Eine große feierliche Eröffnung mit Eistänzerinnen wie im Januar 2020 wird es beim Eiszauber 2021 auf dem Kirchplatz nicht geben.
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Eine große feierliche Eröffnung mit Eistänzerinnen wie im Januar 2020 wird es beim Eiszauber 2021 auf dem Kirchplatz nicht geben.

Kirchplatz

Eiszauber mit Einschränkungen

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Maximal 30 Schlittschuhläufer zeitgleich auf dem Eis, Online-Anmeldung vorab, keine Zuschauertribüne und keine große Eröffnungsfeier: Unter diesen Rahmenbedingungen wird der Eiszauber auf dem Starnberger Kirchplatz von Freitag, 15. Januar, bis Sonntag, 7. Februar 2021, stattfinden – sofern es die Vorgaben der Regierung dann zulassen.

Starnberg – Darauf verständigte sich der Kulturausschuss am Montagabend. Die Entscheidung war nicht ganz unstrittig und fiel mit 9:4 Stimmen.

Die Stadt will mit dem Bekenntnis zu der Veranstaltung, die in den vergangenen Jahren jeweils bis zu 8000 Besucher anlockte, ein positives Zeichen setzen. „Es soll wegen Corona nicht alles im Schrank verschwinden. Wir sollten wenigstens irgendwas machen – speziell für Kinder“, sagte Bürgermeister Patrick Janik im Kulturausschuss. Wohlgemerkt kurz nachdem das Gremium die Absage des Christkindlmarkts (siehe Seite 3) beschlossen hatte.

Michael Mignoli, dessen Fraktion BLS die Absage des Eiszaubers Ende September beantragt hatte, zweifelte das Konzept der Stadt an. Eltern müssten trotz Abstandsregeln Zugriff auf ihre Kinder haben, man müsse Wartebereiche definieren und alles desinfizieren. Und falls der Maisinger See zufriere, käme niemand zum Kirchplatz zum Schlittschuhlaufen. Außerdem lohne sich der finanzielle Aufwand nicht. Tim Weidner (SPD) fand auch, dass das Hygienekonzept nicht überzeuge und die Stadt in der „Haushaltsnotlage“ auf ihre Finanzen schauen müsse. Matthias Frühauf (CSU) und Winfried Wobbe (UWG) warben dagegen für den Eiszauber – und damit vor allem für ein Freizeit- und Schulsportprogramm der „Hauptleidtragenden“ (Frühauf) der Pandemie, Kinder und Jugendliche.

Rathaus-Mitarbeiterin und Organisatorin Sarah Buckel stellte klar, dass der Eiszauber nach derzeitigen Maßstäben auch bei einem Inzidenzwert von über 50 stattfinden könnte. Und sie erklärte, dass die Stadt pro Jahr Eintrittsgelder von rund 25 000 Euro einnehme. Abzüglich Sponsorengeldern bezuschusse sie die Veranstaltung aber auch mit 50 000 bis 60 000 Euro. Um Schlittschuhe und Kunststoff-Pinguine zu desinfizieren, sei der Personalaufwand 2021 höher. Und weil weniger Menschen auf dem Eis sein werden, rechne man mit deutlich weniger Einnahmen – aber auch mit niedrigeren Kosten, weil Gelder für Podestbau, Rahmenprogramm und Werbung wegfielen.

Ein großes finanzielles Risiko geht die Stadt laut Buckel nicht ein. Die Lieferung und Miete der Eisbahn könne bis zu drei Wochen vorher kostenlos storniert werden. Ähnlich kurzfristig könnten Technikleistungen, Zelte und Zeltböden storniert werden. Das Unternehmen, das die Eisfläche unterhalte, habe sich ebenfalls flexibel für eine kurzfristige Stornierungsvereinbarung gezeigt.

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