Ab Mitte 2022 üben die Feuerwehren aus der Region in der Tunnelbrand-Übungsanlage der Schweizer ifa und lernen, was ein Feuer in der Röhre für die Retter bedeutet. 
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Ab Mitte 2022 üben die Feuerwehren aus der Region in der Tunnelbrand-Übungsanlage der Schweizer ifa und lernen, was ein Feuer in der Röhre für die Retter bedeutet. 

„Das ist eine andere Hausnummer“

Feuerwehr Starnberg übt für Tiefgaragen-Brände - und bald auch für Tunnel-Brände

Die Feuerwehr hat begonnen, sich konkret auf Einsätze im B 2-Tunnel vorzubereiten und dafür Lehrgänge zu besuchen. Die Aktiven bekamen einen Vorgeschmack dessen, was auf sie zukommen kann.

Starnberg – Wann der B 2-Tunnel in Starnberg am Ende wirklich für den Verkehr freigegeben wird, ist derzeit offen – der ursprüngliche Termin 2026 wird es nicht sein. Der Betrieb der Röhre bringt für Rettungsorganisationen und Feuerwehren große Herausforderungen mit sich. Während in einem eigenen Arbeitskreis des Staatlichen Bauamts Weilheim alle Sicherheitsfragen besprochen werden, hat die Starnberger Feuerwehr mit ersten Ausbildungslehrgängen für die Einsatzkräfte begonnen.

Kommandant Markus Grasl kann und will nicht warten, bis die Freigabe vor der Tür steht. Deswegen waren er und ein Dutzend Aktive der Wehr dieser Tage auf einem ersten Lehrgang an der International Fire Academy (ifa) in der Schweiz, in dem es – gewissermaßen als Vorstufe – um Brände in Tiefgaragen ging. Tiefgaragenbrände können schon heute in Starnberg ausbrechen, es gab bisher zum Glück nur kleinere Fälle. Die Belastung dabei ist der bei einem Einsatz im Tunnel nicht unähnlich, weswegen Grasl seine Atemschutzträger langsam an diese Höchstbelastung heranführen will. Die ifa hat dafür Trainingsanlagen.

Vorbereitungsstart auf schwere Einsätze, die hoffentlich nie passieren: Ein Dutzend Starnberger Feuerwehrleute besuchte dieser Tage einen Lehrgang in der Schweiz, den ersten einer Reihe von Vorbereitungen auf den B 2-Tunnel. Diesmal ging es um Tiefgaragenbrände.

„Wir haben gesehen, welche Belastung schon ein Tiefgaragenbrand ist“, sagt der Kommandant. Die ifa-Tunnelübungsanlage haben sich die Starnberger nur angesehen, merkten aber schon, was da auf sie zukommt. Bei einem Wohnungsbrand müssen sie mit der kompletten Ausrüstung einige Meter gehen, beim Tunnel werden es bis zu 150 Meter sein. „Das ist eine andere Hausnummer.“ Ab Mitte kommenden Jahres wollen sich die Aktiven mit diesen Aufgaben befassen und Lehrgänge buchen, was auch für andere Wehren gilt.

Den ersten Lehrgang besuchten die Starnberger zusammen mit Kameraden aus dem hessischen Bad Homburg, das „wie Starnberg ohne See“ sei, sagt Grasl. Dort wird ein U-Bahn-Tunnel von Frankfurt aus gebaut, die Anforderungen sind ähnlich. Den Kontakt zwischen Starnberg und Bad Homburg hatte die ifa hergestellt, denn beide Wehren zusammen füllen rein deutschsprachige Kurse. Bad Homburg ist mehr als doppelt so groß wie Starnberg und bei der Organisation der Feuerwehr auch etwas weiter – dort gibt es schon Bereitschaftsdienste, wie Grasl sie in Starnberg für unumgänglich hält, und hauptamtliche Feuerwehrleute. Er befasst sich genau mit den Strukturen, denn „das ist eine Blaupause für Starnberg“.

Während ein Teil der Aktiven in der Schweiz war, hatte die Starnberger Feuerwehr in der Heimat eine solche Wachbereitschaft eingerichtet – einige Feuerwehrleute besetzten das ganze Wochenende über das Gerätehaus und konnten bei einem Einsatz sofort ausrücken. Das sei, sagt Markus Grasl, „ein Testlauf für künftige Entwicklungen“ gewesen. Die Ausrückezeiten waren extrem kurz, allerdings zeigte sich auch: Das Gerätehaus an der Ferdinand-Maria-Straße ist für solche Wachbereitschaften nicht geeignet, auch, weil es kaum Sozialräume gibt, es beengt ist und einiges mehr. Die Aktiven schliefen auf Feldbetten, zum Teil nicht besonders gut. Grasl will für die Wachbereitschaften auch die Bootshütte am See, um die Attraktivität zu steigern; für einen langen Dienst im Gerätehaus Freiwillige zu finden, hat sich als nicht einfach erwiesen.

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