Einheimischenmodell

Bessere Chancen für Paare mit Kinderwunsch

Das nächste Starnberger Einheimischenmodell am Wiesengrund im Süden der Stadt soll für Paare mit Kinderwunsch kein unerreichbares Ziel sein. Deswegen hat der Hauptausschuss die Vergaberichtlinie geändert. Bis man sich konkret bewerben kann, dauert es allerdings noch.

Starnberg – Die Regelung für die Vergabe von Grundstücken im Starnberger Einheimischenmodell Am Wiesengrund steht fest. Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Richtlinie verabschiedet, die in einigen Punkten massiv geändert worden war.

Einige Beispiele bei der Beratung vorige Woche hatten Schwachstellen ergeben – so waren Paare mit Kinderwunsch fast chancenlos. Das wollte der Ausschuss aber nicht, weswegen Ludwig Beck vom Liegenschaftsamt die Umrechnungsfaktoren änderte. Für bestimmte Aspekte bekommen Bewerber nämlich Punkte: Wer lange in Starnberg lebt, bekommt mehr; wer kleine Kinder hat, auch. Ehrenamtliches Engagement wird ohne Ansehen der Tätigkeit nach Jahren gestaffelt ebenfalls mit Punkten bedacht. Neu aufgenommen wurde, dass eine Schwangerschaft wie ein Kind unter zehn Jahren zählt. Das ergibt in der Summe dieses Bild: Alleinerziehende mit Kindern haben die besten Chancen, danach kommen Familien mit Kindern und dann jüngere Paare ohne Kinder. Letztere allerdings bekommen wieder mehr Punkte, wenn sie lange in Starnberg wohnen. Pluspunkte gibt es auch, wenn eine Hälfte des Paares unter 40 Jahre alt ist – man will ja Junge am Ort halten.

Wohneigentum wird angerechnet

Deutlich modifiziert wurden die Regelungen für vorhandenes Wohneigentum, die vorige Woche noch Kopfschütteln ausgelöst hatten. Christiane Falk (SPD) hatte mit der alten Vorgabe Probleme: Es widerstrebe ihr, über ein Einheimischenmodell jenen zum Häuschen zu verhelfen, die schon Wohneigentum haben. Wer schon eine Wohnung sein Eigen nennt, darf sich nur bewerben, wenn diese kleiner als 60 Quadratmeter für zwei oder 90 für vier oder mehr Familienmitglieder groß ist. Und: Der Wert der Wohnung wird in jedem Fall beim Vermögen angerechnet, was bisher nicht der Fall war. Das Gesamtvermögen aus Immobilien und Barvermögen darf nicht höher liegen als 40 Prozent der zu erwartenden Baukosten für ein Reihenhäuschen. Wie hoch diese Kosten sein werden, ist allerdings noch offen.

Im Ausschuss fand die geänderte Richtlinie einhellige Zustimmung. Ludwig Jägerhuber (CSU) nannte sie „wunderbar“, befürchtet jedoch, dass sie aufgeweicht werden muss – dann nämlich, wenn sich nicht genug Interessenten finden. Das gab es schon einmal. Bürgermeisterin Eva John machte deutlich, die Stadt wolle bei den Preisen an die unterste zulässige Grenze gehen und keinen Bauträger verpflichten. So soll jeder Käufer mehr Freiheit haben; allerdings werden sich mehrere zusammentun müssen, denn es sind nur Reihenhäuser geplant.

Wie geht’s nun weiter? Die Stadt bereitet einen städtebaulichen Wettbewerb vor, der einen Plan für die Bebauung ergeben wird. Erst wenn man sich für eine Form der Aufteilung entschieden hat, wird es das Bewerberverfahren geben. Erste Bauarbeiten sind für 2018 geplant.

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