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Derzeit ziemlich trostlos: Das ehemalige Gelände des Bauhofs am Seilerweg.  

Schulentwicklung

FOS bleibt in Starnberg

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Die Zukunft der Fachoberschule (FOS) Starnberg ist geklärt. Um 1.23 Uhr in der Nacht zum Dienstag legte sich der Starnberger Stadtrat auf den Seilerweg als künftigen Standort fest. Landrat und Schulleiter sind froh und erleichtert.

Starnberg – Für die wirklich wichtigen Beschlüsse kann es Starnbergs Stadtrat nicht spät genug sein. Der Doppelbeschluss Tunnel/Umfahrung vor fünf Wochen fiel kurz vor Mitternacht, die Entscheidung über die Zukunft der FOS stand Dienstagfrüh um Punkt 1.23 Uhr fest. Demnach stellt die Stadt dem Landkreis das ehemalige Grundstück des Bauhofs im Seilerweg für einen FOS-Neubau zur Verfügung. Die von Bürgermeisterin Eva John ins Spiel gebrachte Alternative an der Gautinger Straße nördlich des Creativ Centers ist damit vom Tisch – ebenso ein Wegzug, zum Beispiel nach Gauting.

„Das freut mich sehr“, sagte Schulleiter Peter Dahmer, als er am Dienstagmorgen die Nachricht vom Starnberger Merkur erfuhr. „Ich habe für diesen Standort gekämpft.“ Die Nachbarschaft zum S-Bahnhof Nord und die Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe stellten eine „sensationelle Infrastruktur“ dar, betonte er. Außerdem: „Die Starnberger FOS gehört nach Starnberg.“

Landrat Karl Roth ist ebenfalls „froh, dass es endlich eine klare Entscheidung gibt“. Auch er hatte sich für den Standort Seilerweg stark gemacht. „Den kriegen wir relativ schnell hin“, sagte er um 0.56 Uhr in der Stadtratsdebatte. An der Gautinger Straße gebe es dagegen „sehr große Risiken“. Die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet, es gibt Biotope, dort lebe der streng geschützte Springfrosch und: „Der Klageweg steht auch noch offen.“ Alles in allem zu viele Unwägbarkeiten für den Landkreis. Roth: „Es ist keinem gedient, wenn wir nach zwei Jahren auf die Nase fallen und wieder von vorne anfangen.“ In zwei Jahren, also 2019, könnten am Seilerweg dagegen die Bagger anrollen.

John hingegen wollte sich nicht so schnell vom Standort Gautinger Straße verabschieden – obwohl sie selbst ihn vor zweieinhalb Jahren noch als wenig realistisch erachtet hatte. Nun aber sei man weiter, die Schülerzahlen stiegen, der Platz am Seilerweg sei aber begrenzt, sagte sie. „Wenn sich die Schülerzahlen so weiter entwickeln, sind wir weit weg von dem, was alle gedacht hatten.“ Da biete das wesentlich größere Grundstück an der Gautinger Straße mehr Potenzial. Und vielleicht seien die naturschutzrechtlichen Bedenken am Ende gar nicht so groß wie derzeit gedacht. „Ich kann mir vorstellen, dass eine Schule ein sehr hohes öffentliches Interesse ist.“

CSU, BLS, Grüne, UWG, SPD und DPF lehnten diese Idee jedoch ab. Mit 25:3 Stimmen wurde dagegen ein Antrag der Bürgerliste angenommen, wonach die Verhandlungen zwischen Stadt und Landkreis über das Grundstück am Seilerweg „rasch abgeschlossen“ werden sollen. BLS-Sprecherin Angelika Wahme: „Dieses Thema ist für die Zukunft der Starnberger Schüler zu wichtig, als es nun auf halbem Weg zu verlieren.“ Auch CSU-Chef Stefan Frey warnte: „Wir sollten die FOS für Starnberg nicht aufs Spiel setzen.“

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