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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Ex-Freundin absichtlich angefahren: Bewährung und Geldstrafe

Aussprachen mit der Ex sollte Mann lieber nicht erzwingen. Insbesondere dann nicht, wenn bereits ein Kontaktverbot verhängt wurde.

Starnberg – Dennoch: Im Juni 2016 suchte ein Starnberger Kaufmann (45) erneut das Gespräch mit seiner ehemaligen Freundin (44). Dabei soll er – laut Anklage – seiner Ex-Partnerin mit dem Auto schmerzhaft gegen die Beine gefahren sein. Deshalb musste er sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung vor dem Amtsgericht verantworten.

Die 44-Jährige schilderte im Zeugenstand, wie der Angeklagte zu später Stunde bei ihr anrief und vor ihrem Starnberger Anwesen zwecks Aussprache vorfuhr. Da bereits zwei Verfahren wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz aktenkundig sind, wollte die Einzelhandelskauffrau den erneuten Stalking-Versuch des 45-Jährigen mit Handyfotos dokumentieren. Zudem bat sie einen Freund, sie zu begleiten.

Angeklagter: „Das ist eine Racheaktion“

Als sie in Begleitung dieses Bekannten auf das Auto des Angeklagten zuging, um Fotos zu schießen, sei ihr Ex-Freund ihr gegen die Beine gefahren, sagte sie aus. Folge: Schienbeine und Knie waren hernach blau und grün.

Der 45-Jährige wies die Vorwürfe von sich und erklärte: „Das ist eine Racheaktion. Die Anzeige ist aus Protest entstanden, weil ich meine Ex-Freundin einige Tage zuvor selber wegen Körperverletzung angezeigt hatte.“ In der Tatnacht habe seine Ex-Freundin ihn beim Herausfahren aus dem Parkplatz behindert, derweil ihr Bekannter auf sein Auto eingeschlagen habe: „Ich habe Panik bekommen und bin zitternd nach Hause gefahren“. Touchiert habe er seine Ex beim Wegfahren nicht, behauptete er.

„Die Beziehung ist lange Geschichte und beschäftigt die Justiz immer weiter“, stöhnte Richterin Christine Conrad. Ihr Urteil fiel knackig aus. Sie verhängte gegen den 45-Jährigen eine neunmonatige Bewährungsstrafe sowie ein dreimonatiges Fahrverbot: „Wer sein Auto als Waffe benutzt, der muss mit einem Fahrverbot rechnen.“ Zudem muss er eine 6000 Euro hohe Geldauflage zahlen.  nh

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