Feuerwehren

Ein Plan muss her

Die neuen Kommandanten der Feuerwehr Starnberg drängen auf einen Feuerwehrbedarfsplan, um künftigen Aufgaben gewachsen zu sein. Intern strukturieren sie die Wehr um, was Folgen für Ortswehren hat.

Starnberg– Die neuen Kommandanten der Starnberger Feuerwehr und der zuständige Stadtratsreferent Franz Heidinger (BLS) drängen auf einen Feuerwehrbedarfsplan für die Stadt. Heidinger hat einen entsprechenden Antrag gestellt und hofft auf baldige Beratung. Kommdandant Markus Grasl und sein Vize Maximilian Maenner erwarten sich von dem Plan klare Aussagen, was die Stadt in Sachen Brandschutz auch hinsichtliche B 2-Tunnel oder Gewerbegebiet Schorn zu tun hätte. Denn: Die Feuerwehr könne jeden Einsatz leisten, doch ist die Personaldecke dünn – im Moment sogar so dünn, dass bei einem Alarm unter Umständen Ortswehren gleich mit alarmiert werden.

Grasl will verstärkt auf Behörden zugehen

Grasl will eine konkrete Bestandsaufnahme, eine Risikoabschätzung und dergleichen mehr, was fundiert nur ein von Gutachtern erstellter Bedarfsplan erbringen kann. Denn: Gefühlt könne die Wehr die gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten zwischen Notruf und Eintreffen nicht immer einhalten. Gründe dafür sind die insbesondere tagsüber dünne Personaldecke, aber auch der dichte Verkehr in Starnberg. Zum bestimmten Zeiten können Aktive vom Waldspielplatz das Gerätehaus in dieser Zeit nicht mal erreichen. 

Die Rechtslage lasse aber keine Spielräume bei Fristen und Stärke am Einsatzort. Deswegen will Grasl verstärkt auf Behörden zugehen, um dort Mitarbeiter für die Wehr zu gewinnen, und dafür auch spezielle Ausbildungsangebote tagsüber schaffen. Die Möglichkeiten seien „nicht ausgereizt“, sagt Grasl. Bei Firmen sieht er die Sache diffiziler. Zwar sei die Freistellung für Lehrgänge und Einsätze geregelt, „doch ich habe Zweifel, ob da jeder Arbeitgeber mitmacht“. Wenn auf der ehrenamtlichen Seite alles getan worden sei und es trotzdem nicht reicht, sei die Stadt am Zug.

Grasl: „Wir sind absolut unpolitisch“

Die Zahl der Aktiven hat der neue Kommandant aufgeteilt – unter anderem in jene, die vor Ort seien und jene, die längere Anfahrtswege haben. Ergebnis: Zu einer gesetzlichen Stärke fehlten mehr als 70 Aktive. Vor allem bei Atemschutzträgern mangele es an Personal, weswegen die Leitstelle im Bedarfsfall sofort Ortswegen hinzu alarmiert. Die haben Grasl zufolge aber ganz ähnliche Probleme.

Der Bedarfsplan, dessen Erstellung etwa zwei Jahre dauern würde, würde all das untersuchen und danach Notwendigkeiten ergeben. Beispielsweise, dass die Stadt mehr Hauptamtliche einstellen muss. Das sei aber alles Sache des Stadtrates. „Wir sind absolut unpolitisch“, betont Markus Grasl. Heidinger weiß wohl, dass so ein Plan „richtig Geld“ kostet, aber eigentlich schon lange nötig sei. Im Falle des Wangener Feuerwehrhauses beispielsweise, sagte Heidinger, würde er abwarten, bis der Plan vorliegt – er könne zeigen, was in Wangen erforderlich wäre. „Vielen Stadträten ist nicht klar, was in nächster Zeit zu leisten ist“, sagt er.

Ein Fragebogen für alle Aktiven

Grasl und Maenner sind mit der Stadtverwaltung und Stadträten im Gespräch über Erfordernisse und Möglichkeiten. Bei den Großprojekten hat die Stadt das Sagen, die Kommandanten kennen die Planungen noch nicht im Detail. Aber sie machen sich Gedanken, etwa zu einem neuen Gerätehaus. „Wir kommen an gewisse Grenzen“, sagt Grasl, Schäden gebe es auch. Dabei stelle sich die Standortfrage, wobei Grasl vermutet, dass fast nur das Gewerbegebiet in Frage käme. Die Ideen der beiden gehen noch weiter, so denken sie auch an Feuerwehr-Unterricht an Schulen. Das praktizierten andere Wehren bereits mit Erfolg.

Auch intern legen die neuen Kommdanten ein flottes Tempo vor. So wollen die Aufgaben mehr verteilen und einen dritten Kommandanten. Dem muss die Stadt zustimmen; vorerst übernimmt Andreas Kraus diese Aufgabe kommissarisch. Die Arbeit soll pyramidenartig verteilt werden, denn „wir können die nicht Bedürfnisse von 60 Leuten kennen“. Alle Aktiven haben einen Fragebogen bekommen, dessen Antworten dabei helfen sollen. Im Moment ergebe dies eine weit größere Personenzahl in der Führungsebene, räumt Grasl ein, doch sei die Struktur auf die von ihm ermittelte Soll-Zahl ausgelegt. Das sind 114 Aktive statt derzeit 43.

Rubriklistenbild: © Stefan A. Schuhbauer - v. Jena

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