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Viele vom Hagel beschädigte Äpfel beklagt Marianne Maiwald, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Wörthsee, auf der Streuobstwiese in Walchstadt. 

Landwirte und Gartenbauer beklagen Erträgsausfälle

Erntebilanz im Landkreis Starnberg: Wenn da nicht der Hagel an Pfingsten wäre...

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Wegen des Hagelunwetters an Pfingsten fällt die Getreide- und Obsternte in Teilen des Landkreises äußerst dürftig aus. In nicht betroffenen Gebieten sind Landwirte und Gartenbauer mit den Erträgen aber zufrieden.

Landkreis – „Im Schnitt gut, teilweise sehr gut“: Knapp und entschieden antwortet Georg Zankl auf die Frage, wie denn heuer die Getreideernte ausfalle. Tonnenangaben kann der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) noch nicht machen, Zahlen gebe es erst nach der Auswertung im Herbst. Doch Zankl hält schon jetzt fest, dass die Landwirte im Fünfseenland für die Umstände gut wegkommen werden.

So habe die Trockenheit, gerade im Frühjahr, anderen Regionen weitaus mehr geschadet. Zwar war auch der Juli heiß und überwiegend trocken, dafür lieferte der August bisher ungewöhnlich viel Regen. „Die warmen und feuchten Verhältnisse sind ideal für den Mais. Der schaut richtig gut aus“, sagt Zankl. Außerdem werden im Landkreis vor allem Kartoffeln, Raps und Soja geerntet.

Es ist der versöhnliche Abschluss eines Sommers, der aus Sicht von Landwirten und Gartenbauern einen Tiefpunkt hatte: das Hagelunwetter an Pfingsten. In ein paar Landstrichen – Zankl nennt beispielhaft Inning, Unterbrunn und Hochstadt – hätten die teils tennisballgroßen Körner massive Schäden hinterlassen, gerade bei Gerste und Weizen. Der Kreisobmann der Bauern spricht von schlechten Erträgen und schlechter Qualität.

Stark betroffen: Die Felder am Kloster Andechs

Stark betroffen vom Hagel waren die Felder der ökologischen Kloster-Landwirtschaft in Andechs. Markus Zwingenberger ist bei der Klostergutsverwaltung für die 140 Hektar Nutzfläche zuständig, auf rund 80 Hektar davon wird Getreide angebaut. Zwingenberger ist heuer besonders froh, dass die Flächen versichert sind. Denn gut die Hälfte der Dinkel- und Haferernte habe der Hagel zunichte gemacht. „Der Schaden auf den einzelnen Feldern liegt zwischen 45 und 75 Prozent“, sagt er. Die Erträge aus den nicht betroffenen Bereichen seien, dem ersten Eindruck nach, „in Ordnung“. Die Auswertung laufe aber noch.

Vor Herausforderungen stellt die Kloster-Landwirtschaft heuer das ungleichmäßige Wachstum – „wenn das eine Korn feucht ist und das daneben nicht“, erklärt Zwingenberger. Wenn reife neben nicht reifen Halmen stehen, ist auch vom „Zwiewuchs“ oder „Nachschuss“ die Rede – ein Phänomen, das auch mit dem Hagel zusammenhängt. „Mit dem Striegel tut man sich da im Ökoanbau schwer, das Beikraut rauszubringen“, sagt Zwingenberger. Ohne chemischen Pflanzenschutz sei es schwer, den richtigen Zeitpunkt für die Unkrautbekämpfung zu bestimmen.

„Die faustgroßen Körner haben Spuren hinterlassen, die kleineren weniger“

Von kaputten Birnen, Äpfeln und Zwetschgen berichtet Marianne Maiwald, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Wörthsee. Auf der Streuobstwiese des Vereins in Walchstadt sei „einiges faul, was runterfällt“. Maiwald bezieht sich vor allem auf die frühen Früchte der Apfelbäume, die dort überwiegend stehen. Glücklicherweise habe der Hagel das Obst nur abschnittsweise geschädigt. „Die faustgroßen Körner haben Spuren hinterlassen, die kleineren eher weniger“, sagt Maiwald.

Von einer außerordentlich schlechten Ernte will die Vorsitzende nicht sprechen. Mit 2018 sei die Lage aber nicht annähernd zu vergleichen: Im vergangenen Jahr wussten die Gartenbauer teilweise nicht wohin mit ihrem Obst. Maiwald erinnert sich: „Die Saftpressen konnten nicht alles annehmen, Privathaushalte waren überfordert.“

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