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Durften Probefahren: (v.l.) SPD-Kreisrätin Elisabeth Fuchsenberger, Bürgermeisterin Eva John, Landrat Karl Roth, MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch, Verkehrsmanagerin Susanne Münster und Stadtverkehrsleiter Dr. Jens Sprotte. 

Elektrobus am Landratsamt

Französischer Fortschritt für Starnbergs ÖPNV?

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Noch fahren die Regionalbusse im Landkreis Starnberg alle mit Diesel, doch das soll sich künftig ändern. Als Vorgeschmack darauf lud der MVV am Donnerstag zur Präsentation eines neuen Elektrobusses vors Starnberger Landratsamt.

Starnberg – Die Scheibenwischer haben bei der Präsentation des Elektrobus-Modells „Aptis“ im strömenden Regen vor dem Starnberger Landratsamt schon effektiv ihren Dienst verrichtet. Und auch sonst hat bei der anschließenden Rundfahrt ums Landratsamt und durch die Innenstadt alles funktioniert.

Bevor der Elektrobus anrollen konnte, gab es aber eine Frage zu klären: Warum hat er denn ein französisches Kennzeichen? Wie Starnbergs Bürgermeisterin Eva John erklärte, wurde der Bus im Nachbarland von dem französischen Hersteller Alstom produziert. „Es handelt sich bei dem Modell Aptis um einen Prototyp mit einer Reichweite von 250 Kilometern und einer Leistung von 350 Kilowatt“, sagte Lorenz Heller, Vertreter der Produktionsfirma. „Die Herstellung des Serienmodells ist im August erst angelaufen. Es wird im Juni oder Juli nächsten Jahres verfügbar sein.“

Ob der neue Aptis in Starnberg fahren wird, entscheidet sich erst 2020

Und damit pünktlich zur nächsten Ausschreibung, die Verkehrsmanagerin Susanne Münster für Sommer 2020 ankündigt. Erst dann entscheidet sich, ob der neue Aptis oder ein anderes Elektrobusmodell künftig im Landkreis Starnberg unterwegs sein werden.

Bisher fahren die mehr als 70 Regionalbusse auf insgesamt 28 Buslinien ausnahmslos mit Dieselkraftstoff. „Auf lange Sicht gesehen wollen wir einen großen Teil der Linienbusse im Landkreis Starnberg elektrisch betreiben“, sagte Münster. „Die Hersteller sind aber jetzt erst so weit, uns ein gewisses Portfolio bieten können. Dieses brauchen wir für Ausschreibungen.“ Auch Fragen beispielsweise zur Ladeinfrastruktur müssten noch geklärt werden, bevor der ÖPNV elektrische Antriebe nutzen könne.

Der MVV führt noch bis Ende 2020 eine Antriebsstudie durch

Derzeit sei der Landkreis an einer Antriebsstudie des Münchner Verkehrsverbundes (MVV) beteiligt, erzählte Münster. MVV-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch ergänzte: „Wir erforschen, welche Antriebsstoffe auf welchen Buslinien funktionieren.“ Untersucht werden vor allem Elektro- und Wasserstoffantriebe. Ob sich ein bestimmter Antrieb für eine bestimmte Fahrtstrecke eignen würde, sei abhängig von mehreren Faktoren, unter anderem der Streckenlänge und -beschaffenheit, sagt Münster.

Bis Ende 2020 soll die Studie, an der neben Starnberg auch die Landkreise München, Fürstenfeldbruck und Freising beteiligt sind, fertig sein. Landrat Karl Roth ist aber schon jetzt sehr angetan von Elektrobus Aptis. „Der erste Eindruck ist sehr gut“, schwärmte er während der Präsentation. „Sehr geräumig, viel Platz zum Einsteigen und sogar iPhone-Ladestellen gibt es.“ Von den Vorteilen wie immissionsfreiem und geräuscharmem Antrieb ganz zu schweigen.  

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