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Der Starnberger IHK-Vorsitzende Martin Eickelschulte, IHK-Abteilungsleiterin Dr. Tina Emslander und Chefvolkswirt Dr. Robert Obermeier (v.l.) zeigen eine Bayernkarte, die verdeutlichen soll, wie grün der Freistaat ist: Alle Siedlungsfllächen zusammengenommen seien so groß wie Unterfrankten (gelb markiert), was elf Prozent der Gesamtfläche ausmache.

Wirtschaft

Flächenfraß? IHK warnt vor Panik

  • Peter Schiebel
    VonPeter Schiebel
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Das Gewerbe beansprucht weniger als ein Prozent der Flächen im Landkreis Starnberg. IHK-Statthalter Martin Eickelschulte warnt deswegen vor Panikmache und betont: „Unsere Landschaft ist ein Standortvorteil.“

Landkreis – „Betonflut eindämmen“, lautet die plakative Überschrift der bayerischen Grünen über ihr Volksbegehren gegen Flächenfraß im Freistaat. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) im Landkreis hat dazu gestern deutlich Position bezogen. „Unser Landkreis ist grün“, sagte der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses, Martin Eickelschulte, bei einer Pressekonferenz in Oberpfaffenhofen. Zur Untermauerung führten er und IHK-Chefvolkswirt Dr. Robert Obermeier Zahlen des Landesamtes für Statistik an.

Demnach seien 85,6 Prozent der Flächen im Landkreis Freiflächen, also Natur oder landwirtschaftlich genutzt. Gewerbe und Industrie beanspruchten lediglich 0,4 Prozent der Flächen – ein Wert, der seit Jahren konstant sei. „Anstatt weiter Hiobsbotschaften zu verbreiten, ist es an der Zeit, die Kirche im Dorf zu lassen“, sagte Eickelschulte.

Dabei ist der Bedarf an weiteren Gewerbeflächen im Landkreis vorhanden. Für das neue Gewerbegebiet Gilching-Nord etwa gibt es mehr Interessenten als Grundstücke. Künftige Entwicklungen sind unter anderem in Gauting („Drei Inseln“), Feldafing (Konversionsgelände), Pöcking (Schmalzhof) oder Starnberg (Schorn) geplant – in der Regel, um heimischen Unternehmern Wachstum zu ermöglichen. Dabei dürfe es die Politik aber nicht belassen. „Das Bauen auf der grünen Wiese ist selbstverständlich nicht der Königsweg“, sagte Eickelschulte und forderte von den Kommunen, Brachflächen wiederzubeleben und Verdichtungspotenziale zu prüfen. Als Beispiel dafür diente ihm TQ-Systems, das in Gut Delling 600 Arbeitsplätze geschaffen habe. Ein aktives Flächenmanagement, um die bestehenden Flächen effizient zu nutzen, sei von daher auch in kleinen Gemeinden wünschenswert.

Auch in den bestehenden Gewerbegebieten sieht er Optimierungsmöglichkeiten. 5,9 Hektar freie, baureife Flächen habe es im Februar im Landkreis gegeben, sagte Chefvolkswirt Obermeier. Für Eickelschulte ein Indiz, dass bestehende Flächen auch besser genutzt werden können. So sei das Starnberger Gewerbegebiet etwa „renovierungsbedürftig“, sagte er. Lob gab es dagegen für das Gewerbegebiet Gilching-Süd: „Es ist das luftigste und klar strukturierteste, das wir haben.“ Auch die Kraillinger Innovations Meile (KIM), das Gewerbegebiet Rothenfeld (Andechs) und das Interkommunale Gewerbegebiet Inning/Wörthsee gefallen ihm.

Dass die heimischen Unternehmer mit den Flächen verantwortungsbewusst umgehen, steht für ihn außer Frage. Eickelschulte: „Unser Landschaftsbild ist einer unserer großen Standortvorteile.“

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