Trotz Pandemie mehr Einsätze: Die Feuerwehr Söcking rückte 122-mal aus, auch zu Unfällen wie Ende September an der Strecke zum Maxhof.
+
Trotz Pandemie mehr Einsätze: Die Feuerwehr Söcking rückte 122-mal aus, auch zu Unfällen wie Ende September an der Strecke zum Maxhof.

Freiwillige Feuerwehr Söcking

Fast kein Vereinsleben, mehr Einsätze

Das Vereinsleben leidet, die Einsatzbereitschaft keineswegs: Die Freiwillige Feuerwehr Söcking hat ihre Jahresberichte für 2020 vorgelegt. Die Einsatzzahl blieb nahezu unverändert, auch die der häufig vermeidbaren wegen Brandmeldeanlagen.

Söcking – Die Freiwillige Feuerwehr Söcking hat in diesem Jahr notgedrungen auf ihre Jahreshauptversammlung verzichtet, dafür aber einen schriftlichen Bericht vorgelegt. Der allerdings ist wegen der Corona-Pandemie kurz: „Vereinsaktivitäten wie unser Schafkopfturnier, die Dorfmeisterschaft bei den Stockschützen und unser Südtiroler Abend konnten nicht stattfinden“, erklärt Vorsitzender Fritz Obermeier. Zu berichten gibt es fast nur Vorgänge aus der Zeit vor der Pandemie oder aus den Wochen ohne Lockdown - das Gaudi-Turnier Mitte Februar, einige Geburtstage und eine Hochzeit im Sommer. „Aber wir hoffen alle auf eine Zeit nach Corona, in der wir alles nachholen können.“ Das Virus hat auf die Einsatzlage vergleichsweise geringen Einfluss.

Praktisch jeden dritten Tag mussten die 40 Aktiven der Wehr ausrücken, wie aus dem Bericht von Kommandant Hans Obermeier hervorgeht. 122 Einsätze waren es 2020, neun mehr als im Vorjahr. Darunter waren 21 Brandeinsätze (unter anderem auch ausgedehnte Schuppenbrände), drei Wohnungsöffnungen, drei Tierrettungen, sieben Verkehrsunfälle (auch schwere wie auf der Straße über die Maisinger Schlucht), vier Ölspuren, elfmal waren Keller oder Straßen überflutet, achtmal ging es um einen Gasaustritt und 17-mal um Sturmschäden. Auffällig sind die 45 Alarmierungen (+4) wegen Brandmeldeanlagen (BMA), wobei die Söckinger häufig mit der Feuerwehr Starnberg ausrücken, teilweise bis in die Starnberger Innenstadt und bis zum Fehlalarm-Hotspot Seebad. Die Masse der BMA-Alarmierungen entfällt auf Starnberg: „Wir haben gar nicht so viele“, sagt Kommandant Obermeier. Ärgerlich seien die vermeidbaren wie im Seebad, aber nicht selten könne die Anlage nichts dafür, weil Staub und Wasserdampf von den Rauchmeldern für Rauch gehalten wird. Und manchmal, wie jüngst in der Fünf-Seenschule, raucht es tatsächlich. „Die Anlagen sind nicht umsonst“, betont Obermeier.

Personell ist die Söckinger Wehr gut aufgestellt, und die Erschwernisse durch die Corona-Pandemie wirken sich bisher nicht negativ auf die Motivation aus, auch wenn es nur wenige Übungen in kleiner Runde gab und praktisch keine Ausbildung von Nachwuchs. „Wir schlagen uns so durch, aber ewig kann das so nicht weitergehen“, findet der Kommandant. Ab Sommer sollten Ausbildungen möglich sein, hofft er.

Ehrungen hatte die Wehr vorgesehen, wird diese bei sich bietender Gelegenheit nachholen. Vanessa Obermeier und Patrick Roscher sind seit zehn Jahren aktiv, Hans Obermeier und Peter Rami seit 40 Jahren. Das Verdienstkreuz erhält Daniel Pascher für 25 Jahre. Bei den passiven Mitgliedern, von denen es derzeit 16 gibt, werden dann Josef Fischer und Andreas Moser für 50 Jahre Treue zum Verein ausgezeichnet. Julian Haunschild und Dorothee Hauptmann werden noch offiziell zu Feuerwehrleuten befördert, Vincent Arevalo und Kilian Kellner als neue Jugendliche und Ewelina Czerniawska als neue Aktive begrüßt.

Auch wenn das Vereinsleben pandemie-bedingt brach liegt, auf die Unterstützer kann sich die Feuerwehr verlassen. „Ein besonderer Dank geht auch an unsere Förderer für ihre großzügige Unterstützung“, betont Fritz Obermeier in seinem Bericht, der an alle Mitglieder verschickt wurde.

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare