoss. Der Obst- und Gemüseladen soll bleiben, die bereits leer stehenden Kinder- und Bekleidungsgeschäfte will der Eigentümer zu einem Bäckerei-Konditorei-Fachgeschäft mit Café zusammenfassen und umbauen. 23 Sitzplätze im Inneren, zwölf weitere im Außenbereich unterhalb des bestehenden Glasvordachs sollen Kunden und Gästen künftig zur Verfügung stehen. Das Gebäude an sich bleibt erhalten.

Laut Bebauungsplan wären drei Geschosse möglich

Und genau das war es, was Gaßner so „bemerkenswert“ fand. Schließlich gibt es für das Gebiet einen rechtskräftigen Bebauungsplan aus dem Jahr 1983, der unter anderem eine dreigeschossige Blockrandbebauung in dem Karree zwischen Wittelsbacher- und Ludwigstraße vorsieht. Das Baurecht auf dem Grundstück ist also um ein Vielfaches höher als das, was der Eigentümer dort vorhat.

Gaßner warnte deshalb davor, dass dieses Baurecht bei einer dauerhaften Umnutzung des Gebäudes womöglich verloren gehen könnte. „Das Vorhaben hat seinen Charme“, sagte er. „Und für eine Übergangszeit ist diese Nutzung auch vernünftig.“ Dennoch könne eine eingeschossige Bebauung in der Innenstadt natürlich kein städtebauliches Ziel sein.

Keine weiteren Stellplätze nötig

Während sich Ludwig Jägerhuber (CSU) bereits über „die Belebung der Straße“ durch die Café-Nutzung freute, äußerte Angelika Kammerl (CSU) ihr Bedauern darüber, „dass schon wieder Einzelhandel in der Innenstadt verschwindet“. Letzten Endes erteilte der Bauausschuss aber einstimmig das gemeindliche Einvernehmen mit den erforderlichen Befreiungen vom Bebauungsplan – allerdings auf Vorschlag von Bürgermeister Patrick Janik mit dem Zusatz, dass die neue Nutzung auf maximal 15 Jahre festgeschrieben ist. Die rechnerisch erforderlichen sieben Stellplätze haben die Stadträte dem Bauwerber dabei weitgehend erlassen. Es bleibt bei zwei Parkplätzen, die bislang schon auf dem Grundstück vorhanden sind.

Die 15-jährige Übergangsnutzung können Verwaltung und Stadtrat im Übrigen auch für die Überarbeitung des fast vierzig Jahre alten Bebauungsplanes verwenden. Der sieht neben der mehrgeschossigen Blockrandbebauung, dem dafür erforderlichen Abriss der Häuser Wittelsbacherstraße 13, Ludwigstraße 1 und Hauptstraße 9 nämlich auch die Schaffung einer Fußgängerzone auf Ludwig- und Wittelsbacherstraße bis zur Hauptstraße vor. Umgesetzt wurde davon bislang weder das Eine noch das Andere.

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