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Die Architekten Sandra Urbaniak, Eberhard von Angerer und Alexander von Angerer aus München präsentieren das Siegermodell des Wettbewerbs für den Wiesengrund. Auch in Taufkirchen (Vils) und im niederbayerischen Buch am Erlbach ist das Büro als Gewinner aus Architektenwettbewerben hervorgegangen. 

Einheimischenmodell Am Wiesengrund

Das Drei-Finger-Wohngebiet

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Wie wird das neue Starnberger Einheimischenmodell Am Wiesengrund aussehen? Die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs zeigen es.

Starnberg – Wer beim Einheimschenmodell am Wiesengrund letzten Endes zum Zug kommt, steht noch in den Sternen. Dafür gibt es jetzt eine erste Vorstellung davon, wie das neue Quartier mit mindestens 120 Wohnungen und Reihenhäusern sowie Kindertagesstätte einmal aussehen soll. Luftig und doch kompakt, mit großzügigen Freiflächen und individuellen Rückzugsmöglichkeiten, eingebettet zwischen Feld und Buchenwald – so stellt sich Eberhard von Angerer das Quartier vor. Der Architekt aus München hat mit seinem Büro den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen, den die Stadt ausgelobt hatte. Der Lohn: 18 500 Euro Preisgeld, die bei der Beauftragung allerdings angerechnet werden, wie Bürgermeisterin Eva John dieser Tage bei der Präsentation der Siegerentwürfe erklärte.

Neben dem ersten gibt es einen dritten und drei vierte Preise – ein zweiter Platz wurde nicht vergeben. John bezeichnete den Wettbewerb als „weiteren Meilenstein“ bei der Realisierung des Projekts und lobte die Qualität der insgesamt 13 eingereichten Arbeiten. Neun Stunden habe das elfköpfige Preisgericht am Mittwoch getagt, ehe die Sieger feststanden. Die Entscheidung für den ersten Preis sei einstimmig gefallen, sagte John.

Architekt von Angerer freute sich natürlich über den ersten Preis. „Es ist ein wichtiges, aber nicht ganz einfach zu planendes Gebiet“, sagte er über die jetzige Freifläche am südwestlichen Ortsrand von Starnberg. Sein Entwurf bestach unter anderem mit dem Vorschlag, die Reihenhäuser ins Innere des Wohngebiets zu verlegen und den Geschosswohnungsbau auf die westliche Seite (zwei Vollgeschosse und ein zurückgesetztes Staffelgeschoss zum Feld hin) und die östliche Seite (drei bis vier Geschosse in Richtung Buchenwald/Jahnstraße) zu rücken. Die Idee dahinter: „Der offene Geschosswohnungsbau ermöglicht es, die Landschaft zu erschließen“, sagte von Angerer. Dagegen prägten bei einer Reihenhausbebauung „normalerweise Zäune und Thujenhecken den Ortsrand“.

Kleine Tiefgarage für Mehrfamililienhäuser

Bei seinem Entwurf entstünden „drei Finger“ mit jeweils zwei Mehrfamilienhäusern und jeweils zwei Reihenhaus-Anlagen. Letztere bekommen oberirdische Stellplätze. Dabei sollen die Bereiche zwischen den Gebäuden lediglich der Erschließung dienen, ansonsten aber Kindern die Möglichkeit zum Spielen eröffnen. Dazu gibt es kleine Tiefgaragen für die Mehrfamilienhäuser. Von Angerer: „Eine soziale Durchmischung kann zu einem sehr schönen Quartier führen.“

Stadtbaumeister Stephan Weinl lobte die Arbeit als sehr homogen. „Es entsteht die Ansicht eines Dorfes“, sagte er. Auch die verkehrliche Erschließung des Quartiers sowie die Versickerung des Niederschlagswassers über den bestehenden Bachlauf sei gut gelöst. Zudem sei es möglich, die Reihenhäuser real zu teilen. Weinl: „Es ist eine gute Basis, um weiterzukommen.“

Davon können sich im September auch alle Interessierten äußern. Nach den Sommerferien werden die Entwürfe (unten sehen sie die vier Platzierten) in der Schlossberghalle ausgestellt. Noch in diesem Jahr, so der Wunsch von Bürgermeisterin John, soll der Stadtrat auf Basis von Angerers Entwurf den Bebauungsplan für den Wiesengrund aufstellen. Anhand eines Kriterienkatalogs werden dann die Teilnehmer ausgewählt. Baubeginn ist für nächstes Jahr vorgesehen. 

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