Verdacht auf Paketbombe - mehrere Verletzte bei Explosion in Fußgängerzone von Lyon

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Mit dieser mobilen Anlage lässt sich Quecksilber stabilisieren. Andere VacuDry-Anlagen eignen sich außerdem zur Behandlung von kontaminierten Böden und Ölschlamm.

Starnberger Unternehmen Econ Industries

Firma beseitigt schädliche Industrieabfälle - und fühlt sich von Bayerns Behörden ausgebremst

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Mit ihren VacuDry-Anlagen können Reinhard Schmidt und Stephanie Gundlage vom Starnberger Unternehmen Econ Industries schädliche Industrieabfälle umweltfreundlich beseitigen. Ihre Technik hat sich weltweit bewährt, aber die Behörden in Bayern reagieren eher verhalten.

Starnberg – Sie gewinnen mit einem international anerkannten Abfallverwertungsverfahren Ressourcen aus gefährlichen Industrieabfällen, doch in Bayern dürfen Reinhard Schmidt und Stephanie Gundlage, Leiter des Starnberger Unternehmens Econ Industries, ihre Technologie bisher nicht einsetzen.

Die sogenannten VacuDry-Anlagen des Unternehmens wandeln industrielle Schadstoffe in einem Vakuum annähernd emissionsfrei und ohne Einsatz chemischer Hilfsmittel in verdampfbare Flüssigkeiten um. Außerdem wird der Industrieabfall in Schadstoffe und Wertstoffe getrennt – während die Schadstoffe verdampfen, können die Wertstoffe recycelt werden. Diese Technologie ist bereits weltweit im Einsatz – unter anderem in Australien, Aserbaidschan und Frankreich. 2018 zeichnete das Wirtschaftsministerium Schmidt und Gundlage dafür smit dem bayerischen Exportpreis in der Kategorie Dienstleistung aus. Im Freistaat bleiben Anfragen von Econ Industries, sich um die Wiederverwertung bestimmter Abfälle zu kümmern, vom Landesamt für Umwelt und dem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (LfU) bisher aber unbeantwortet.

Die Begründung der staatlichen Stellen kann die Firma nicht nachvollziehen

Die Begründung der staatlichen Stellen kann Schmidt nicht nachvollziehen: Man sehe zwar einen Beitrag, den die Technologie zur Behandlung von Abfällen leisten kann, eine allgemeingültige Bestätigung des Verwertungs-charakters will man aber nicht erteilen, sagt er bei einem Gespräch mit dem FDP-Landtagsvorsitzenden Martin Hagen und Britta Hundesrügge vom Kreisverband der FDP. Doch ohne diese Bestätigung darf das Abfallverwertungsverfahren im Freistaat nicht eingesetzt werden.

„Dabei besteht in Bayern durchaus Bedarf“, betonte Schmidt. „Wir haben hier keine einzige thermische Behandlungsanlage für kontaminierten Boden.“ Stattdessen würden derzeit tausende Lkw täglich kontaminierte Abfälle nach Sachsen transportieren, wo die Schadstoffe in Deponien eingelagert würden, erklärte Gundlage.

Umweltfreundlicher als Lkw nach Sachsen zu schicken

Das Trennverfahren von Econ Industries wäre jedoch die umweltfreundlichere Lösung, denn die Schadstoffe verdampfen, die Wertstoffe können wiederverwertet werden und kilometerlange Lkw-Transporte fallen weg. Auch gegenüber Abfallverbrennungsanlagen hätten die VacuDry-Maschinen einen Vorteil, sagt Schmidt: „Sie haben nur etwa 20 Prozent des Energiebedarfs einer Verbrennungsanlage.“

Zumindest in einem Punkt ist das LfU dem Unternehmen mittlerweile entgegengekommen. „Wir dürfen jetzt Versuche durchführen, den PFC-verseuchten Boden in Gendorf zu reinigen“, berichtet Gundlage. Dafür werde Econ Industries aber nicht bezahlt. „Zudem sind andere Abfälle von den Versuchen ausgenommen“, sagt Gundlage. FDP-Fraktionsvorsitzender Hagen machte dem Unternehmerehepaar am Ende seines Besuchs in Starnberg allerdings Hoffnung. Er wolle versuchen, an der Situation auf parlamentarischem Wege etwas zu ändern. „Wir werden Anträge und Anfragen im Landtag stellen“, kündigte Hagen an. „Denn hier wird ein innovativer privatwirtschaftlicher Anbieter ausgebremst.“

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Die leistungsstärkste Luftreinigungsanlage der Welt hat eine Starnberger Firma gebaut – in einem sechsspurigen Tunnel in Hongkong. Seit wenigen Tagen filtert sie Feinstaub und Stickoxide aus dem Central-Wan Chai Bypass. Das Unternehmen hatte sich auch über den Starnberger B 2-Tunnel erkundigt.

Die anhaltende Trockenheit birgt die Gefahr von Waldbränden. Auch der Landkreis Starnberg wird deshalb aus der Luft beobachtet.

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