+
Ein Brett ist über die marode Ufermauer am Seebad (bisheriger Wasserpark) gelegt. Die Stadtverwaltung befürchtet, dass eine Sanierung nun erst im kommenden Jahr möglich ist – wenn das neue Bad längst in Betrieb ist. 

Seebad Starnberg

Rechtsaufsicht kippt Ufermauer-Beschluss

  • schließen

Der Umfang des Starnberger Sees beträgt 49 Kilometer. Ein winziges Stückchen davon, 30 Meter Ufer ganz im Norden, haben es jetzt so in sich, dass es zum nächsten handfesten Krach zwischen Bürgermeisterin Eva John und Teilen des Stadtrats gekommen ist.

Starnberg –  Die Chronologie einer Geschichte, die es so vermutlich nur in Starnberg gibt:

Herbst 2016:Beim Vorhaben, ein Regenentwässerungsrohr von der Baustelle Wasserpark in den See zu leiten, stellen die Experten fest: Die Ufermauer ist völlig marode, teils unterspült und in höchstem Maß sanierungsbedürftig.

26. Januar 2017: Der Bauausschuss genehmigt mit 7:6 Stimmen die Pläne der Verwaltung, den 30 Meter langen Uferbereich neu zu gestalten.

30. Januar:Der Stadtrat kassiert mit 16:13 Stimmen den Beschluss des Bauausschusses. Kritikpunkt sind vor allem die Kosten von 195 000 Euro.

16. Februar: Bürgermeisterin John bringt das Thema erneut in den Bauausschuss. Sie kämpft um Zustimmung: Um eine Fertigstellung des Uferbereichs zeitgleich mit der im Spätherbst geplanten Eröffnung des Seebads zu gewährleisten, müsse die Sanierung zeitnah begonnen werden, argumentiert sie. Der Ausschuss stimmt nach ausgiebiger Vorstellung der Pläne durch die Architekten und insgesamt zweieinhalb Stunden Diskussion erneut für die Planung – diesmal mit 10:3.

Gestern:Die Rechtsaufsicht am Landratsamt kassiert in einem Schreiben an John den Beschluss vom 16. Februar. Der Bauausschuss könne nicht Beschlüsse des Stadtrats aufheben, wenn sich an einer Planung nichts geändert habe, heißt es.

UWG-Fraktionschef Patrick Janik ist aufgebracht: „Die erneute Vorlage im Bauausschuss zur Beschlussfassung ist schlicht und ergreifend eine Frechheit gegenüber dem Stadtrat und zeugt wieder einmal von der Unwilligkeit von Frau John nach den Regeln zu spielen.“ Die Bürgermeisterin weist die Kritik zurück: „Es ist nicht zielführend, was Teile des Stadtrats veranstalten.“ Das halte die Verwaltung von ihrer eigentlichen Arbeit ab. Und im konkreten Fall werde die Ufermauer von der neuerlichen Diskussion auch nicht saniert.

Die Chronologie wird übrigens fortgesetzt: Mehrere Stadträte von UWG, CSU, BLS und DPF wollen im Stadtrat erneut über die 30 Meter diskutieren. Der Antrag ist am Dienstag im Rathaus eingegangen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug ist gestorben
Tutzing trauert um seinen Bürgermeister: Rudolf Krug ist in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 60 Jahren gestorben. 
Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug ist gestorben
Kleben für die Demokratie
Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf, und einige negative Randerscheinung auch: Plakatvandalismus, unter dem wohl alle Parteien leiden. Wie sind überhaupt die Regeln fürs …
Kleben für die Demokratie
Bürgerinitiative plant neues Begehren
Nach der Ablehnung ihres Bürgerbegehrens plant die Initiative Eichenallee eine Klage - und nimmt ein neues Bürgerbegehren in Angriff.
Bürgerinitiative plant neues Begehren
Ländlicher Charakter im Fokus
Sieben Ortsteile wollen das grünste Dorf im Landkreis Starnberg werden. Die Jury war jetzt unterwegs. Die Entscheidung wird im November verkündet.
Ländlicher Charakter im Fokus

Kommentare