Die hohe Auszeichnung bekam Camilo Dornier (l.) von Landrat Stefan Frey. Starnbergs Vizebürgermeisterin Angelika Kammerl gratulierte.
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Die hohe Auszeichnung bekam Camilo Dornier (l.) von Landrat Stefan Frey. Starnbergs Vizebürgermeisterin Angelika Kammerl gratulierte.

Auszeichnung im Landratsamt

Flieger, Musiker und Innovator: Bundes-Verdienstmedaille für Camilo Dornier

  • Tobias Gmach
    VonTobias Gmach
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Er lebt seit mehr als 30 Jahren in Starnberg – aber er wirkt vielfältig weit darüber hinaus: Camilo Dornier, Enkel des berühmten Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier, erhielt nun die Verdienstmedaille des Bundespräsidenten.

Starnberg – Am Tag, an dem er für sein vielfältiges Engagement in den vergangenen 20 Jahren ausgezeichnet wurde, dachte Camilo Dornier viel weiter zurück. Daran, wie er im Umfeld der Dornier-Werke in Oberpfaffenhofen aufwuchs und später dort das Autofahren lernte. Dornier, heute 65 Jahre alt, freute sich deshalb am Mittwoch aufrichtig über die Worte von Landrat Stefan Frey. Der hatte vom Technologiestandort Oberpfaffenhofen geschwärmt, der immer noch sehr eng mit der Geschichte des Flugzeugbauers Dornier verbunden sei. Aber an diesem Tag ging es nicht alleine ums Fliegen, denn der Name Camilo Dornier steht für so viel mehr – für die ehrenamtliche Förderung von Musik, Erinnerungskultur, Wissenschaft und technischer Innovation. Deshalb bekam Dornier, Enkel des berühmten Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die hohe Auszeichnung wird offiziell auf Vorschlag von Ministerpräsident Söder und durch Bundespräsident Steinmeier verliehen. Die Urkunde und die Medaille überreichen durfte Landrat Frey im Sitzungssaal des Landratsamts. Er sprach vor den rund zehn Wegbegleitern Dorniers von dessen „unermüdlichen Einsatz“. Seit 30 Jahren lebt der Geehrte in Starnberg – „und ich habe nicht vor, wegzuziehen“, ließ er wissen. Dass Dornier bundesweit in vielen Vereinen und Organisationen wirkte und wirkt, zeigte Freys Laudatio eindrücklich.

Von 2000 bis 2015 war er Gründungs- und Vorstandsmitglied des Freundes- und Förderkreises des Deutschen Museums. Bis heute ist er dem Verein als Ehrenmitglied treu verbunden. Dorniers Fokus: der Kinder- und Jugendbereich. Auf seine Initiative wurde ein Juniorenkreis gegründet. Derzeit sind mehr als 40 Studenten aus naturwissenschaftlichen Fächern mit Patenschaften im Museum integriert. Außerdem sitzt Dornier seit 2004 im Kuratorium. „Hier geben Sie entscheidende Impulse für die Zukunftsinitiative und Generalsanierung“, so Frey. Dornier betonte später: „Ohne Ehrenamtliche im Deutschen Museum könnten wir den Laden zusperren.“

Dornier fördert Jazz-Musik, Erinnerungskultur und Planck-Institut

Als Pianist mit Jazz-Studium am renommierten amerikanischen Berklee-College initiierte er 2012 den „Kurt Maas Jazz Award“ an der Hochschule für Musik und Theater München. Dornier fungiert dort seither als Stifter und Juror. Seit 2017 wirkt er außerdem als Mitglied im Kuratorium des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie.

Und dann ist da eben noch die Fliegerei, wie könnte es anders sein bei dieser Familiengeschichte. Anfang der 1980er-Jahre fühlte sich Dornier verpflichtet, ins Unternehmen einzusteigen. Aber auch nach der Übernahme durch Daimler-Benz blieb er der Luftfahrt treu. Seit 2011 ist er unter anderem Mitglied des Freundes- und Förderkreises Dornier Museum für Luft- und Raumfahrt. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt Lilienthal-Oberth schreibt seit 2015 den „Claudius-Dornier-jr.-Dissertationspreis“ aus, der von Camilo, dem Sohn, zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses initiiert und gestiftet wurde.

Der deutsche Verdienstorden wird in acht Stufen verliehen – bis hin zum Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband und zur Sonderstufe des Großkreuzes. Dorniers Verdienstmedaille gilt als Erstauszeichnung. Er freue sich zwar darüber, betonte aber: „Mich treibt keine Medaille an. Mich treiben die Projekte an.“

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