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So sieht’s besser aus: ein Vorschlag aus der Ideenwerkstatt für den Seespitz .
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Neue Bänke, Bäume und ein Sonnensegel: Mit einfachen Mitteln, so zeigte die Ideenwerkstatt, lässt sich viel bewirken. Auch auf dem von vielen als kahl empfundenen Kirchplatz.
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Schön bunt, ganz schön praktisch: Eine Anregung sieht Buden wie diese beispielsweise auf dem Kirchplatz vor.

Werkstatt

Ideen für ein lebenswertes Starnberg

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Wie soll die Starnberger Innenstadt attraktiver werden? Die Bürger konnten ihre Ideen einbringen. Die Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt.

Starnberg – Der See: atemberaubend. Das Schloss samt Schlossberg: wunderschön. Die Starnberger Innenstadt dazwischen: naja... Für diese Erkenntnis hätte es die Ideenwerkstatt der zurückliegenden Woche und den Einsatz des österreichischen Planungsbüros nonconform sicher nicht gebraucht. Allerdings haben die Planer ihre Eindrücke und vor allem die Vorschläge aus der Starnberger Bevölkerung am Donnerstagabend in eine Präsentation gegossen, die viele Ideen aufzeigt, wie Starnberg attraktiver werden kann.

Insgesamt etwa 1500 dieser Ideen seien aus der Bevölkerung eingegangen, bilanzierte Stadtentwicklerin Anne Krämer: im Internetforum, handschriftlich auf Karten, in Gesprächen und Workshops. Diese haben die Planer geordnet, zusammengefasst und weiterentwickelt. Handlungsbedarf besteht demnach vor allem in vier Bereichen.

Hauptstraße/Aufgang zum Schlossberg:

Mit der Entscheidung für den Tunnel biete sich die einmalige Chance für einen Rückbau der Hauptstraße, sagte Verkehrsplaner Michael Scoric. Vor dem alten Rathaus etwa sei die Fahrbahn neun Meter breit, der Fußweg auf der südlichen Seite aber nur 1,20 Meter. Vorschlag: Rückbau der Fahrbahn auf sechs Meter Breite, Anlegen von Radstreifen und Verbreiterung des Gehwegs auf zwei Meter, dazu ein einheitlicher Belag von Platz und Straße.

Kirchplatz:

Von einem „Platz der tausend Möglichkeiten“ sprach Planerin Eva Huber angesichts der steinernen Ödnis, die am zurückliegenden Montag auch Starnbergs Einzelhändler bemängelt hatten (wir berichteten). „Mit Bäumen und Möbeln erreicht man schnell ein ganz anderes Platzgefühl“, sagte Huber. Weitere Ideen seien ein großes Sonnensegel, das über Teile des Platzes gespannt wird, oder feste Marktstände, die an wechselnde Interessenten vermietet werden.

Verbesserungswürdig sei auch die Situation an der Wittelsbacherstraße. „Der Kirchplatz endet zu früh“, fasste Planer Scoric seine Eindrücke zusammen. Um das zu ändern, könne der Belag des Kirchplatzes auf die Straße hin durchgezogen werden. Auch dort können sich die Planer Radstreifen vorstellen. Generell sollte über eine inhaltliche Neuausrichtung des Kirchplatzes nachgedacht werden: „Jetzt haben Events Vorrang, in der Zukunft der Alltag“, schlug Eva Huber vor.

Bahnhof See:

Dass die Situation mit den Zuständigkeiten von Stadt und Bahn äußerst vertrackt ist, hat sich auch bis Österreich herumgesprochen. Gleichwohl sieht Architektin Katharina Forster „größten Handlungsbedarf“. Erster Schritt könne ein Frühjahrsputz sein, worunter die Planer nicht bloß ein Reinemachen verstehen, sondern auch zu kritischen Fragen anregen wollen, beispielsweise, ob die Müllinsel unmittelbar gegenüber vom Eingang zum Kulturbahnhof sein muss.

Dann gehe es darum, die Arkaden des Bahnhof See in direkter Verlängerung zur Maximilianstraße zu nutzen: Installationen, Handel, ein Café, eine einjährige Kulturreihe – „es braucht Mut, diesen Platz zur Verfügung zu stellen“, sagte Katharina Forster.

Seepromenade:

 Auch dort ist der Handlungsbedarf enorm – und die rechtliche Lage schwierig. Den Bereich zwischen den Bootshäusern im Westen und denen im Osten haben die Planer dreigeteilt. Zwischen Bootshäusern und Bahnunterführung schlagen sie eine durchgehende lange Bank vor. „Das geht schnell und kostet nicht viel“, sagte Korbinian Kroiss. Im Bereich zwischen Unterführung und Strandcafé wollen sie „Platz schaffen“. Das heißt, Büsche und Sträucher radikal kürzen, dafür zur Bahnlinie hin eine Pergola errichten, unter der wieder eine lange Bank zum Verweilen einladen soll. Und der Seespitz schließlich soll zum „Wohnzimmer“ werden: „Ein Raum, wo man auch ohne Konsum abhängen kann“, erklärte Kroiss. Dafür müssten die ans Strandcafé angrenzenden Baracken weichen – die sich im Besitz der Bahn befinden.

Umsetzung könnte Jahre dauern

Um aus den Ideen Pläne zu machen, dürfte es Jahre dauern. Gleichwohl regten die nonconform-Planer an, schon am Montag zu beginnen: ein Wegweiser-System, die Reaktivierung des Parkleitsystems, das Aufstellen von Liegestühlen auf dem Kirchplatz, eine Rutsche für Kinder am Schlossberg, die Bereitstellung einheitlicher Bänke für jeden Einzelhändler – all das lasse sich schnell umsetzen.

Von den rund 70 Zuhörern gab es am Donnerstagabend in der Schlossberghalle viel Applaus. Bürgermeisterin Eva John hatte bereits zum Beginn von einem „Festival der Ideen“ gesprochen. „Es war gut, dass wir den Blick von außen zugelassen haben.“ Gegenüber dem Starnberger Merkur erklärte sie, die positive Energie, die Motivation und den Elan der teilnehmenden Bürger nutzen zu wollen. Die lange Bank etwa sei schnell umsetzbar. „Auch den Kirchplatz werden wir angehen“, versprach sie. „Meine Lust ist ungebrochen.“ Die Kosten für das Büro gab sie mit „deutlich unter 50 000 Euro“ an.

Aus Reihen des Stadtrats gab es unterschiedliche Meinungen. Angelika Wahmke (BLS) etwa hat „tolle Ideen“ entdeckt, hätte sich von der Bürgermeisterin allerdings gewünscht, früher eingebunden zu sein. „So wird einiges verpuffen, was ich schade finde“, befürchtet sie. Gerd Weger (CSU) hat dagegen „unterm Strich nichts Neues“ mitgenommen. Das meiste liege in der Schublade. Handlungsbedarf sieht er vor allem am Seespitz. „Dieser Verhau ist eine Zumutung für die Stadt und die Bevölkerung.“

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