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Eine Krone für Starnberg: Hohes Gebäude wird Stadtbild prägen

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Von: Tobias Gmach

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Neuer Entwurf mit fünf Stockwerken: Neun neue Wohnungen entstehen in den beiden Gebäuden an der Kaiser-Wilhelm-Straße. Dazu kommen Gewerbeflächen.
Neuer Entwurf mit fünf Stockwerken: Neun neue Wohnungen entstehen in den beiden Gebäuden an der Kaiser-Wilhelm-Straße. Dazu kommen Gewerbeflächen. © Grafik: Essler

Der geplante Neubau an der Ecke Bahnhofplatz/Kaiser-Wilhelm-Straße bekommt eine Dachterrasse – und überragt damit die höchsten Gebäude am Seeufer. Um zur Belebung der Stadt beizutragen, bekommt der Investor eine besondere Auflage.

Starnberg – Mit einem dreiteiligen Neubau in der Kaiser-Wilhelm-Straße 1 bekommt Starnberg ein weiteres hohes Gebäude, das das Stadtbild am Seeufer – und damit an prominenter Stelle – prägen wird. Es wird den Mittelrisalit des Hotels Bayerischer Hof, das Eckgebäude der Seearkaden und den geplanten Neubau an der Wittelsbacherstraße 1 überragen. Und für die 17,85 Meter Höhe wird eine Einrichtung verantwortlich sein, die man im Rathaus Krone nennt.

An der Ecke Bahnhofplatz/Kaiser-Wilhelm-Straße steht ein Haus mit 16 Wohnungen. Ein kleiner Teil davon soll abgerissen werden, um einen L-förmigen Neubau anzuschließen. Der ist wie folgt aufgebaut: Ein Zwischentrakt verbindet einen viergeschossigen Bau im nördlichen und einen fünfgeschossigen Bau im südlichen, also seenahen Bereich. Im Altbau, der sich von der Kaiser-Wilhelm-Straße aus gesehen hinter dem neuen vierstöckigen Haus befindet, wird es dann noch zwölf Wohnungen geben. Dazu kommen insgesamt neun neue – sechs im nördlichen und drei im südlichen Haus. Letztere erstrecken bis in den Zwischentrakt. Für drei geförderte, also bezahlbare Wohnungen muss sich Investor Walter Essler verpflichten. Im ersten Stock des südlichen Neubaus und in Teilen des Verbindungsbaus ist eine Gewerbefläche vorgesehen, im Erdgeschoss soll im Optimalfall ein Gastronomiebetrieb oder ein Geschäft einziehen.

Fünf statt vier Etagen: Investor legt neue Pläne vor

Essler legte dem Bauausschuss nun überarbeitete Pläne vor – unter anderem mit fünf statt vier Etagen im Südbau. Bei den Lokalpolitikern kam der Entwurf deutlich besser an als bei der Stadtverwaltung. Der Konfliktpunkt war die gewünschte Dachterrasse auf dem Südbau. Aus Sicht der Verwaltung verleiht sie dem Haus „ein Alleinstellungsmerkmal“, das „den typischen Maßstab sprengt“ – und wegen der Absturzsicherung, sprich dem Geländer, das „als Krone auf das geneigte Dach aufgesetzt ist, eine noch massivere Wirkung“. Fazit: Das Ganze sei einfach städtebaulich nicht verträglich. Für die Mitglieder des Bauausschusses schon. Mit 11:2 Stimmen votierten sie am Ende für die Dachterrasse. Bürgermeister Patrick Janik stimmte dagegen.

Nicht nur Ludwig Jägerhuber (CSU) sprach einen „Glückwunsch zur Optimierung der Planung“ aus. Die neu dazugekommenen Arkaden im Erdgeschoss des Südbaus hält Stadtbaumeister Stephan Weinl nicht für gelungen, Bürgermeister Janik gefallen sie. Jägerhuber meinte: „Sie lockern die Fassade auf.“

Schon in seinen Räumlichkeiten an der Maximilianstraße tut sich Walter Essler schwer, Einzelhändler zu finden. Das Grundstück Kaiser-Wilhelm-Straße 1 bezeichnet der Investor als „1b-Lage“. Trotzdem will er sich mit seinem Unternehmen Frei & Essler Baumanagement um ein Geschäft oder eine Gastronomie bemühen. „Entscheidend ist die Frequenz. Am liebsten wäre mir ein Laden, bei dem sich die Kunden die Türklinke in die Hand drücken“, sagt Essler. Für Gastronomen sei die Lage in Innenstadt-, See- und Bahnhofsnähe nicht schlecht. Aber sicher, „ob da nach Corona so viel geht“, ist sich der Investor nicht.

Um die Belebung der Stadt zu forcieren, machte der Bauausschuss Essler per Beschluss eine Auflage: Er soll sich nach Fertigstellung zwei Jahre lang um einen Gastronomen oder Händler bemühen. Erst dann sollen andere Gewerbetreibende wie Steuerberater oder Arztpraxen zum Zuge kommen dürfen. Im schlechtesten Fall stehen Esslers Räumlichkeiten dann also zwei Jahre leer. Davon geht der Mann mit langjähriger Erfahrung als Vermieter in Starnberg aber nicht aus.

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