Ware verschwunden: Vor leeren Präsentationswänden standen die Ladeninhaber, als sie am Morgen nach dem Einbruch ihr Geschäft betraten. FOto: fkn

Geklaute Fernseher ohne PIN wertlos

Starnberg - Strukturiert und gezielt: So verlief der Einbruch in die Starnberger Firma Kiffer media@home. Die Täter wussten sogar, wo das Licht abzuklemmen ist. Schaden: rund 100 000 Euro.

Die Einbrecher kamen nachts mit einem geräumigen Lieferwagen, und sie waren extrem gut organisiert. Sie nahmen nur Waren der Firma Bang & Olufsen mit: zwei Fernseher, etwa sieben Lautsprecherpaare, rund 20 Kopfhörer und Fernbedienungen - lauter extrem hochwertige Elektronikartikel. „Ein Fernseher allein kostet 9000 Euro“, sagt Juniorchef Uli Kiffer, der den Einbruch am Dienstagmorgen entdeckt hatte. Offenbar hatten die Täter ein Zuggerät, mit dem sie den Schließzylinder der Eingangstür des Geschäfts an der Maximilianstraße entfernten. „Als ich aufsperren wollte, fiel mir der Zylinder entgegen“, sagt Kiffer. „Dann habe ich gesehen, dass die Tür gar nicht ganz geschlossen ist.“ Und dann der Schock: „Die leere Bang & Olufsen-Wand.“ Die gesamte rechte Seite des Geschäfts, auf der die Kiffers die Bang & Olufsen-Sachen präsentieren, war leer, die Fernseher von Wänden verschwunden, die Kopfhörerhalter verwaist.

Kiffer ist überzeugt, dass er die Täter schon als Kunden beraten hat. Denn die kannten sich bestens aus: „Sie haben Kabel abgezwickt, damit das Licht ausgeht. Auch in dem Teil des Geschäfts, in dem sie alles stehen ließen.“ Vermutlich hatten die Einbrecher ein größeres Fahrzeug dabei: „In einem VW-Bus hat das alles nicht Platz, besonders, wenn ich beim Transport nichts beschädigen will“, sagt der Einzelhändler.

Die Kripo Fürstenfeldbruck sucht deshalb dringend nach Zeugen, die in der Nacht auf Dienstag etwas Verdächtiges bemerkt haben. „Nach Sachlage dürften die Einbrecher die gestohlenen Waren über die Ladeneingangstür ins Freie transportiert und wohl auf der Maximilianstraße in ein Fahrzeug geladen haben“, sagt ein Polizeisprecher. Der Transporter stand mit Sicherheit sehr nah: Die Fernseher wiegen 80 bis 90 Kilogramm. Hinweise nimmt die Kripo unter Telefon (0 81 41) 61 20 entgegen.

Den Kiffers steckt der Schock noch in den Gliedern. Als sie vor eineinhalb Jahren in die Räume einzogen, erfüllten sie Auflagen ihrer Versicherung, um die hochpreisige Ware ausreichend zu schützen. „Wir mussten zum Beispiel Gitter an die Fenster machen lassen - das haben wir alles erledigt“, sagt Uli Kiffer.

Mit den Fernsehern werden die Täter wenig Freude haben. „Wenn sie vom Strom abgehängt werden, muss man eine PIN eingeben. Die kriegt man nur beim Fachhändler“, sagt Kiffer. Er hat sofort Ersatzware nachbestellt und wird alles bekommen. Zumindest das Weihnachtsgeschäft ist gerettet.

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