Fahrradverkehr

Schlechte Noten für die Sicherheit auf Starnbergs Straßen

Fahrradfahrer in Starnberg fühlen sich unsicher. Das hat die Auswertung des ADFC-Fahrradklima-Tests ergeben.

Starnberg – Mit Ach und Krach hat die Stadt Starnberg beim Fahrradklima-Test 2016 des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ein „ausreichend“ erreicht. Die Kreisstadt schneidet damit nicht besser ab als beim Test davor im Jahr 2014. Und das, obwohl viel für Radfahrer getan werde, stellt der ADFC-Kreisvorsitzende Anton Maier aus Feldafing fest. Fazit: Radfahrer in Starnberg fühlen sich unsicher, was niemanden wirklich überrascht.

123 Radfahrer hatten sich am Test für Starnberg beteiligt. Die Gesamtnote – orientiert an Schulnoten von 1 für sehr gut bis 6 für ungenügend – betrug 4,22. Von 364 vergleichbaren Städten liegt die Stadt auf Rang 326, im landesweiten Vergleich führt der ADFC sie auf Rang 47 von 51. Unzufriedener sind Radfahrer nur in Gauting (4,24), in Straubing (4,29), in Passau (4,38) und Hof (4,55). Beste bei Gemeinden bis 50 000 Einwohner ist Gunzenhausen (2,75). In den Vergleich aufgenommen werden nur Gemeinden mit einer Mindestzahl an Testteilnehmern.

Bei dem Test werden verschiedene Aspekte abgefragt. So etwa, ob Fahrradfahren Spaß macht: 52 Prozent der Teilnehmer votierten mit 5 und 6, 25 Prozent mit 1 und 2. 58 Prozent fühlen sich als Radfahrer von anderen nicht akzeptiert, neun Prozent vergaben die Noten 1 und 2. 16 Prozent finden, das viel fürs Radfahren geworben werde und 14 Prozent, dass Alt und Jung radeln. 38 Prozent gaben eine 5 oder 6 bei der Frage, ob viel für den Radverkehr getan wird; immerhin 14 Prozent benoteten diesen Punkt mit 1 oder 2. 48 Prozent glauben, dass es großzügig toleriert werde, wenn Autos auf Radwegen parken; 60 Prozent finden die Ampelschaltungen als nicht auf Radfahrer abgestimmt – bei dieser Frage gab es keine einzige Note 1 und nur sieben Prozent gaben eine 2. Regelrecht verheerend sind die Antworten im Fragenkomplex Sicherheit. Im Durchschnitt bekommt Starnberg eine 5,0 bei der Frage „In Starnberg fühlt man sich als Radfahrer/in sicher.“ Im Detail: 44 Prozent vergaben eine glatte 6, 27 Prozent eine 5. Ein Prozent fühlt sich sehr sicher, vier Prozent empfinden Radfahrer als sicher.

In diesem Ergebnis sieht Anton Maier den Grund, warum Starnberg trotz vieler Initiativen – Bürgermeisterin Eva John hat sich Verbesserung für Radfahrer auf die Fahnen geschrieben – verhältnismäßig schlecht abschneidet.

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Eine 5,0 bekam Starnberg auch bei der Rücksichtnahme von Auto- auf Radfahrer – besonders fehlender Seitenabstand beim Überholen sowie hohe Fahrgeschwindigkeit und Behinderungen durch den ruhenden Verkehr seien von Seiten der Radfahrer moniert worden. Und: An Baustellen seien Radler oft gezwungen abzusteigen und zu schieben – ebenfalls Note 5,0. Am besten schnitt die Stadt bei den Punkten „Öffnung von Einbahnstraßen“ und eigene Wegweiser ab – je als Notendurchschnitt 3,6.

„Die richtige Gestaltung des Straßenraums erleichtert allen Verkehrsteilnehmern regelkonformes Verhalten. Eine einladende Radverkehrsinfrastruktur ist geeignet, viele Autofahrten durch Fahrrad und Pedelec zu ersetzen und so den Verkehrsraum in Starnberg zu entlasten“, erklärt Maier. Schutzstreifen an Haupt- und Hanfelder Straße seien vorgesehen, Umbauten und Markierungen am Bahnhof Nord und an der Leutstettener Straße hätten die Situation verbessert. Ein Anfang sei gemacht, wobei auch Projekte für die Barrierefreiheit Radfahrern zugute kämen.

Mehr Infos unterwww.fahrradklima-test.de – dort gibt es auch die kompletten Ergebnisse für Starnberg mit allen abgefragten Themenbereichen und den Notendurchschnitten.

Rubriklistenbild: © dpa

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