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Die Seitentür weggerissen, das Dach abgetragen: Die Explosion hat den Camper einer jungen Familie aus Schleswig-Holstein in einem Pöckinger Waldstück schwer beschädigt.

Familie bei Unglück mitten im Wald verletzt

Explosion im Camper: Viele Fragen sind offen

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Pöcking/Starnberg – In einem Pöckinger Waldstück an der Grenze zu Starnberg ist es am späten Montagabend zu einer Verpuffung in einem Wohnmobil gekommen, bei der eine Familie teils schwer verletzt wurde. Der Fall beschäftigt Starnbergs Polizei, die Kripo und das Präsidium in Ingolstadt, denn es sind viele Fragen offen.

Auf dem landwirtschaftlichen Weg haben sich die Reifenprofile der Rettungsfahrzeuge tief in die Erde gebohrt. Die Spuren des Notarztwagens, der den Verletzten zum Hubschrauber transportierte, sind einen Tag später auf der Wiese am Schmalzhof noch sichtbar. Nachbarn fragen sich: Was macht eine junge Familie mit einem Säugling nachts mitten im Wald? „Vielleicht wollten sie einfach nur wild campen“, sagt eine Anwohnerin am Oberen Seeweg in Starnberg. 

Polizeisprecherin: "Fahrzeug wird von der Kripo untersucht"

Keine 500 Meter Luftlinie von ihrem Haus entfernt ist das Unglück am Montagabend etwa um 21 Uhr passiert. Wie die Beamten aus dem Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilen, waren eine 26-jährige Mutter mit ihrem Lebensgefährten (23) und ihrem fünf Monate alten Säugling beim Kochen im Wohnmobil, als es vermutlich zu einer Verpuffung kam. Durch die Wucht der Explosion wurden das Dach des weißen VW-Busses nach hinten weggeklappt, die seitliche Schiebetüre etwa zehn Meter in den Wald geschleudert und sämtliche Türen und die Inneneinrichtung stark beschädigt. 

Eine Stichflamme, die offensichtlich von alleine wieder erloschen war, fügte dem 23-Jährigen mittelschwere Verbrennungen an den Armen zu. Er musste mit dem Helikopter in eine Spezialklinik geflogen werden. Mutter und Baby überstanden das Unglück leicht verletzt, wurden mit Rauchgasvergiftungserscheinungen zur Beobachtung ins Starnberger Krankenhaus gebracht, das sie inzwischen aber wieder verlassen konnten. Möglicherweise war ein mit Gas betriebener Herd die Ursache, so Retter der Feuerwehr. Es bleiben viele Fragen offen: Was genau war die Ursache für das Unglück? „Das Fahrzeug wird von der Kripo in Fürstenfeldbruck untersucht, da wird es heute sicher kein Ergebnis mehr geben“, sagte Michaela Grob, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, gestern. 

Explosion zu tief im Wald: Anwohner hörten Explosion nicht

Warum ignorierte die junge Familie, dass die Zufahrt zum Wald nur für „land- und forstwirtschaftlichen Anliegerverkehr“ freigegeben ist? Die Ermittlungen laufen, hieß es gestern aus der Polizeiinspektion Starnberg. Es ist ein anonymes, wohlhabendes Viertel am Oberen Seeweg/Ecke Prinzeneiche. Anwohner haben vor allem den Hubschrauber am späten Montagabend wahrgenommen. „Wir dachten, da fliegt halt wieder einer heim.“ Eine Explosion hat niemand gehört. Zu tief im Wald wollte die junge Familie in ihrem VW-Bus mit dem Kennzeichen IZ (Itzehoe/Schleswig-Holstein) übernachten.

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