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Kreisbrandrat Markus Reichart in der Kreiseinsatzzentrale im Keller des Landratsamtes in Starnberg.

Feuerwehr

Das Nervenzentrum des Katastrophenschutzes im Landkreis

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Im Keller des Landratsamtes befindet sich das Kreiseinsatzzentrum, von dem aus in der vergangenen Woche auch die Unwettereinsätze im Landkreis Starnberg koordiniert wurden. Der Starnberger Merkur hat sich dort umgeschaut.

Landkreis – Die Nacht zum Mittwoch wird so schnell niemand vergessen im Landkreis. Die Nacht, in der ein Sturmtief über die Region fegte, Keller und Straßen überflutete, Bäume abknickte wie Streichhölzer.

Über 160 Mal mussten die Feuerwehren in dieser Nacht ausrücken. Allein die Koordination der Einsätze ist eine Mammutaufgabe. Doch wie genau läuft so etwas ab? Im Normalfall gibt es die integrierte Leitstelle, die alle Einsätze koordiniert. Als am Dienstagnachmittag die Unwetterwarnungen allerdings immer lauter wurden, entschloss sich Kreisbrandrat Markus Reichart, die Kreiseinsatzzentrale vorsorglich zu besetzen.

Diese Kreiseinsatzzentrale befindet sich im Keller des Landratsamtes. Drei schmucklose Räume – ein großer und zwei kleinere –, vollgestopft mit Rechnern, Faxgeräten, großen detaillierten Karten an den Wänden, bilden im Katastrophenfall das Nervenzentrum des Landkreises. „Hier sitzen dann der Landrat, die Juristen, alle, die man braucht, um alles am Laufen zu halten – die sogenannte Führungsgruppe Katastrophenschutz“, sagt Reichart und marschiert in einen der kleineren Nebenräume. Der ist die Heimat der „Kommunikationsgruppe Führung“. Dort saßen Reichart und seine Kollegen Dienstagnacht bis 3.15 Uhr und brachten Ordnung ins Chaos. Die beiden Faxgeräte spuckten ununterbrochen neue Einsätze aus. An allen Ecken und Enden wurden die Feuerwehren gebraucht.

Doch die Kameraden können nicht überall gleichzeitig sein. „Wir haben ein neues System erstmals angewendet“, berichtet Reichart. Neben der normalen Feuerwehrfrequenz wurden zwei weitere Funkgruppen gegründet – eine für den Osten, eine für den Westen des Landkreises. Jeder Ort wurde einer dieser Gruppen zugeordnet, der gesamte Funkverkehr während der Unwettereinsätze in der jeweiligen Region über diese Gruppen abgewickelt.

Denn auch wenn die Notrufe nicht abreißen: „Wir können nicht sämtliche Wehren rausschicken, sondern müssen immer noch eine in Bereitschaft halten“, sagt Reichart. Wenn zum Beispiel wie am Dienstagabend zu allem Überfluss auch noch die Brandmeldeanlage in der Turnhalle in Hechendorf Alarm schlägt.

So blieben die Kameraden in Höhenrain im Depot und auf dem normalen Funkkanal, weil sie am nächsten an der Autobahn waren und die Starnberger zwischenzeitlich einen Einsatz nach dem anderen abarbeiteten. „Am Ende haben wir alles geschafft, und das neue System hat sie bewährt“, sagt Reichart zufrieden. Zwar konnte der „besonders dringende“ Notruf eines Gastronomen, dessen Gäste nicht schnell genug nach Hause kamen, nicht umgehend erledigt werden. Aber am Ende wurde jedem geholfen, der Hilfe benötigt hat. set

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