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Die evangelische Kirche in Starnberg im Jahre 1969 (links) und heute. Im Lauf des Jahres soll der Innenraum renoviert werden.

Evangelische Gemeinde Starnberg

500 Jahre Reformation: Viel vor im Luther-Jahr

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Starnberg - 2017 hat es für die evangelische Kirche in Starnberg in sich: Das Luther-Jahr wird gefeiert und auch der 125. Geburtstag der Friedenskirche, die heuer gleich noch renoviert werden soll. 

Das Starnberger Programm für das Luther-Jahr ist umfangreich und abwechslungsreich (siehe Kasten). Wenn die drei Starnberger Pfarrer Hans Martin Schroeder, Dr. Stefan Koch und Birgit Reichenbacher am 31. Oktober den Reformationstag feiern, gibt es neben dem 500. Jubiläum des Thesenanschlags einen weiteren Grund zum Feiern. Wenn alles wunschgemäß läuft, ist die Friedenskirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße dann nämlich renoviert. Herzstück der Renovierung: Die Kirche, die 2017 Jubiläum feiert, soll ihren Mittelgang zurückbekommen und insgesamt aufgefrischt werden.

Die Friedenskirche ist die älteste evangelische Kirche in der Region. Vor 125 Jahren wurde sie in ihrer jetzigen Form geschaffen. Damals, 1892, wurde die erste Kirche von 1875 um knapp fünf Meter in Richtung Westen und um einen runden Chor, einen Turm und eine Sakristei erweitert. „Im Gespräch war auch ein sechseckiger Anbau“, sagt Pfarrer Koch, der sich intensiv mit der Baugeschichte der Kirche beschäftigt, alte Pläne und alte Fotos begutachtet. Etwa von 1917, als die Kirche mitten im Krieg zum 25. Kirchweihjubiläum über und über mit Blumen geschmückt war.

Mittelgang wird erneuert

Vergangenes Jahr hat sich die Pfarrgemeinde entschlossen, den Gläubigen einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen: Die Friedenskirche soll wieder einen Mittelgang erhalten. So, wie er ursprünglich angelegt war.

Der Mittelgang ist bei der Renovierung im Jahr 1972 verschwunden, die Bankreihen wurden damals mittig angeordnet. Die Hälfte der Bänke wurde dafür auseinandergeschnitten, so dass aus eineinhalb alten Bänken eine neue Sitzreihe wurde. „Damals wollte man die Gläubigen um den Altar haben“, sagt Pfarrer Hans Martin Schroeder. Die Folge: Brautpaare und Konfirmanden können kaum in die Kirche einziehen. „Wenn Sie in die Kirche eintreten, kommen Sie gar nicht weiter“, beschreibt Koch die Eingangssituation.

Wenn die Sitzreihen neu platziert werden, soll auch gleich die ganze Kirche renoviert werden. „Die Folgen der Heizung sind an den Wänden deutlich sichtbar“, sagt Koch. „Wir wollen die unterschiedlichen Brauntöne der Oberflächen vereinheitlichen und auch mit dem Boden etwas machen.“ Dessen Farbe sei einfach nicht stimmig.

Bei der Renovierung 1972 wurden nicht nur der rotbraune Boden verlegt und die Kirchenbänke anders gestellt. Im Zuge der Arbeiten flogen auch die bunten Glasfenster raus. „Man wollte mehr Licht in die Kirche lassen“, erklärt Koch. Er will zumindest das Fenster mit dem Reformationsmotiv wiederfinden. Noch fehlen ihm Fotos, aber er ist zuversichtlich.

Das 125. Kirchweihjubiläum wird am Sonntag, 27. August, mit einem Gottesdienst gefeiert. „Danach ziehen wir aus der Kirche aus und erst wieder am 31. Oktober durch den neuen Mittelgang ein“, skizziert Koch die Wunschplanung.

Gottesdienst zur Not im Garten

Die Zeit dazwischen soll für die Renovierung genutzt werden. Gottesdienste sollen in der Zeit zur Not im Garten unter der alten Buche stattfinden. Die Kosten für das Projekt liegen bei schätzungsweise 100 000 Euro, sagt Koch. Einen sechsstelligen Betrag hat die Kirche selbst auf dem Konto, den Rest will sie über spendable Kirchenglieder hereinholen. Auch für ein weiteres ambitioniertes Projekt: für eine neue Orgel. Kosten: rund 350 000 Euro. Doch das will Koch erst kommendes Jahr anpacken. Nach Luther.

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