+
Programmierer und ihre Spielfläche: Jönne Junghans (13, v.l.), Kilian Grünberger (15), Amber Medl (14), Stella Wamlek (14), Johanna Reuter (13), Thomas Fink (15), Max Woisch (13), Max Körner (13) mit Lehrer Bertram Wegner. Die Gruppe hat das Motto Tiere kreativ umgesetzt.

Starnberger Gymnasiasten erfolgreich bei Roboter-Wettbewerb „First Lego League“

Zweieinhalb perfekte Minuten vor 1000 Zuschauern

  • schließen

Starnberger Gymnasiasten lernen in einem Kurs das Programmieren. Bei einem Wettbewerb kam das „Team STAndroid“ bis ins Finale. Die jungen Entwickler warten schon auf das nächste Projekt.

Starnberg – Es muss schnell gehen, die nächsten Schüler strömen schon in den Unterrichtsraum. Jeder Handgriff sitzt, als Lehrer Bertram Wegner mit seinen Schülern den dreiteiligen Holztisch zusammenklappt. Sie kennen das Prozedere. Dem Wahlkurs Robotic am Starnberger Gymnasium bleibt für seine Stunden immer nur die Mittagspause, 45 Minuten, einmal pro Woche. In der kurzen Zeit müssen die Schüler einiges auf die Beine stellen. Ein programmierter Roboter fährt auf dem zweieinhalb Meter langen Spielfeld umher und löst dabei verschiedene Mechanismen aus.

Seit eineinhalb Jahren bietet Physiklehrer Wegner den Kurs an. Ganz am Anfang stand die Theorie vom Programmieren. Nun nahm das „Team STAndroid“ an der First Lego League teil, ein internationaler Wettbewerb. Nach mehreren Vorrunden landeten die Starnberger unter 23 Teams im südbayerischen Regionalwettbewerb im Finale und wurden Zweite. 1000 Zuschauer sahen dabei zu, wie der Starnberger Roboter auf Knopfdruck zweieinhalb Minuten lang Aufgaben löste. „Animal Allies“ war das Motto, die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Mit Lego-Stecksätzen erstellten die Schüler verschiedene Stationen. So gibt es eine Melkstation. Der Roboter fährt hin, die Station dreht sich, weiße Lego-Teile rollen als Milch heraus. Laut Wettkampfregeln dürfen die Teilnehmer den Roboter nicht anfassen, wenn er unterwegs ist. Per Knopfdruck muss der nächste einprogrammierte Ablauf starten. „Das ist in der Zeit gar nicht so einfach“, sagt Schüler Kilian Grünberger. „Manchmal geht dann etwa schief, was 20-mal zuvor gut ging.“ Schließlich ist das Vorhaben technisch: Vier Motoren ermöglichen den Radantrieb, vier Sensoren befähigen das Gefährt, etwa an einer schwarzen Linie stehen zu bleiben.

Damit beim Wettbewerb alles klappt, hatte das „Team STAndroid“ das Tempo angezogen und sich mehrere Male pro Woche getroffen. Max Woisch war bei jedem Treffen dabei. Der 13-Jährige erzählt: „Es ist spannend zu sehen, wie unsere Ideen umgesetzt werden.“ Wie die meisten Schüler aus dem Wahlkurs hat er einen Roboter daheim. „Mit dem löse ich auch Aufgaben, zum Beispiel ein Tablett zu balancieren.“ Auch Thomas Fink programmiert zu Hause. „Ich lasse einen Roboter mit Handy herumfahren. Per Skype sehe ich dann am PC, wohin er fährt.“

Heuer kommt für die Robotic-Schüler schon das nächste Projekt. Im April gibt es ein neues Thema, im August ein neues Spielfeld. „Das letzte Thema fand ich sehr gut“, sagt Stella Wamlek. Sie hat das Projekt beim Wettbewerb mit einem Vortrag präsentiert. Für sie ist der Wahlkurs Robotic das perfekte Angebot. „Mich interessieren Roboter, mit Lego habe ich schon sehr früh angefangen.“ Als nächstes fände sie „das Thema Zukunft sehr gut“. So oder so: Die Arbeit, welche Aufgaben der Roboter in zweieinhalb Minuten lösen soll, geht von Neuem los. Minutiöse Planung sind die Schüler aus ihrer Mittagspause ja gewohnt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Jagdrecht und Natur Hand in Hand
Dr. Bernhard Ernst, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Ammersee, sieht keinen Widerspruch bei der erweiterten Ausübung des Jagdrechts auf dem See. Im Gegenteil, …
Jagdrecht und Natur Hand in Hand
Handtasche mit Papieren weg
Wertsachen nicht im Auto lassen, wenn man baden geht! Eine Frau hat in Percha nicht daran gedacht und wurde Opfer eines Diebes.
Handtasche mit Papieren weg
Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug ist gestorben
Tutzing trauert um seinen Bürgermeister: Rudolf Krug ist in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 60 Jahren gestorben. 
Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug ist gestorben
Kleben für die Demokratie
Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf, und einige negative Randerscheinung auch: Plakatvandalismus, unter dem wohl alle Parteien leiden. Wie sind überhaupt die Regeln fürs …
Kleben für die Demokratie

Kommentare