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In Starnberg drohen vorerst keine Fahrverbote für Dieselfahrzeuge.

Feinstaub

Starnbergs Luft ist zu sauber

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Laut Regierung von Oberbayern besteht in Starnberg keine Chance auf Einführung einer Umweltzone.

Starnberg – Ein Gespenst geht um in Deutschland. Das Gespenst der Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Stuttgart will den Anfang machen, andere Städte folgen. Doch was ist eigentlich mit Starnberg? Tag für Tag rollt eine endlose Blechlawine durch die Stadt, darunter natürlich zahllose Dieselfahrzeuge.

Von einer Umweltzone, wie sie München hat, ist dennoch keine Spur zu finden in Starnberg. Warum eigentlich nicht? „An der Größe der Stadt Starnberg liegt es nicht“, sagt eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern. Denn eine vorgeschriebene Einwohnerzahl gebe es nicht, um eine Umweltzone einzuführen. Dennoch stellt sie klar: „Starnberg wird keine Umweltzone bekommen.“ Warum? „Ich habe mich noch einmal bei den Experten aus den Fachbehörden schlau gemacht. Demnach ist die Belastung einzelner Straßen in Starnberg schon extrem hoch. Aber für die Genehmigung der Ausweisung einer Umweltzone ist es nötig, dass sich die Luftqualität großflächig verschlechtert.“

Messungen kosten die Stadt insgesamt 180 000 Euro

Mit anderen Worten: Das Problem mit Abgasen und Feinstaub ist zwar entlang der Hauptstraße wirklich drückend, nach Ansicht der Regierung von Oberbayern kann man aber schon zwei Querstraßen weiter befreit durchatmen.

Die Stadtverwaltung und der Stadtrat wollen sich dennoch nicht einfach mit der Situation abfinden, wie sie jetzt ist. Gerade wurde der Auftrag an eine Firma erteilt, die die Schadstoffbelastung entlang der besonders stark befahrenen Straßen messen und dokumentieren soll, berichtet Bürgermeisterin Eva John.

Insgesamt 180 000 Euro lässt sich die Stadt die Messungen in den kommenden beiden Jahren kosten. Die entsprechenden Messstationen sollen Anfang Juli aufgestellt werden. Zwei Standorte sind vorgesehen. Direkt an der Nachhilfeeinrichtung an der Hauptstraße und an der Einmündung der von-der-Tann-Straße in die Hanfelder Straße. Gemessen werden soll neben dem Stickstoffgehalt der Luft auch die Feinstaubbelastung, die besonders auf die Dieselfahrzeuge zurückgeht.

Messungen folgen:  „Jetzt sind die Schadstoffe an der Reihe“

Doch wenn es keine Umweltzone und damit auch keine Diesel-Fahrverbote in Starnberg geben wird: Warum dann das Ganze? „Wir brauchen die Daten, um eine Verkehrsbegrenzung durchsetzen zu können, wenn die Westumfahrung fertig ist“, sagte John gestern weiter.

So könnten beispielsweise Lastwagen, die von Weilheim kommend nach Gilching und zur A 96 wollen, gezwungen werden, vom Maxhof-Kreisel aus gleich die Westumfahrung zu nehmen. Dadurch würden sie nicht mehr durch die gesamten Starnberger Innenstadt und die Hanfelder Straße rollen. „Die Lärmbelastung haben wir bereits gemessen, jetzt sind die Schadstoffe an der Reihe“, so Starnbergs Bürgermeisterin. 

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