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Unterschrift fehlt: Landrat Karl Roth darf auf Geheiß des Kreisausschusses keinen Vertrag mit der Stadt abschließen – die FOS-Bauplatzsuche könnte von neuem beginnen.  

Fachoberschule

Standortsuche beginnt von neuem

Stadt und Kreis werden sich über den Bauplatz für die Fachoberschule (FOS) weiter noch nicht einig. Die Verhandlungen ziehen sich hin – und nun könnte die Standortfrage komplett neu beraten werden.

Starnberg – Die Zukunft des Neubaues für die Fachoberschule Starnberg (FOS) steht weiter in den Sternen. Bisher konnten sich Stadt und Kreis über den geplanten Standort am Seilerweg in Starnberg nicht einigen – wohlgemerkt dauern die Verhandlungen schon fast zwei Jahre. Nun könnte die Standortfrage komplett neu aufgerollt werden mit neuen Grundstücken. 

Der ehemalige Bauhof am Seilerweg war noch nie ein idealer Schulstandort, aber der beste, weil am schnellsten verfügbare. Stadt und Kreis hatten sich nach langem Hin und Her auf den Standort verständigt, der Kreis wollte kaufen. Im vorigen Jahr entschied sich der Hauptausschuss des Stadtrates, doch nur in Erbpacht zu vergeben. Wegen diverser Punkte im Vertragsentwurf – etwa die Zuständigkeit für die Altlastenbeseitigung – lehnte der Kreisausschuss jedoch ab und beauftragte Landrat Karl Roth, nachzuverhandeln und auf einen Kauf der Fläche durch den Kreis zu drängen. Beinahe jeden Monat sitzen Stadt und Kreis zusammen, eine Lösung gibt es nicht.

Eine verfahrene Situation, die derzeit noch nicht brenzlig ist. Der Kreis muss einen Neubau für die FOS hinstellen, hat jedoch Provisorien wie das ehemalige Telekom-Gebäude in Starnberg geschaffen und kommt damit vier bis fünf Jahre lang zurecht. Ab Herbst dieses Jahres mietet der Kreis das so genannte Pacific-Haus im Starnberger Gewerbegebiet an – eine Etage für das Jugendamt, das im Sommer wegen des anstehenden An- und Umbaus des Landratsamtes umziehen muss, und eine Etage ab September für FOS-Klassen. Ewig hat der Kreis aber nicht Zeit, einen Neubau zu errichten – er war Grundbedingung der FOS-Genehmigung.

Bürgermeisterin sieht geplanten Standort kritisch

Der Kreis geht nach Worten seines Sprechers Stefan Diebl weiter vom Seilerweg als Standort aus, die Verhandlungen liefen. Beschlüsse dazu gebe es. Bürgermeisterin Eva John ist optimistisch, dass sich die offenen Punkte für den Seilerweg lösen lassen. Die Stadt, die ein „sehr großes Interesse an der Schule“ habe, denkt aber über andere Wege nach: Mit dem Wissen von heute und den Zahlen für die FOS der nächsten Jahre stelle sich die Frage, ob eine solche Schule auf dem Seilerweg-Areal sinnvoll sei. Schon jetzt sei, sagt John, der Neubau bis fünf Stockwerke konzipiert. „Das Grundstück gibt nicht mehr her.“ Die Stadt wolle, wen der Stadtrat kommende Woche in wegen Grundstücksfragen nichtöffentlicher Sitzung diese Linie unterstützt, dem Kreis in jeder Hinsicht bei der Bauleitplanung helfen, falls der ein anderes Grundstück habe. Die Bauleitplanung ist Sache der Stadt.

Der Kreis bleibt offiziell beim Seilerweg – wohl wissend, dass das nicht klappen könnte und Nachteile hat. Landrat Roth hatte schon vor Monaten halblaut über Alternativen nachgedacht. Denkbar wäre auch, dass die FOS am Ende doch anderswo an der S 6 gebaut wird, wenn das Kultusministerium dem zustimmen würde.

Die seinerzeit quasi zweitbeste Fläche für die FOS war das Areal nördlich des Creativ-Centers an der Gautinger Straße. Das Grundstück, großteils in Kreis- und Stadteigentum, scheint nun wieder auf der Liste. Die CSU Starnberg dürfte das freuen, denn sie hatte damals für den Standort gekämpft – und verloren, denn Gutachten hatten ergeben, dass die Fläche naturschutzrechtlich fast nicht bebaubar ist und der Baugrund eher miserabel als gut. Ob noch weitere Standorte von der Stadt ins Gespräch gebracht werden, wollte Eva John wegen der Nichtöffentlichkeit der Sitzungen derzeit nicht sagen. Der Kreis hält sich zu Alternativen bedeckt.

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