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Zum Glück regnete es nicht: Stefan W. Zeil (Mitte) überreichte Bürgermeister Patrick Janik am Mittwoch die Petition zum Bahnhof. Mit dabei waren unter anderen die FDP-Bundestagsabgeordneten Daniel Föst (4.v.l.) und Thomas Sattelberger (5.v.r.) sowie der Vorsitzende des Vereins Schöner zum See, Maximilian Ardelt (l.). 

Oben ohne und nicht barrierefrei

Es reicht: Petition für Dach und Aufzug am Bahnhof Starnberg übergeben

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Mehr als 500 Menschen unterstützten die Petition „Dach und Aufzug für Deutschlands schönsten Seebahnhof“. Am Mittwoch hat Initiator Stefan W. Zeil das Anliegen Bürgermeister Patrick Janik offiziell übermittelt. Der sieht das als Unterstützung der städtischen Position.

Starnberg – Es ist genug gelästert und geschimpft worden. Kein Aufzug, kein Dach – und auch ansonsten gammelt der Bahnhof See vor sich hin. Im Januar hatte es dem damaligen FDP-Stadtratskandidaten Stefan W. Zeil gereicht. Er startete eine Petition unter dem Titel „Dach und Aufzug für Deutschlands schönsten Seebahnhof“. Mehr als 500 Menschen haben sich der Forderung mittlerweile angeschlossen. „Die Bürger dürfen nicht weiter im Regen stehen gelassen werden“, sagte Zeil am Mittwoch, als er Bürgermeister Patrick Janik die Petition überreichte. „Unser Seebahnhof braucht so schnell wie möglich einen barrierefreien Zugang.“

Die bekannten Probleme dürften nicht weiter aufgeschoben werden, forderte Zeil. Stadt und Bahn müssten noch in diesem Jahr eine Lösung für ein provisorisches Dach und einen barrierefreien Zugang finden. Er hofft, dass der Stadtrat sich einmütig hinter diese Ziele stellt, die Petition beschließt und ein Verhandlungsteam für Gespräche mit der Bahn benennt. „Nehmen Sie die Deutsche Bahn bei den Gesprächen in die Pflicht. Hier haben Sie die Bürger und Bahnfahrer auf Ihrer Seite“, appellierte Zeil an die Stadträte.

Bahn könne Abhilfe schaffen

Mit dabei war auch der Vorsitzende der bayerischen FDP und Bundestagsabgeordnete Daniel Föst. Die Bahn habe das Baurecht und könne jederzeit Abhilfe schaffen, sagte er und forderte das Unternehmen auf, noch in diesem Jahr Baumaßnahmen einzuleiten. Ungeachtet einer Einigung mit der Stadt über die finanzielle Lastenteilung solle die Bahn in Vorleistung gehen. Föst: „Viele Milliarden Euro fließen allein in diesem Jahr in Erhalt und Ausbau von Netz, Bahnhöfen und Energieanlagen.“

Patrick Janik sieht die Petition weniger als Handlungsauftrag denn als Unterstützung. „Es gibt innerhalb der Stadt keine zwei Meinungen, dass sich am Bahnhof See etwas ändern muss“, sagte er dem Starnberger Merkur. Allerdings müsse davon ausgegangen werden, dass der aktuelle Zustand auch aufgrund der Schadenersatzklage der Bahn gegen die Stadt die nächsten fünf bis zehn Jahren erhalten bleibe. „Es würde sich also lohnen, vorher den einen oder anderen Euro in ein Dach zu investieren.“

Noch kein persönliches Gespräch mit der Bahn

Seit seinem Amtsantritt am 1. Mai habe er noch kein persönliches Gespräch mit einem Verantwortlichen der Bahn geführt, sagte Janik. Seine Wunschvorstellung sei aber, möglichst zeitnah eine Gesprächsgrundlage mit der Bahn zu finden – und bis Ende des Jahres eine Übereinkunft in Sachen Bahnsteigüberdachung hinzubekommen. Derzeit arbeiteten die Anwälte der Stadt aber zunächst an der Klageerwiderung auf die Schadenersatzforderung der Bahn in Höhe von 170 Millionen Euro. Diese wird auch Thema eines nicht öffentlichen Teils der Stadtratssitzung am kommenden Dienstag sein.

Stefan W. Zeil will derweil nicht lockerlassen. Auch die Staatsregierung sei gefordert, sagte er und forderte: „Sollte sich die Bahn weiter nicht um Starnberg kümmern, muss der bayerische Ministerpräsident Markus Söder intervenieren.“

Lesen Sie auch: Schon Anfang des Jahres haben mehrere SPD-Landratskandidaten bei einer MVV-Tour die Hässlichkeit des Bahnhofs bestaunt.

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