Feuerwehrler auf Feuerwehrfahrzeug
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Unter der Leitung von Ausbilder Giancarlo Bruno absolvierten Thomas Färber, Dennis Rubinstein, Louis Ponteles, Josef Fichtl und Sven Wiedon (v.l.) den Lehrgang für Drehleitermaschinisten.

Feuerwehr Starnberg

Lehrgang für die Champions League

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Fünf Männer der Freiwilligen Feuerwehr Starnberg haben in den vergangenen Tagen erfolgreich einen Lehrgang für Drehleitermaschinisten absolviert. Was sich für Laien nach Standard anhört, war in der Form die Ausnahme.

Starnberg – Thomas Färber redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Das ist die Champions League, die man als Maschinist erreichen kann“, sagt der 33 Jahre alte Feuerwehrmann über die Ausbildung zum Drehleitermaschinisten. Wer diesen Lehrgang erfolgreich absolviert hat, darf Feuerwehr-Drehleitern fahren und bedienen – eine der vielen anspruchs- und verantwortungsvollen Aufgaben, die es bei der Feuerwehr gibt.

In den vergangenen Tagen haben gleich fünf Starnberger Kameraden den entsprechenden Lehrgang absolviert – und das auch noch quasi daheim in der Kreisstadt. Mehr als ein Jahr lang hatte Kommandant Markus Grasl darauf hingearbeitet, dass ein Ausbilder der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried nach Starnberg kommt. „Die Plätze in diesen Lehrgängen sind heiß umkämpft“, sagt Grasl. Gefühlt könne nur alle drei bis vier Jahre ein Aktiver aus Starnberg dabei sein.

Vier Tage lang absolvierten nun Sven Wiedon, Josef Fichtl, Louis Ponteles, Dennis Rubinstein und Thomas Färber selbst den Kurs. Dieser beginnt mit dem Grundwissen, auf dem dann die praktischen Übungen aufbauen: zum Beispiel das richtige Aufstellen und Abstützen des Fahrzeuges sowie Funktion und Einsatzweise der Anbauten am Korb wie Wasserwerfer, Farbzoomkamera oder Elektro-Lüfter. Auch das Heben von schweren Gegenständen im Kranbetrieb ist Teil der Ausbildung, ebenso das Manövrieren in engen Bereichen.

36 Einheiten à 45 Minuten habe jeder Teilnehmer absolviert, rechnet Färber vor – und das weit im Stadtgebiet verteilt. Der große Vorteil des Standortlehrgangs: Die Starnberger Kameraden konnten auch an schwierigen Stellen in der Nachbarschaft den Umgang mit dem rund 900 000 Euro teuren Fahrzeug trainieren, zum Beispiel am Finanzamt am Schlossberg mit seinen begrenzten Flächen. Auch die St.-Josefs-Kirche eignete sich bestens, um die 30 Meter lange Drehleiter auszufahren und am Objekt zu üben. Weitere Stationen während des Lehrgangs waren an der Petersbrunner Straße, an der Seepromenade und natürlich am Betriebshof. Dort bewahrt die Stadt unter anderem ausgediente Schrottautos auf, die für alle möglichen Feuerwehrübungen genutzt werden können.

Mit den fünf Absolventen verfügt die Starnberger Feuerwehr nun über insgesamt 17 Drehleitermaschinisten. Aufgrund der natürlichen Fluktuation zum Beispiel durch Wegzüge sei es wichtig, genügend Personal zu haben, sagt Grasl. „Wir müssen immer schauen, dass das Gerät adäquat besetzt ist.“

Dass Übung und Ernstfall zusammentreffen können, erlebten die Lehrgangsteilnehmer im Übrigen auch. Am Donnerstag wurde die Übung abrupt von einer automatischen Feuermeldung aus einem Pflegeheim unterbrochen.

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