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Bereit zur großen Fahrt im doppelten Sinn: Auf der MS Starnberg starteten die FOS-Absolventen zur großen Rundfahrt – und mit dem Zeugnis in der Hand auch ins Berufsleben. Bürgermeisterin Eva John und Landrat Karl Roth winkten freudig von Bord.

Feier auf der MS Starnberg

Der erste FOS-Jahrgang hat seine Zeugnisse: Abschied von den Bildungspionieren

Der erste Jahrgang der Fachoberschule (FOS) Starnberg ist fertig. Auf der MS Starnberg haben die 80 Schüler jetzt ihren Abschluss gefeiert.

Starnberg – So einen überglücklichen Schulleiter sieht man selten. Peter Dahmer, Direktor der vor zwei Jahren neu etablierten Fachoberschule Starnberg, verabschiedete mit einer Zeugnisübergabe auf der MS Starnberg seine ersten Schüler. „Ein Meilenstein“, freute sich auch Landrat Karl Roth, der zusammen mit Bürgermeisterin Eva John vom Deck des Katamarans winkte. Ein Bild der Freude – gleichwohl sich Landkreis und Kreisstadt seit Monaten um die Zukunft der FOS streiten (wir berichteten).

Auch Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig, Kreiskämmerer Stefan Pilgram, der Leiter der Agentur für Arbeit, Dirk Diebler, und Kreishandwerksmeister Anton Lidl ließen es sich nicht nehmen, mit Lehrern, Schülern und deren Familien auf dem Dampfer bis zum Vollmondaufgang mitzufeiern.

80 Schüler haben ihr Fachabitur nun in der Tasche, 20 von ihnen wollen noch ein Jahr länger die Schulbank drücken und mit dem Besuch der 13. Klasse die allgemeine Hochschulreife erlangen. „Wir konnten euch beibringen, wie man die Segel setzt und in Stellung bringt, den Wind können wir nicht ändern“, sagte Rektor Dahmer in seiner Ansprache und dankte auch besonders den Lehrern. „Das Kollegium ist sensationell.“ Es dürfte das jüngste weit und breit sein, denn vor zwei Jahren wurden ausschließlich frisch gebackene, unverbrauchte und hoch motivierte Pädagogen nach Starnberg geschickt.

Landrat Roth feierte die Absolventen als „Bildungspioniere“ und gab den Rat mit, wissbegierig und neugierig zu bleiben, besonders hinsichtlich der Digitalisierung. „Sie kommt in breiter Front auf uns zu.“ Er erinnerte auch an all die Hürden, die genommen werden mussten, ehe die FOS an den Start gehen konnte. Flexibilität war gefordert, Klassen mussten mangels eigenem Gebäude in der Von-der-Tann-Straße und der Gautinger Straße eingemietet werden. Diesen Sommer werden Klassenräume in der Moosstraße als Übergangslösung eingerichtet. Denn es wird noch dauern, bis ein neues Gebäude steht, auch wenn Eva John in ihren Grußworten schon vom ersten Spatenstich sprach. Eine Einigung über das vom Landrat favorisierte ehremalige Betriebshof-Grundstück am Seilerweg steht nach wie vor aus.

Die vier Klassensprecher bedankten sich für einen kritischen Unterricht und für schöne Klassenreisen nach Berlin und Sevilla. „Es war verdammt gut“, fasste beispielsweise Merlin Weinthaler aus der FS 12A die Schulzeit zusammen.

Die Ehrung der besten Schüler übernahm Elternbeiratsvorsitzende Solveig Schweda-Papenhagen. Sie überreichte Buchpräsente an Magdalena Krückl, Madita Strohm (beide mit einem Schnitt von 1,9) Katharina Mehler (Schnitt 1,6) und Leonhard Kastenmeier. Mit einem Schnitt von 0,9 ist er der beste Wirtschafts-Fachoberschüler Bayerns. Landrat Roth freute sich riesig. Erst recht, als er erfuhr, dass Leonhard im Landratsamt Karriere machen will und im Herbst dort seine Berufsausbildung beginnt. „Dafür habe ich die FOS gemacht“ strahlte er seinen künftigen Chef an.     ak

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