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Oldtimer-Tour: In hohen Schuhen durch Europa – „Feuer der Freundschaft“ in Starnberg entfacht

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Von: Sandra Sedlmaier

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Blumen für die Dame, eine Erinnerungstafel für den Gastgeber und eine Reparatur der Lichtmaschine des Fahrzeugs: Jesusleny Gomes, BLS-Stadtrat Michael Mignoli und der 69 Jahre alte Fiat Zagato am Dienstagabend in Starnberg.
Blumen für die Dame, eine Erinnerungstafel für den Gastgeber und eine Reparatur der Lichtmaschine des Fahrzeugs: Jesusleny Gomes, BLS-Stadtrat Michael Mignoli und der 69 Jahre alte Fiat Zagato am Dienstagabend in Starnberg. © Andrea Jaksch

Mit einer wichtigen Corona-Botschaft absolviert die Italienerin Jesusleny Gomes ihre Oldtimer-Tour „Feuer der Freundschaft“. In Starnberg erfährt sie besondere Hilfe.

Starnberg – Ein bisschen Hoffnung und positives Denken hilft immens in dieser tristen Pandemie. Aus diesem Grund hat der Automobil-Club Venedig (ACI) die Veroneserin Jesusleny Gomes losgeschickt, damit sie genau diese Botschaft während einer Oldtimer-Tour in von Corona gebeutelten touristischen Orten in Italien, Österreich und Deutschland vermittelt.

Auf ihrer viertägigen Tour von Venedig über Wien, Salzburg, Würzburg, Augsburg Innsbruck und weitere Städte bis Verona war am Dienstagabend auch Starnberg ein Haltepunkt. Und der war bestens gewählt: BLS-Stadtrat Michael Mignoli begrüßte das Oldtimer-Team und konnte auch gleich helfen.

Jesusleny Gomes bleibt kurz vor Starnberg mit ihrem Oldtimer liegen

Denn fünf Kilometer vor Starnberg, von Augsburg kommend, war Jesusleny Gomes’ Fiat Zagato liegengeblieben. In Mignolis Kfz-Werkstatt wurde die Lichtmaschine so weit überholt, dass das vierköpfige Team am Folgetag weiterfahren konnte. Ziel ist am heutigen Donnerstag die Eröffnung der „Motor Bike Expo“ in Verona.

„Das ,Feuer der Freundschaft‘ ist in Starnberg durch den Einsatz von Michael Mignoli sehr konkret geworden“, sagte Jesusleny Gomes am Mittwochvormittag auf dem Weg nach Innsbruck, als der Starnberger Merkur sie am Telefon erreichte. „Dank ihm konnten wir nach München zum ADAC fahren, wo die Gelben Engel den Fiat repariert haben.“ Nur deshalb könne das Team sein Rennen abschließen, sagte sie dankbar.

Die Verbindung zwischen Verona, Starnberg und München

Ursprünglich hatten die Italiener mit Mignoli zum See fahren wollen, um ein paar schöne Bilder zu bekommen. Neben Gomes und dem Mechaniker Pino sind zwei Kameraleute dabei, die über die Reise und die Städte einen Film machen. Das hat nun wegen der Panne nicht geklappt. „Im Februar wollen wir wiederkommen“, kündigte Gomes an. „Was Michael über den See gesagt hat, über die Prinzessin Sisi und die Geschichte, war toll.“

Mit Fotos und Collagen wie dieser berichtet Jesusleny Gomes in den Sozialen Medien über ihre Tour.
Mit Fotos und Collagen wie dieser berichtet Jesusleny Gomes in den Sozialen Medien über ihre Tour. © Privat

Dabei kennt die Mutter von drei Kindern den See aus nächster Nähe. Vergangenes Jahr hatte sie zur Feier der Städtepartnerschaft zwischen Verona und München den Weg von der Etsch an die Isar zu Fuß zurückgelegt und war beeindruckt.

Diesmal ist sie auf vier Rädern unterwegs, allerdings auf vier besonderen. Der weinrote Fiat Zagato aus dem Jahr 1953 gehört einer Oldtimer-begeisterten italienischen Familie, die ihn eigens für das „Feuer der Freundschaft“ zur Verfügung stellte und Mechaniker Pino mitschickte. Laut Mignoli ist der Wagen 300 000 Euro wert. Für ihn war der Besuch etwas Besonderes. „Einen Zagato habe ich zum ersten Mal gesehen.“

BLS-Stadtrat Mignoli erlebt lustigen Abend mit Oldtimer-Crew aus Italien

Überhaupt hatte er Spaß, er begleitete die Gruppe abends zum Essen und half dabei, eine Übernachtung zu organisieren. „Es war etwas chaotisch“, berichtete er. „Die Reise ist ja erst im Dezember in kürzester Zeit organisiert worden.“ Jesusleny Gomes ergänzte: „So schnell, wie Corona in unser Leben getreten ist.“ Ihr Team teste sich jeden Morgen und jeden Abend.

In dem Oldtimer zu reisen, ist laut Gomes sehr bequem. Beim ersten Mal habe sie sich mit großem Respekt hineingesetzt, erzählte die Unternehmerin. „Ich hatte das Gefühl, die Familie vertraut mir eines ihrer Kinder an“, sagte sie.

Jesusleny Gomes: Mit hohen Schuhen am Steuer des Fiat Zagato

Doch sie wurde gleich vertraut mit dem Wagen, fährt ihn – wie sie es sonst auch macht – mit ihren hohen Schuhen und ohne Handschuhe. Insgesamt 2600 Kilometer weit. Für sie ist es eine Ehre, als Frau vom ACI gefragt worden zu sein. Denn vor allem die Frauen litten unter der Pandemie.

„Ich freue mich, dass ich ein positives Symbol in diese Städte tragen durfte.“ Und dass sich vielleicht aus der Starnberger Begegnung ein echter freundschaftlicher Kontakt entwickeln könnte.
edl

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