Bild aus dem Jahr 2020, das es 2021 nicht geben wird: freizügig tanzende Männer beim Weiberfasching der Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla in der Schlossberghalle. 
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Bild aus dem Jahr 2020, das es 2021 nicht geben wird: freizügig tanzende Männer beim Weiberfasching der Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla in der Schlossberghalle. 

Starnberger Perchalla und Pöckinger Faschingsclub

Wenigstens irgendwo auftreten: Faschingsvereine hoffen noch, Garden trainieren vor dem Laptop

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Ob und wie die Faschingssaison im Landkreis zelebriert wird, ist an diesem 11.11. unklar. Während die Tanzgarden vor dem Laptop üben, trifft sich der Perchalla-Präsident demnächst mit Bürgermeister und Landrat. Die Hoffnung auf Darbietungen vor Publikum haben die Faschingsvereine noch nicht ganz aufgegeben.

Landkreis – Den „Rückblick-Freitag“ hat die Starnberger Faschingsgesellschaft nun auf ihrer Facebook-Seite eingeführt. In Tagen, in denen sich die Tanzgarden nicht zum Training treffen dürfen, erinnert der Verein an unbeschwertere Zeiten – an die gelb-goldenen Kostüme der Saison 2009/2010, an die „One Million Dollar Girls-Show“ in der darauf oder an den Auftritt mit Masken und Kapuzen im Jahr 2012. Bunte Bilder wolle man auch am heutigen 11. November, dem offiziellen Faschingsbeginn, im Netz zeigen, sagt Perchalla-Präsident Andreas Denk. Viel mehr ist ja nicht drin. Für den Teil-Lockdown haben Denk und Stephanie Lörke, Präsidentin des Pöckinger Faschingsclubs (PFC), Verständnis. Einen eventuellen Corona-Fall in der Garde wollen sie unbedingt vermeiden. Die beiden versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, sorgen sich aber auch ernsthaft um ihre Vereine.

„Wir haben die Hoffnung noch nicht komplett aufgegeben“, sagt Denk und meint Darbietungen vor Publikum zur Faschingshochzeit Mitte Februar. Am kommenden Montag treffe sich der Perchalla-Präsident mit Landrat Stefan Frey und Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik. Es gehe darum, „abzuwägen, was möglich sein könnte. Irgendwas müssen wir uns einfallen lassen, eine Komplett-Absage liegt mir gerade noch fern – aber ich bin froh, das nicht alleine entscheiden zu müssen“, sagt Denk.

Die symbolische Schlüsselübergabe im Februar nach dem Sturm des Pöckinger Faschingsclubs auf die Bundeswehr-Kaserne. Mit dabei waren unter anderem der damalige Landrat Karl Roth, Bürgermeister Rainer Schnitzler (v.l.), Wladimir Putin und Donald Trump.

Die steigenden und sinkenden Zahlen in der Corona-Pandemie, der mal für früher, mal für später angekündigte Impfstoff, die allgemeine Ungewissheit: All das hemmt Planungen in diesen Zeiten. Menschenaufläufe drinnen, etwa Bälle in der Schlossberghalle, schließt Denk schon jetzt aus. Genau wie seine Kollegin Stephanie Lörke aus Pöcking. „Veranstaltungen, wie wir sie gekannt haben, sehe ich nicht.“ Da wäre zum Beispiel die Inthronisierung der PFC-Prinzenpaare, die traditionell am Samstag nach dem 11. November stattfindet. Die Regenten werden normalerweise im DLRG-Boot zur Fischerei Gebhardt kutschiert, wo es einen feierlichen Empfang gibt. Heuer nicht.

Lörke hofft, dass die Aktiven zumindest bald wieder gemeinsam tanzen dürfen. Im Sommer, als das Training erlaubt war, seien die Choreografien gefilmt worden. „So kann jeder daheim seine Schritte üben“, sagt die PFC-Präsidentin. Die Perchalla gehen einen Schritt weiter: Sie trainieren laut Denk per Web-Cam. „Die Trainerin ist schon dahinter, dass die Garde in Bewegung bleibt“, sagt er. Es gehe aber nicht nur darum, „die Aktiven bei der Stange und bei Laune, sondern auch darum, den Verein am Leben zu halten“.

Obwohl sie und ihre Vereinskollegen für den Fasching brennen, betont Lörke: „Man muss das richtig einordnen. Es ist nur ein Hobby. Andere haben ganz andere Sorgen.“ Eine gute Nachricht darf Perchalla-Chef Denk vermelden. „Wir hätten Prinzenpaare gehabt, die uns, so Gott will, in der nächsten Saison zur Verfügung stehen werden.“

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