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Die Elternbeiräte Kristin Gutsch, Anke Henniger, Tatjana von Groll-Schacht und Barbara Simons-Haasen (v.l.) zeigten sich am Montagabend empört über die Entwicklung.

Stadtrat

Empörung und Enttäuschung am Gymnasium Starnberg

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Der Unmut am Gymnasium Starnberg ist groß, nachdem bekannt geworden ist, dass weite Teile der ursprünglich für 2018 geplanten Sanierungsmaßnahmen verschoben werden sollen. Elternbeirat und Schulleitung wollen das nicht einfach hinnehmen.

Starnberg – Das Geld ist vorhanden, die Kapazitäten im städtischen Bauamt sind es nicht. Aus diesem Grund will Bürgermeisterin Eva John weite Teile der für heuer geplanten Sanierungsmaßnahmen am Gymnasium Starnberg verschieben. Die Sanierung zweier weiterer Physiksäle, der zweite Bauabschnitt des neuen Lehrerzimmers, die Sanierung von Toiletten, Flurdecken und Fassaden – all das soll nach ihrem Willen nicht vor 2019 angepackt werden, obwohl dafür 1,4 Millionen Euro im Haushaltsentwurf für heuer eingeplant sind. Lediglich die Heizungsverteilung soll in Angriff genommen werden.

Nachdem John bereits in der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag vergangener Woche darauf hingewiesen hatte, dass die Bauabteilung wegen der Sanierung des Wasserparks ausgelastet ist, ließ sie zu Beginn der Stadtratssitzung am Montagabend den Punkt gleich ganz von der Tagesordnung nehmen.

Mit 14:10 sprach sich der Stadtrat in einer eilends durchgeführten Abstimmung für die Absetzung des Punktes aus – offenbar ohne die Folgen zu überblicken. „Die Mehrheit der Stadträte wollte beschließen, die Umsetzung der baulichen Maßnahmen sofort anlaufen zu lassen“, erklärte jedenfalls am Tag danach BLS-Stadträtin Angelika Wahmke, die sich in der Sitzung von der Bürgermeisterin überrumpelt fühlte.

„Das überrascht uns sehr“, sagte Elternbeiratsvorsitzende Tatjana von Groll-Schacht nach der Absetzung in der Bürgerfragestunde. „Die Maßnahmen sollten unbedingt noch dieses Jahr durchgeführt werden.“ Funktionsfähige Toiletten oder ein modernes Lehrerzimmer seien dringend notwendig. John bat in ihrer Erwiderung um Verständnis: „Es sind ernst gemeinte Maßnahmen, ansonsten wären sie nicht im Haushalt. Aber wir haben ein großes Kapazitätsproblem im Hochbau.“

Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur zeigten sich die Elternvertreter wenig verständnisvoll, sondern regelrecht empört. „Ich finde das skandalös von der Stadt und vom Stadtrat“, sagte Anke Henniger. Das Gymnasium werde gerne als städtisches Vorzeigeobjekt hergenommen, nun sei „ein unliebsames Thema“ aber jäh abgebürstet worden, ohne ernsthaft mit Vertreten der Schule gesprochen zu haben. „Das ist ein Armutszeugnis.“ Auch die Begründung der Bürgermeisterin überzeugte die Eltern nicht. „Wenn das Bauamt überlastet ist, kann man die Projektsteuerung doch nach draußen vergeben“, schlug Vorsitzende von Groll-Schacht vor.

Die stellvertretende Schulleiterin Uta Lechner zeigte sich auf Anfrage enttäuscht von dem Vorgang. „Wir haben bereits einiges mit dem Hochbauamt auf den Weg gebracht und umgesetzt“, sagte sie. „Jetzt geht es aber bei vielen Punkten um die Weiterverfolgung und Fertigstellung.“ Beispiel Toiletten: Einige stammten noch aus den Anfangsjahren des Gebäudes in den 1960er-Jahren und seien dringend sanierungsbedürftig. Ein neu eingebautes Behinderten-WC sei nicht zu nutzen, weil die Tür fehle. Beispiel Lehrerzimmer: Zwar sei der Konferenzraum im vergangenen Jahr bis auf Kleinigkeiten fertiggestellt worden, dafür stehe der Arbeitsraum für die 85 Lehrer mit PCs und Materialien noch nicht zur Verfügung. Weil deshalb ein Klassenzimmer als Zwischenlager diene, könne das nicht für den Unterricht genutzt werden. Beispiel Physiksäle: Zwar seien zwei Säle bereits auf den aktuellen Stand gebracht, zwei weitere würden aber nicht mehr den Anforderungen entsprechen. „Die werden trotzdem genutzt, es können aber bestimmte Versuche nicht gemacht werden“, erklärt Lechner. Zudem müssten Bodenbeläge erneuert und Wände gemalert werden. „Das geht zwar nicht an die Substanz, ist den Eltern aber sehr wichtig.“

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