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Am Starnberger Seilerweg soll möglichst die neue Fachoberschule gebaut werden.

Fachoberschule

Landrat reißt langsam der Geduldsfaden

Noch keine Einigung über FOS: Die SPD fordert den Abbruch der Gespräche und den sofortigen Kauf der Fläche am Starnberger Seilerweg. Landrat Karl Roth sucht nach Alternativen.

StarnbergDer Kreis reißt im Tauziehen um den geplanten Bauplatz der Fachoberschule (FOS) der Geduldsfaden. Die SPD forderte am Dienstag per Pressemitteilung, Gespräche über einen Erbbaurechtsvertrag für das Gelände am Seilerweg in Starnberg zu beenden und das Areal für einen gutachterlich festgestellten Preis zu kaufen. Die Schuld daran, dass seit Monaten nichts vorangehe, sieht die SPD „bei Starnbergs Bürgermeisterin John und Teilen des Stadtrats, die an völlig unüblichen und unrealistischen Maximalforderungen festhalten“, erklärte Kreisrat Tim Weidner. Aus Sicht der SPD-Kreisrätin Sissi Fuchsenberger schadet die Hängepartie nicht nur der FOS, sondern auch allen zukünftigen Schülern, die eine sichere Perspektive brauchen. Landrat Karl Roth hat Symphatien für den Vorstoß.

Der Stand: Der Kreis hatte die FOS am Standort Seilerweg vom Freistaat genehmigt bekommen und behilft sich derzeit mit Provisorien. Seit etwa zwei Jahren will die Stadt die Fläche nur noch in Erbpacht vergeben, erst vor wenigen Tagen gab es dazu einen Beschluss des Hauptausschusses. Der Zins allerdings ist recht hoch, und die Altlasten soll der Kreis übernehmen. Der denkt gar nicht daran. Bereits im Sommer 2016 und noch einmal im Dezember hat der Kreis seine Position festgelegt und der Stadt auch übermittelt. Seit Dezember sei nichts passiert, sagte Roth gestern auf Anfrage. Für die nächsten Tage ist ein Gespräch geplant.

Roth langt es langsam aber auch. „Wenn die Stadt nicht bald im Stadtrat entscheidet, reißt mir der Geduldsfaden.“ Das hätte eine konkrete Folge: Der Landkreis würde nach alternativen Standorten an der S 6 suchen, Gauting hätte die besten Chancen – und Starnberg wäre die FOS los. Roth will einen Kauf oder Tausch des Grundstücks, würde Erbaurecht akzeptieren, solange es „kein Knebelvertrag“ sei. Derzeit habe man aber diesen Eindruck.

Im Stadtrat selbst gibt es zwei Gruppen: Die eine will den Seilerweg an den Kreis abgeben, die andere, kleinere bevorzugt eine Fläche an der Gautinger Straße nördlich des CreativCenters. Dieser Standort gilt aber aus naturschutz- und bautechnischen Grünen als unrealistisch. Bürgermeisterin Eva John saß am Dienstag lange in einer Sitzung und will noch diese Woche Stellung nehmen.

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