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Drei Bewerber, ein Traum: Dominik Leistner, Andreas Borrmann und Alexander Claußnitzer (v.l.) hoffen darauf, am Wiesengrund zum Zug zu kommen.

Einheimischenmodell am Wiesengrund

„Die Chance, in Starnberg zu bleiben“

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Die Entwürfe des Architektenwettbewerbs für das Einheimischenmodell am Wiesengrund sind seit Montagabend öffentlich zu sehen. Für viele Bewerber ist das Gebiet die einzige Möglichkeit, Wohneigentum in ihrer Heimatstadt zu erwerben.

Starnberg – Wie schaut es aus? Wann ist es soweit? Wie geht’s weiter? Das Interesse an diesen Fragen (und den Antworten darauf) ist groß. Mehr als 50 Starnberger sind am Montagabend ins Foyer der Schlossberghalle gekommen, um sich die Ausstellung zum Einheimischenmodell am Wiesengrund anzuschauen. Gezeigt werden Pläne und Modelle der Gewinner des Architektenwettbewerbs, allen voran natürlich der Siegerentwurf des Münchner Architekten Eberhard von Angerer.

Er sieht – wie ausführlich berichtet – ein „Drei-Finger-Wohngebiet“ mit etwa 120 Wohneinheiten vor. Jeder dieser Finger besteht aus zwei Mehrfamilienhäusern mit zwei Voll- und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss am westlichen Rand des Wohngebiets und jeweils zwei Reihenhaus-Anlagen im Innenbereich. Dazu kommen vier Mehrfamilienhäuser mit drei bis vier Geschossen im östlichen Bereich in Richtung Buchenwald/Jahnstraße.

Stadtbaumeister Stephan Weinl pries den Entwurf am Montagabend in höchsten Tönen. Er sprach von einer „sehr guten Erschließbarkeit, einer sehr guten Mischung von Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau und einem sehr hohen Maß an Flexibilität“. Das schaffe zum einen eine gute soziale Mischung, zum anderen sei es auch möglich, Einzeleigentum zu schaffen. Weinl: „Das ist ein sehr gutes Gerüst für eine Siedlung, in der sich viele Menschen begegnen.“

Wie das Gebiet letzten Endes geplant wird, ist für die Bewerber das Eine. Ob sie überhaupt zum Zuge kommen und es sich dann auch leisten können, ist die wichtigere Frage. „Das Preisschild ist das alles Entscheidende“, sagt beispielsweise Andreas Borrmann. Der 33 Jahre alte Produktmanager ist in Starnberg geboren, Mitglied der Feuerwehr, junger Familienvater und gibt offen zu: „Ich wünsche es mir, dass wir dort zum Zug kommen. Das wäre für uns die Chance, in Starnberg zu bleiben.“ Die aktuellen Marktpreise in seiner Heimatstadt kann er sich nämlich nicht leisten. Ähnlich ist die Situation bei Dominik Leistner (32), auch er waschechter Starnberger, auch er Feuerwehrmann, seinen Arbeitsplatz als IT-Berater hat er ebenfalls in der Kreisstadt. „Ich bin hier sehr verwurzelt und wohne hier sehr gerne“, sagt er. Aber wie soll das mit diesen Preisen weitergehen? Schon für eine neue Dreizimmerwohnung zu finanziell annehmbaren Miet-Konditionen habe er ein Jahr lang gesucht. Alexander Claußnitzer (35) hat bereits Konsequenzen aus dem Starnberger Wohndilemma gezogen und ist vor zwei Jahren nach Gilching „ausgewichen“, wie er sagt.

Die Frage nach dem „Preisschild“ bleibt am Montag unbeantwortet. Jetzt dürfen sich erst die interessierten Bürger ein Bild machen, am 28. September geht das Thema Wiesengrund in den Stadtrat. „Wir werden dort den ersten Preis empfehlen“, sagt Bürgermeisterin Eva John. Dann gehe es darum, den Planer zu beauftragen, den Entwurf zu vertiefen, den Bebauungsplan voranzubringen und die Erschließung zu planen. „Wir wollen den Wohntraum in der eigenen Stadt verwirklichen.“

Die Ausstellung ist bis 22. September zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen. Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes sind am 14. September, 17 bis 18 Uhr, und am 20. September, 11 bis 12 Uhr, vor Ort.

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