1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Starnberg

Fragen und Antworten zur Ukraine-Hilfe im Landkreis Starnberg

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Tobias Gmach

Kommentare

Die Fahne der Ukraine weht seit Wochen am Landratsamt in Starnberg.
Die Fahne der Ukraine weht seit Wochen am Landratsamt in Starnberg. © Landratsamt

Aufenthaltserlaubnis, Sozialhilfe, Wohnraum, kostenloses Telefonieren und mehr: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Ukraine-Hilfe im Landkreis Starnberg

Landkreis – Mehr als 1400 Geflüchtete aus der Ukraine sind mittlerweile im Landkreis Starnberg registriert – und jede Woche kommen voraussichtlich mindestens 100 wegen der Zuweisungen des Freistaats dazu. Die Ukrainer selbst, aber auch freiwillige Helfer und Menschen, die Wohnraum anbieten, haben viele Fragen. Das Landratsamt beantwortet sie ausführlich auf www.lk-starnberg.de/ukrainehilfe und unter (0 81 51) 14 87 77 99. Die Info-Hotline ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ein kompakter Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie kommen Flüchtlinge an eine Aufenthaltserlaubnis und Sozialhilfe?

Staatsangehörige der Ukraine dürfen sich 90 Tage visumfrei mit Reisepass in Deutschland aufhalten. Eine längere Aufenthaltserlaubnis für zunächst zwei Jahre (laut Auswärtigem Amt) müssen sie dann beim Ausländeramt beantragen. Das zehnseitige Formular (auch auf Ukrainisch) dazu ist auf der genannten Internetseite des Landratsamts hinterlegt.

„Wir empfehlen, den Antrag gleich nach der Einreise zu stellen. Wenn die Daten da sind, können Sozialhilfen schneller ausgezahlt werden“, sagt Amtssprecher Stefan Diebl. Außerdem sei es sehr ratsam, gleich ein Bankkonto für die Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz einzurichten. Um den Prozess zu vereinfachen, hat etwa die VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg ein eigenes Kontomodell für Geflüchtete aus der Ukraine entwickelt. Voraussetzung für das staatliche Geld ist unter anderem, „dass der Antragsteller nicht mehr als 200 Euro Barvermögen besitzt“.

Ich habe Wohnraum angeboten, aber noch nichts gehört. Warum?

Dem Landratsamt liegen derzeit knapp 250 Angebote vor. Die eintreffenden Geflüchteten ohne private Kontakte kommen zunächst in der Gilchinger Rathausturnhalle unter und werden von dort aus weitervermittelt. Dadurch ergibt sich eine zeitliche Verzögerung. „Wir melden uns auf jeden Fall“, sagt Sprecher Diebl. Aber erst, wenn das Wohnraum-Angebot für eine Familie oder Gruppe in Frage kommt.

Schließe ich selbst oder der Landkreis den Mietvertrag ab?

Selbstverständlich steht es jedem frei, über private Kontakte Menschen aufzunehmen und mit ihnen auch Mietverträge abzuschließen. Wer daheim Platz hat, kann dies aber auch per E-Mail an ukraine-hilfe@lra-starnberg.de mitteilen. Kommt es zu einer Vermittlung, besteht das Mietverhältnis in der Regel zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen. Die Kosten für Letztere können vom Sozialamt übernommen werden. Hier gelten allerdings Mietobergrenzen, die die Behörde online auflistet. „Angemessen“ ist eine monatliche Nettokaltmiete von 619,50 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt (bis 50 Quadratmeter), für einen Vier-Personen-Haushalt dürfen es maximal 1095,30 Euro sein.

Das Landratsamt selbst mietet nur größere Objekte wie Doppelhaushälften zur Weitervermietung an, wo Platz für eine gewisse Anzahl an Menschen ist. Dies ist laut Diebl auch schon geschehen.

Bekomme ich Geld, wenn ich Flüchtlinge bei mir unterbringe?

Wer Wohnraum kostenfrei zur Verfügung stellt, kann eine Pauschale für die Nebenkosten beantragen – für jeden Erwachsenen 65 Euro (ab dem 15. Lebensjahr) und für Minderjährige 50 Euro. Auch dafür gibt es ein Online-Formular.

Wie und wo kann ich helfen und spenden?

Für Geldspenden hat das Landratsamt ein eigenes Spendenkonto eingerichtet – bei der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, IBAN: DE37 7025 0150 0430 0500 47, Verwendungszweck „Ukrainehilfe Landkreis Starnberg“. Davon wird bezahlt, was nicht von Amts wegen abgedeckt ist, zum Beispiel Tierfutter für mitgebrachte Haustiere oder Busfahrten für Kinder. Für Sachspenden verweist das Amt exemplarisch auf einige Initiativen wie die regionale Osteuropahilfe, „Care in Action“ aus Starnberg, das Rote Kreuz oder die „Klawotte“ in Gauting.

Wer zahlt die Arztkosten für Flüchtlinge?

Für Geflüchtete in der Gilchinger Turnhalle und den Sammelunterkünften in Possenhofen und Gauting organisiert das Landratsamt medizinische Erstuntersuchungen. Bei privat untergebrachten Geflüchteten kann eine Übernahme der Arztkosten beim Sozialamt beantragt werden. Voraussetzung dafür ist eine beantragte und bewilligte Aufenthaltserlaubnis.

Wie kommen Flüchtlinge an eine Corona-Impfung?

Auf dem Landkreis-Portal heißt es: „Impfungen werden beim Hausarzt vorgenommen und übers Sozialamt abgerechnet, sofern die Hilfebedürftigen Sozialleistungen beziehen.“

Dürfen Flüchtlinge kostenlos mit Bus und Bahn fahren?

Ja, darauf haben sich die Verkehrsunternehmen im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) verständigt. Kostenlose Bahntickets für Geflüchtete gibt es unter www.bahn.de/info/helpukraine.

Können Flüchtlinge kostenlos in die Ukraine telefonieren?

Für Geflüchtete aus der Ukraine sind kostenlose Sim-Karten erhältlich, in München etwa im Olympia-Einkaufszentrum oder am Marienplatz. „Dieses Angebot gibt es bisher aber noch nicht in den Partner-Telekom-Shops im Landkreis Starnberg“, so das Landratsamt. Von den öffentlichen Fernsprechern der Telekom sind Gespräche in die Ukraine derzeit kostenfrei. Auch Vodafone verzichtet aktuell auf Roaming-Gebühren.

Wie kriegen Ukrainer eine Arbeitserlaubnis?

Fragen rund um das Thema Arbeiten beantwortet ein eigener Artikel.

Weitere Informationen

Allgemeine Infos zu Sprachkursen, Beratungsstellen und weiteren Angeboten im Landkreis finden sich auf dem Online-Portal integreat.app/lkstarnberg/de. Dort gibt es auch eine Rubrik für Ukrainer.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Starnberg-Newsletter.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Starnberg finden Sie auf Merkur.de/Starnberg.

Auch interessant

Kommentare