1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Starnberg

Fallzahlen schießen in die Höhe - Hilfsdienste bereiten sich auf Personalausfälle vor

Erstellt:

Von: Tobias Gmach

Kommentare

Corona-Selbsttests für Kitakinder
Die Coronazahlen nehmen zu - auch im Landkreis. © Friso Gentsch

Die Corona-Neuninfektionen im Landkreis nehmen stark zu, inzwischen ist er unter den drei am stärksten betroffenen Kreisen Bayerns – und die Inzidenz steigt weiter. Trotzdem ist die Lage in den Kliniken wieder etwas entspannter als Ende 2021. Hilfsdienste bereiten sich unterdessen auf Personalausfälle vor.

Landkreis – Am Wochenende meldete das Landratsamt 179 Neuinfektionen – so viele wie nie seit Beginn der Pandemie. Ob Testverzögerungen durch die Feiertage oder Vorab-Testungen von Schul- und Kita-Kindern einen Teil davon ausmachten, wird sich erst im Lauf der Woche zeigen. Sicher ist, dass die Infektionszahlen steigen, und das schnell. Die erwartete Omikron-Welle scheint angekommen zu sein, der Landkreis hat eine der höchsten Inzidenzen Bayerns. Wie reagieren die Kliniken, wie die Feuerwehr und das BRK?

Kliniken

Sieben schwer kranke Covid-Patienten werden derzeit auf der Intensivstation der Gautinger Lungenfachklinik beatmet – mit der Omikron-Variante infiziert ist keiner von ihnen. „Ob das mit einem eventuell milderen Verlauf zusammenhängt, können wir momentan nicht abschließend beurteilen“, schreibt Pressesprecherin Beatriz Parente Matschke auf Nachfrage. Sie gibt zu bedenken, dass von der Infektion bis zum Aufenthalt auf der Intensivstation in der Regel circa zwei Wochen vergehen. „Der Fallzahlenanstieg erfolgt nicht sofort.“ Laut Parente Matschke gibt es derzeit „wieder weniger Nachfragen nach Verlegungen zu uns aufgrund von Covid. Das entspannt die Lage etwas.“ Dazu komme, dass auf der Normalstation momentan nur zwei Corona-Patienten behandelt werden.

„Nicht angespannt“ sei die Lage auch im Starnberger Krankenhaus, berichtet Sprecher Stefan Berger. Die Intensivstation ist gerade frei von Covid-Kranken, auf der Normalstation sind es sechs. In Tutzing und Herrsching liegt jeweils ein Patient mit dem Virus auf der Intensivstation.

Und wie geht’s dem Personal? In Gauting sind derzeit sechs Mitarbeiter in Quarantäne, bei einem von ihnen sei bekannt, dass Omikron nachgewiesen wurde. „Wir beobachten die Lage sehr genau und bereiten uns, so gut es geht, auf alle möglichen Veränderungen vor“, so Sprecherin Parente Matschke. Tutzings Krankenhaussprecherin Sylke Will verweist auf die „Erkältungssaison“, sagt aber auch: „Aktuell hat die Omikron-Variante noch zu keinen größeren Auswirkungen im Personalbereich geführt.“ Seit 1. Januar gilt in der Tutzinger und der Feldafinger Klinik eine Impfpflicht für die Mitarbeiter (wir berichteten).

Rettungswesen

Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren ist angesichts befürchteter Ausfälle durch Quarantäne oder Isolation nicht gefährdet. Kreisbrandrat Peter Bauch hält große Stücke auf seine Wehren, in denen es üblich sei, dass sowohl Impfungen als auch Quarantäne gemeldet werden. Daher wüssten die Kommandanten, wie viele Aktive sie in etwa haben – und können dann etwa Fahrzeuge oder die ganze Wehr abmelden. Dann wird im Bedarfsfall eine andere Wehr alarmiert. Nach Einsätzen testen sich in der Regel alle Einsatzkräfte, Fahrzeuge werden mit weniger Leuten besetzt, Maske ist Standard. Beim Rettungsdienst hat das BRK als Betreiber Vorsorge getroffen: Mit Urlaub war man zurückhaltend für die erste Zeit des neuen Jahres, sagt Georg Rötzer, Bereichsleiter Einsatzdienste. Die Ehrenamtlichen habe man informiert, dass sie je nach Stärke der Omikron-Welle vermehrt gebraucht werden. Zudem habe man auch durch die Hilfe der Bundeswehr in Impfzentren eigenes Personal in Reserve. Beim BRK wird jeder Mitarbeiter täglich getestet. Die nun mögliche verkürzte Quarantänezeit helfe, aber nur, wenn der Test auch negativ sei, erklärte Rötzer.

Corona-Lage

89 Neuinfektionen am Samstag, 90 am Sonntag, 119 am Montag – das sind die Zahlen, die das Landratsamt gestern bekannt gab. Der Montagswert lag fast beim Doppelten der Vorwoche; erstmals seit Pandemiebeginn waren es an einem Montag mehr als 100 Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montag bei 491,2 und dürfte mit den neuen Fälle auf zwischen 530 und 540 steigen und steuert damit auf einen neuen Allzeit-Höchstwert zu. Am stärksten betroffen ist Seefeld mit einer Gemeindeinzidenz von 675. Die Zahl der Omikron-Nachweise ist nur leicht gestiegen auf 267; allerdings werden nicht alle positiven Tests untersucht.

Auch interessant

Kommentare