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Das "Centrum" in der Hauptstraße steht seit Jahren leer.

Einzelhandel in Starnberg

"Centrum" soll zentrales Kaufhaus werden

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Starnberg - Zahlreiche Geschäfte in der Starnberger Innenstadt stehen leer. Wir fragten unsere Leser, woran das liegt. Sie formulierten ihre Wünsche klar.

Das Thema ist nicht neu: Ein kurzer Blick ins Archiv zeigt, dass schon seit Jahren intensiv über die Zukunft des Einzelhandels in Starnberg diskutiert wird.

Das Beratungsbüro CIMA hat immer wieder im Auftrag der Stadt die Versorgung in Starnberg untersucht, Kunden befragt, Vorschläge unterbreitet. Getan hat sich seitdem wenig. Die Folgen sind nun immer offensichtlicher. Allein an der Hauptstraße stehen mittlerweile etliche Geschäfte leer. Der Cityinitiative-Vorsitzende Gerald Fink macht einen wenig verbraucherfreundlichen Branchenmix in der Innenstadt dafür verantwortlich.

Doch was vermissen die Kunden? Wir fragten die Fans des Starnberger Merkur auf Facebook: „Kauft Ihr noch in Starnberg ein?“ Sandra Sturm antwortete: „Die Läden sind oft zu speziell und ,normale’ Geschäfte fehlen. Daher nein, eher weniger, weil es keine Läden gibt, die mir was bringen.“ Ähnlich äußerte sich auch Marco Meinke: „Was ich in Starnberg kaufen kann, kaufe ich in Starnberg. Leider ist das Warenangebot eher überschaubar und oftmals für den Normalverdiener nicht bezahlbar. Ich gebe doch nicht für ein Hemd 79 Euro aus...“

Für Bastian Rad liegt das Problem in den Öffnungszeiten: „Leider haben die Läden meist genau dann geschlossen, wenn ich Zeit habe, nämlich in der Mittagspause und nach Feierabend.“ Auch der Platzmangel in den Geschäften wird kritisiert: „Leider sind die Drogeriemärkte so klein, dass man mit Kinderwagen kaum durchkommt, ohne etwas von den Regalen zu räumen“, schreibt Betti Guertler auf Facebook. Ein Dauerbrennerthema in Sachen Einzelhandel in Starnberg seien zudem die Parkplätze, schreibt sie weiter: „Die Parkplatzsituation ist eines der größten Probleme. Vormittags in der Maximilianstraße etwas zu finden, funktioniert nach dem Prinzip Hoffnung.“ Michael Zachmann geht noch weiter: „Das Problem des Einzelhandelsterbens in den Innenstädten liegt auch daran, dass man als Bürger, der sich gerade zum Kauf im Einzelhandel entschlossen hat, entweder vorher schon horrende Parkgebühren gezahlt hat oder sofort ein 15-Euro-Ticket am Auto findet. Starnberg hat halt viele Nachbargemeinden, die dies erkannt haben, während Starnberg weiter in seinem Prada-Luxus-Schläfchen dahin dämmerte.“

Was meint der Stadtrat? Johannes Bötsch (BMS), Referent für Handel und Gewerbe, sieht „Starnberg auf einem guten Weg“, schiebt allerdings ein großes „Aber“ hinterher. Es fehle der Stadt an einem echten Kaufhaus, einem Magneten für die Innenstadt. Man müsse nur mal rüber nach Weilheim schauen, um zu sehen, wie das funktioniert. „Da gibt es regionale Kaufhäuser wie Rid oder K&L Ruppert, die ziehen die Menschen in die Stadt“, so Bötsch. Idealer Standort für solch ein Kaufhaus in Starnberg wäre für ihn das seit Jahren leer stehende Centrum. „Da müsste allerdings der räumliche Zuschnitt an die heutigen Anforderungen angepasst werden“, sagt Bötsch.

Das Vorhaben, das „Tengelmann“-Gelände am Bahnhof Nord zu einem Einkaufszentrum umzubauen, ist für ihn indes nur „die zweitbeste Lösung, weil es weitere Käufer aus der Innenstadt abzieht“. Hier sei es wichtig, einen „intelligenten Branchenmix“ zu realisieren, der das Angebot in der Innenstadt ergänzt und nicht kannibalisiert. Eine Idee hat für Bötsch ganz besonderen Charme: „Warum nicht im Bahnhof See eine Markthalle für regionale Produkte etablieren?“ Er habe so etwas im Urlaub in Meran im Südtirol gesehen – „das war sehr interessant und sehr erfolgreich.“

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