Noch wird gespielt in der Halle, wenn‘s schief läuft ist sie bald nicht mehr anzufahren.

Tennispark

Der schleichende Tod des Weißen Sports

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Für Tennisspieler wird Starnberg zur sportlichen Diaspora. Der TSV hat fünf seiner neun Spielfelder am Riedener Weg verloren. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bahngleise gehen im Tennispark wohl noch heuer die Lichter aus.

Starnberg– Tennis stirbt in Starnberg einen langsamen Tod. Auf der Anlage der Freien Turnerschaft (FT) Starnberg an der Ottostraße sind die Sandplätze schon seit längerem verwaist. In den Reihen des TSV Starnberg kämpfen die Tennisspieler ums Überleben, vor allem die Sportler, die im Medenspielbetrieb um Punkte und Platzierungen ringen. Nachdem die Bayerische Hausbau (Schörghuber-Gruppe) ihren Grund am Riedener Weg – dazu gehören auch fünf von neun vom TSV genutzte Tennisplätze – veräußert hatte, ist der Pachtvertrag für die fünf Plätze gekündigt worden. Um den Spielbetrieb zu sichern, wird der TSV beim SC Percha Plätze bzw. Spielzeiten anmieten (wir berichteten).

Die Anlage in Percha ist seit wenigen Jahren auch sportliche Heimat des TC Tennispark. Der Club war 1987 beim Tennispark von Peter Lang an der Gautinger Straße gegründet worden. Dort hatten die Mitglieder aus verschiedenen Gründen keine sportliche Zukunft mehr gesehen. Damit begann für den Tennispark der Niedergang. Die Anlage mit sechs Freiplätzen und einer Sechs-Feld-Halle war im Sommer nicht mehr ausgelastet. Betreiber Lang hat vor wenigen Jahren drei Plätze stillgelegt.

Im vorigen Frühjahr erklärte Lang, der Spielbetrieb sei für die laufende Sommersaison und für die folgende Wintersaison gesichert. Und die endet jetzt am 30. April. Wie geht es weiter mit dem Tennissport an der Gautinger Straße? Der 80-Jährige schüttelt den Kopf. Der Pachtvertrag für die Freiplätze läuft am 30. Juni aus. Die Bayerische Hausbau hat Lang im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass sie den Vertrag nicht verlängern wird. Die Bemühungen des Tennisparkbetreibers, das Ruder – wenn auch zeitlich begrenzt – noch einmal herumzureißen, sind gescheitert. Damit droht das Aus auch für die Tennishalle samt Restaurant. Denn Zufahrt und Parkplätze gehören der Bayerischen Hausbau. Sieht das Schörghuber-Unternehmen dafür eine Lösung? Pressesprecherin Kathrin Borrmann bittet per E-Mail „um Verständnis, dass wir bezüglich des Tennisbetriebs keine Aussagen treffen können“.

Was die Grundstücke der Hausbau an der Gautinger Straße angeht, wird die Unternehmenssprecherin aber deutlicher: „Es gab bereits seit längerer Zeit Überlegungen aller Beteiligten, die Nutzung des Grundstücks an der Gautinger Straße als Tennisstandort zu überdenken und das Grundstück für neue Nutzungskonzepte vorzubereiten. Auf dieser Basis prüfen wir nun in enger Abstimmung mit der Stadt Starnberg und allen Beteiligten mögliche Entwicklungskonzepte für den Standort.“

Welche Auswirkungen fehlende Zufahrt und Stellplätze für den Betrieb der Halle haben, konnte die Sprecherin des zuständigen Landratsamtes nicht sagen: „Die Beteiligten haben uns mit dem Thema noch nicht konfrontiert.“

Peter Lang sind die Hände gebunden. Seine Abonnenten sind gewohnt, jetzt kurz vor dem Ende der Wintersaison die Buchungsformulare für die nächsten Spielzeiten zugeschickt zu bekommen. Was soll Lang ihnen anbieten? Die Freiplätze stehen ihm nach gegenwärtigem Stand ab 1.Juli nicht mehr zur Verfügung. Und für die Halle hat er dann auch weder Zufahrt noch Stellplätze. „Ich stecke in einem Dilemma“, gesteht der 80-Jährige. Er setzt seine letzte Hoffnung auf das Verhandlungsgeschick seines Anwalts. Der hat um einen Gesprächstermin im Rathaus gebeten. Und hat ihn auch bekommen. „Im Laufe des März“ wird die Stadt mit den Verantwortlichen des Tennisparks ein Gespräch führen, bestätigt Pressesprecherin Lena Choi.

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