Links nach München, rechts nach Starnberg, geradeaus zu Landratsamt und Seebad: Der Durchstich der Petersbrunner Straße ist offiziell für den Verkehr freigegeben worden.
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Links nach München, rechts nach Starnberg, geradeaus zu Landratsamt und Seebad: Der Durchstich der Petersbrunner Straße ist offiziell für den Verkehr freigegeben worden.

Teil des Tunnel-Projekts

Leise Eröffnung: Freie Fahrt durch die Petersbrunner Straße in Starnberg

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Seit gestern Nachmittag rollt der Verkehr auf der Petersbrunner Straße. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Eröffnung ganz leise und ohne offiziellen Termin statt. Landrat, Bürgermeister und Staatliches Bauamt sind trotzdem froh.

Starnberg – Das klassische Foto mit Männern in Anzügen, die gut gelaunt auf einer Straße stehen und ein Band durchschneiden – dieses Foto gibt es diesmal nicht. Aus aktuellem Anlass hat das Staatliche Bauamt Weilheim gestern auf einen offiziellen Einweihungstermin für den Durchstich der Petersbrunner Straße verzichtet. Dennoch rollt der Verkehr seit Mittwochnachmittag ungehindert von und zur B 2 – gut 13 Monate nach dem Abriss des Doppelhauses, das an dieser Stelle stand.

Die Verantwortlichen sind auch ohne Fototermin zufrieden. „Durch den Bau des B 2-Tunnels haben wir die Chance erhalten, den Verkehrsraum an der Petersbrunner Straße neu und übersichtlich zu ordnen und besonders auch auf die Belange von Fußgängern und Radfahrern einzugehen“, erklärt Bürgermeister Patrick Janik. So habe die Stadt entlang der Petersbrunner Straße zwischen Gautinger und Münchner Straße einen durchgängig breiten Geh- und Radweg herstellen lassen. Mit dem Durchstich sei zudem eine maßgebliche Komponente für die nördliche Zulaufstrecke des Tunnels fertiggestellt.

Bekanntlich stellt die Petersbrunner Straße künftig die Haupterschließung für das Gewerbegebiet dar. Die Gautinger Straße verliert perspektivisch diese Funktion, weil an deren Kreuzung mit der B 2 in Zukunft kaum noch Abbiegemöglichkeiten vorhanden sind. Raphael Zuber, Abteilungsleiter Bergmännischer Tunnelbau beim Staatlichen Bauamt, spricht vor diesem Hintergrund von einem „ersten Meilenstein für das Tunnelprojekt“. Dem Durchstich und damit der neuen Anbindung an die B 2 komme eine Schlüsselrolle auf der nördlichen Tunnelzulaufstrecke zu, erklärt Zuber und bedankt sich in erster Linie bei den Grundstückseigentümern „für ihre Zusammenarbeit und ihr Verständnis“.

Heißer Gussasphalt wurde in Eimer gefüllt und dann per Hand in den Rinnenbereich eingebaut und abgezogen.

„Der Starnberger Tunnel ist ein Thema, das die Menschen in der Stadt Starnberg seit vielen Jahren umtreibt“, betont Landrat Stefan Frey, der als damaliger CSU-Stadtrat im Februar 2017 maßgeblich am Tunnelbeschluss des Stadtrats beteiligt war. „Ich bin froh, dass wir jetzt endlich die ersten konkreten Schritte sehen und dass diese gar nicht so kleine Baumaßnahme relativ unaufgeregt über die Bühne gegangen ist.“ Das mache ihn zuversichtlich, was die künftigen Baustellen in Bezug auf die Tunnelarbeiten angeht.

Ihn freue besonders, dass auch die Verkehrssituation vor dem Landratsamt verbessert worden sei, erklärt Frey. „Durch getrennte Spuren zwischen Radfahrern und Fußgängern in den Kreuzungsbereichen, rote Aufstellflächen, Blinklichter sowie die Querungsinsel mit Ampel auf Höhe des Landratsamtes wird die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger erhöht“, betont der Landrat. Bodenleitsysteme und weitere Maßnahmen gingen zudem auf die Bedürfnisse von Menschen mit Einschränkungen ein.

Dieses Doppelhaus stand bis November 2019 an der Stelle, wo jetzt Autos in die Petersbrunner Straße fahren.

Der Umbau des gut 600 Meter langen Teilstücks der Petersbrunner Straße hat nach Angaben des Bauamts insgesamt 3,5 Millionen Euro gekostet. 1,5 Millionen Euro davon zahlt der Bund, die Förderung des Freistaats beträgt 760 000 Euro. Die Stadt trägt damit nach Angaben aus dem Rathaus einen Kostenanteil von 1,24 Millionen Euro.

Die Tunnel-Arbeiten befinden sich damit endgültig in der Winterpause. Im kommenden Jahr werden unter anderem weitere Leitungen und Kanäle verlegt. Auch das Verlegen einer eigenen Stromleitung für die Tunnelbohrmaschine steht auf der Agenda für 2021.

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