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Das Landratsamt in Starnberg.

Neueinstellungen

48,5 neue Stellen im Landratsamt

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Landkreis - Es wird eng im Landratsamt. Um die mit dem Zustrom der Asylbewerber verbundene Arbeit stemmen zu können, wurden für den Stellenplan des neuen Jahres sage und schreibe 48,5 neue Stellen ausgewiesen.

Die Zahl der Überstunden in der Kreisverwaltung steigt immer mehr, die Arbeitsbelastung der meisten Mitarbeiter ebenso. Noch vor einem Jahr hatte niemand damit gerechnet, dass so viele Asylbewerber in den Raum Starnberg kommen, untergebracht, versorgt und betreut werden müssen.

Deswegen werden auch die meisten der neuen Stellen im Asylbereich geschaffen – insgesamt 39. Die bisherige Organisationseinheit Asyl werde nun zu einem eigenen Fachbereich umgebildet und mit 17 weiteren Mitarbeitern ausgestattet, so Landrat Karl Roth. Auch die sozialpädagogische Betreuung der größtenteils traumatisierten Flüchtlinge soll mit zwei Stellen verstärkt und durch fünf Asylsozialhelfer entlastet werden. Zudem solle das immer noch wachsende ehrenamtliche Engagement – etwa durch die zahlreichen Helferkreise im Landkreis – betreut und koordiniert werden, sagt der Landrat.

Um die verschiedenen Unterkünfte funktionstüchtig zu halten, seien vier weitere Hausmeister eingeplant. Unter anderem plant der Landkreis, zahlreiche weitere Containerdörfer und Leichtbauhallen in diesem Jahr zu errichten (wir berichteten).

Für die Wahrnehmung weiterer Aufgaben, insbesondere im Vergabe- und Vertragsrecht und für die Notfallunterbringung, seien zwei neue Stellen geplant, meinte Roth im jüngsten Kreistag. Die Verwaltung der zentralen und dezentralen Unterkünfte sowie die Abrechnung der staatlichen Zuschüsse soll mit insgesamt sechs weiteren Stellen sichergestellt werden.

Zwei zusätzliche Stellen sollen den Fachbereich Bauwesen, der zwischenzeitlich auch Hochbauaufgaben für Asylbewerberunterkünfte übernommen hat, entlasten. Weitere 10,5 Stellen sollen nach Angaben des Landrates für die aufenthaltsrechtliche Bearbeitung und den Vollzug des Asylbewerberleistungsgesetzes aufgewendet werden. Letzteres regelt die Leistungen, die die Flüchtlinge erhalten, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Da momentan rund 41 Prozent aller Asylanträge genehmigt werden, müssen die anerkannten Flüchtlinge auch in den Arbeitsmarkt integriert werden. Dafür wird das Jobcenter um drei weitere Stellen aufgestockt. Zwei Mitarbeiter kümmern sich zudem um die Hilfsmaßnahmen für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge.

Zwei neue Führungskräfte werden für die Teams Erziehungshilfe und wirtschaftliche Jugendhilfe gesucht. Deren Aufgaben haben derart zugenommen, dass die bisherige Leitungsmannschaft Unterstützung braucht, meinte Landrat Karl Roth weiter.

Zu guter Letzt wird die Personalstelle durch zwei befristete Stellen verstärkt, die sich um all die Neueinstellungen kümmern sollen.

50 neue Stellen im Landratsamt bedeuten zwar eine spürbare Entlastung, sorgen aber gleichzeitig auch für neue Probleme. So ist es jetzt schon eng im Verwaltungsgebäude. „Der Anbau muss so schnell wie möglich her“, stellt Landrat Roth klar. Schließlich brauchen die meisten neuen Mitarbeiter ein Büro und einen Schreibtisch.

Wenn man denn so schnell neue Mitarbeiter findet. „Das ist komplizierter, als man denkt“, sagt der Pressesprecher des Landkreises, Stefan Diebl. Er nennt ein Beispiel: „Für Sozialpädagogen, die für die Betreuung von Asylsuchenden eingesetzt werden, erstattet der Freistaat die Kosten für eine E6-Stelle.“

Das macht nach Tariftabelle als 2137 Euro brutto als Einstiegsgehalt. Dafür würde aber kein Sozialpädagoge in Starnberg anfangen, so Diebl. Deswegen gruppiere der Landkreis die Stellen höher ein. Der Differenzbetrag bleibt aber am Kreishaushalt hängen. Ähnlich sieht es bei Befristungen aus. Zwar kann niemand seriös sagen, wie sich die Flüchtlingszahlen in den kommenden Jahren entwickeln werden, einen befristeten Arbeitsvertrag würden die gesuchten Spezialisten aber in der Regel nicht unterschreiben.

Und so werden die Stellen zwar unbefristet besetzt, sollen aber nach Aussage von Landrat Roth zumindest einen KW-(Kann weg-)Vermerk zum Ende 2017 haben. Die ersten 18 neuen Mitarbeiter sind nach Angaben des Landratsamtes bereits seit August nach und nach besetzt worden. Die restlichen sollen dann folgen, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

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