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Der neue Vorstand des Energiewendevereins im Landkreis Starnberg: Herbert Fischer, Barbara Schärfl, der neue Vorsitzende Herbert Gebauer, Sebastian Pohl und Ernst Deiringer (v.l.). 

Zukunftssorgen

Energiewendeverein zweifelt an eigener Leistungsfähigkeit

Neuer Vorsitzender, eine erfolgreiche Solarkampagne und Zweifel an der Schlagkraft des Vereins: Neben einem Rückblick und Wahlen diskutierten 18 Mitglieder dieser Tage lebhaft über die Zukunft des Starnberger Energiewendevereins.

Landkreis – Ein wenig verlegen nahm der scheidende Vorsitzende Dr. Walter Kellner die Lobrede seines Stellvertreters Hubert Fischer zur Kenntnis. „Ich habe das alles nur mit Eurer Hilfe geschafft“, betonte der Umweltschützer, der vor zwölf Jahren an die Vereinsspitze trat. Angeschoben hatte er unter anderem drei Klimaschutzworkshops in Seefeld, Andechs und Feldafing. Und natürlich die Solarkampagne, die zuletzt den Inninger Bürgern mit einer Ausstellung, Vorträgen und dem kostenlosen Solarcheck die Vorzüge der Sonnenenergie näher bringt – diesen Monat ist Berg an der Reihe. In dem Projekt stecke neben einem großzügigen Beitrag vom Landratsamt das Ersparte des Vereins, berichtete Schatzmeister Sebastian Pohl. Eine sinnvolle Investition, denn bei einigen Besuchern sei damit überhaupt ein Interesse an dieser Energiequelle geweckt worden, rekapitulierte die Werkstudentin der Kampagne, Nicole Kührer.

Mehr als interessiert an erneuerbarer Stromerzeugung waren die Mitglieder im Saal. Vor und nach der Sitzung wurde eifrig diskutiert. Über die 10H-Regel, die die Windenergie blockiere. Oder die Regierung, der Banken und Firmen offensichtlich mehr am Herzen lägen als die Umwelt. In der Runde saß auch die Gautinger Landtagstagsabgeordnete Anne Franke (Grüne), die mit gutem Beispiel voranging und mit dem Bus angereist war. Ihr Nachbar würde sie später mit dem E-Auto nach Hause fahren.

13 Starnberger Gemeinden und 14 Firmen und Institutionen sind Mitglied

183 Mitglieder zählt der Verein aktuell, berichtete Pohl. Dazu gehören 13 Starnberger Gemeinden und 14 Firmen und Institutionen. Bei der Gründung 2007 habe man mit 5000 Mitgliedern gerechnet, erinnerte sich Kellner. Geplant war, dass sich der Verein 2035 mit der vollbrachten Energiewende auflöst. Daran glaubt keiner so richtig. Trotz der „ordentlichen Wachstumsrate Erneuerbarer“ befürchtete Kellner, „dass es noch ein langer Weg zur Energiewende ist“.

Mit Informationen und Aktionen versuchen die Ehrenamtlichen im Landkreis, den Einsatz von Solarenergie und Co. voranzubringen. Und doch stellte Vorstandsmitglied Barbara Schärfl frustriert fest: „Im Landkreis Starnberg passiert fast nichts“ – und hinterfragte, ob es reicht, was die Ehrenamtlichen im Verein bewegen können.

„Wir brauchen ein gut verzahntes Haupt- und Ehrenamt“, betonte Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt. In Zukunft solle eine Energieagentur mit hauptamtlichen Akteuren die Energiewende unterstützen.

Einig waren sich die Mitglieder, dass Greta Thunberg mit ihrem Engagement den Nachwuchs wachrüttele. In Kindern und Jugendlichen sah der neue Vorsitzende Herbert Gebauer einen wichtigen Multiplikator in Sachen Klimaschutz. Er selbst sei bereits als Physikstudent in den 1970er Jahren für die Umwelt auf die Straße gegangen und habe als Gymnasiallehrer die Thematik 40 Jahre lang im Unterricht zum Schwerpunkt gemacht.

Einstimmig wurde der Vater dreier Töchter zum Vorsitzenden gewählt. Ebenso einhellig wiedergewählt wurden sein Vize Herbert Fischer, Schatzmeister Pohl und Vorstandsmitglieder Schärfl sowie Sepp Deiringer.

Michèle Kirner 

Lesen Sie auch: 

Die Solarkampagne Starnberg zieht in diesem Monat in Berg ein. Mit im Gepäck ist ein vielfältiges Veranstaltungsangebot, bei dem jeder auf seine Kosten kommt. Eine Übersicht über die Veranstaltungen finden Interessierte unter www.solarkampagne-sta.de.

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