Ortsentwicklung

Flächenversiegelung: Neue Lösung für Hadorf

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Das Problem mit der Flächenversiegelung versuchen Verwaltung und Stadtrat in Hadorf künftig über die Anzahl der Stellplätze zu lösen.

Hadorf – Für CSU-Stadtrat Gerd Weger, seines Zeichens Ortsteilreferent, ist der Sündenfall in Hadorf schon passiert. Der Neubau des Mehrfamilienhauses mit sechs Wohneinheiten in der Dorfstraße 43 – „es wäre besser gewesen, wenn wir das erst gar nicht genehmigt hätten“, sagt Weger. Denn Hadorf trägt die Bezeichnung „Dorf“ nicht nur im Namen, Hadorf ist ein Dorf im besten Sinn und soll das nach Ansicht von Stadtverwaltung und Stadtrat auch bitteschön bleiben. Ein Sechsparteienhaus mit den dazugehörigen Stellplätzen und Fahrzeugen fügt sich da schwer ein, die beantragten Wohnungen sieben und acht machen es nicht einfacher.

Bloß: Wie lässt sich der dörfliche Charakter in einem Gebiet festlegen, für das es keinen Bebauungsplan gibt? Zunächst wollte es die Stadt damit hinbekommen, dass sie eine maximal zulässige Anzahl an Wohnungen je Wohngebäude vorschreibt. Allerdings hätte dabei auch das bestehende Sechsparteienhaus als Referenzobjekt Berücksichtigung gefunden.

Stadtbaumeister Weinl: Stellplätze sind das Problem

Zweite Idee: Je 130 Quadratmeter Grundstücksfläche ist eine Wohnung zulässig. Dagegen begehrt Ortsteilreferent Weger auf: „Das würde in dem Bereich 60 neue Wohnungen ermöglichen.“ Mit einem Bevölkerungszuwachs von 120 Personen würde Hadorf perspektivisch um ein Drittel wachsen. Außerdem würden unter Umständen Begehrlichkeiten geweckt, die bislang noch gar nicht offen zu Tage getreten seien.

Nun versucht es die Stadt über die Stellplätze. Das Problem in Dörfern seien ja nicht die großen Gebäude an sich, sondern vielmehr die beim Wohnungsbau erforderlichen Stellplätze und die damit einhergehende Flächenversiegelung, sagte Stadtbaumeister Stephan Weinl jüngst in der Sitzung des Bauausschusses. Demnach sind zwischen Dorfstraße, Huberweg und Maurerberg künftig je Einzelhaus maximal vier oberirdische Stellplätze erlaubt, je Doppelhaushälfte zwei.

Am Ende gab es nur eine Gegenstimme

Die gültige Stellplatzsatzung der Stadt schreibt pro Wohnung in der Regel zwei Stellplätze vor, lediglich Wohnungen mit weniger als 60 Quadratmetern kommen mit einem Stellplatz aus. Im Fall Dorfstraße 43 hätte das also maximal vier (kleine) Wohnungen bedeutet.

Ziel ist es unter anderem, „das typisch dörfliche Straßen- und Ortsbild sowie die bestehende Baustruktur mit umgebenden Freiflächen zu sichern“, erklärte Weinl. Prof. Otto Gaßner (UWG) sprach von einem „Experiment“. Am Ende stimmte nur Gerd Weger gegen diesen Versuch.

Rubriklistenbild: © dpa

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