Für das Motorradtraining fehlt im Landkreis Starnberg ein passender Platz.

Fahrlehrer schlagen Alarm

Motorrad-Ausbildung in Gefahr

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Die Fahrlehrer im Landkreis schlagen Alarm: Wenn sie nicht bald einen passenden Übungsplatz finden, können sie keine Ausbildung auf dem Motorrad mehr anbieten. Jetzt hoffen sie auf die Hilfe der Politik.

Landkreis – Den Bus-Führerschein kann man im Landkreis Starnberg schon nicht mehr machen, weil es keinen Platz zum Rangieren gibt. Jetzt befürchtet der Fahrlehrer-Verband das Gleiche für den Motorrad-Führerschein. Grund: Den Fahrschulen fehlt der Raum zum Üben, seit die Bundeswehr im Oktober das bis dahin zur Verfügung stehende Gelände an der General-Fellgiebel-Kaserne für die Öffentlichkeit schloss, wie berichtet. „Was uns Fahrschulen während der Zweirad-Hochsaison sprichwörtlich den Boden unter den Füßen wegriss“, schreibt der Kreisvorsitzende der Fahrlehrer, Thomas Schubert, in einem Brandbrief an Politik und Verwaltung. „Seitdem müssen wir unsere Ausbildung direkt auf der Straße beginnen.“ Das sei im Zweirad-Bereich aufgrund der begrenzten Eingriffsmöglichkeit des Fahrlehrers katastrophal.

Wer Motorrad fahren lernt, muss erst einmal das Gleichgewicht auf zwei Rädern halten können und mit einer Maschine umgehen lernen. Das sei im normalen Straßenverkehr schwierig, sagt Schubert. „Ich kenne einen Fahrlehrer, der fährt mit seinen Schülern regelmäßig in eine gesperrte Straße. Wenn er erwischt wird, muss er Strafe zahlen. Ich fahre in Söcking in eine Zone 30 am Sportplatz. Dort muss ich neben dem Fahrschüler herlaufen, falls er umfällt.“

Die Fahrlehrer seien haftbar, wenn sie einem Fahrschüler zu viel zumuteten.

Auch die Prüfungsrichtlinien für Motorradfahrer sind so gestaltet, dass man sie nur abseits des fließenden Verkehrs erfüllen kann. Biker müssen zum Beispiel einen Slalom auf einer 60 Meter langen Pylonen-Strecke schaffen.

Jetzt hoffen Schubert und seine 17 Kollegen im Landkreis auf Unterstützung der Politik. „Wir brauchen einen 100 Meter langen Platz, der 20 oder 30 Meter breit ist.“ Wäre er 50 Meter breit, könnte ihn auch die Kreisverkehrswacht für ihre Fahrtrainings nutzen. Auch ihr fehlt der Bundeswehr-Platz. „Wenn jede Fahrschule 3000 bis 4000 Euro beisteuert, könnten wir einen Platz problemlos asphaltieren.“ Falls der Platz von einer Kommune bereitgestellt würde, könnte ihn auch THW oder Feuerwehr nutzen, es könnten Flohmärkte oder Feste dort stattfinden. „Die Kosten von 50 000 bis 80 000 Euro wären in wenigen Jahren kompensiert und Stadt oder Landkreis verdienen daran.“ Der Bundeswehr hätten die Fahrschulen 3000 Euro im Jahr bezahlt. „Wir wollen unsere Arbeit gut machen und die Jugend zu verantwortungsbewussten Fahrzeugführern ausbilden.“

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