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Die Direktkandidaten der Freien Wähler für Landtag und Bezirkstag:   Matthias Vilsmayer  (r.) und Albert Luppart  .

Landtagswahl 2018

Vilsmayer will’s wissen

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Zwei erfahrene Kommunalpolitiker, zwei Neueinsteiger – mit diesem Quartett gehen die Freien Wähler im Landkreis in den Wahlkampf für die Land- und Bezirkstagswahlen.

Landkreis – Direktkandidat für den Landtag wurde bei der Aufstellungsversammlung am Mittwochabend in Starnberg Matthias Vilsmayer aus Gilching, Direktkandidat für den Bezirkstag ist Albert Luppart aus Pöcking. Die Freien Wähler rechnen sich im Herbst ein besseres Ergebnis aus als vor fünf Jahren.

Lediglich acht Wahlberechtigte kamen zur Versammlung der Kreisvereinigung, in der nicht automatisch alle Freien Wähler aus den Gemeinden Mitglied sind. Anwesend waren viel mehr, darunter mit Michael Piazolo auch der derzeit für den Landkreis zuständige Landtagsabgeordnete. Auch er rechnet sich am 14. Oktober in Oberbayern mehr aus als 2013 und damit eine höhere Chance, Abgeordnete ins Maximilianeum zu schicken. Das liege sowohl an der Schwäche der anderen Parteien als auch an den Freien Wählern selbst, die er als Volkspartei einstuft – weil sie sich ums Volk kümmern, wie derzeit bei der Unterschriftensammlung gegen Straßenausbaubeiträge.

Direktkandidat im Stimmkreis 129, zu dem neben dem Landkreis Starnberg die Gemeinden Bernried, Iffeldorf und Seeshaupt gehören, ist Matthias Vilsmayer. Der 45-jährige Unternehmer aus Gilching und Kreisvorsitzender der Freien Wähler setzt auf drängende Themen: mehr Wohnungen, bessere Ausstattung für Justiz und Polizei, kleinere Klassen an Schulen, wohnortnahe Kliniken inklusive Geburtenhilfe und einiges mehr. Er erhielt – wie alle Kandidaten an diesem Abend – 100 Prozent Zustimmung. Als Listenkandidat für den Landtag tritt der Starnberger Dr. Thorsten Schüler (52) an, der 2013 zur Starnberger UWG stieß, weil er sich über den Stil der Bürgerinitiative Pro Umfahrung ärgerte. Sein Fachgebiet ist der Verkehr, denn er programmiert beruflich unter anderem Verkehrsleitsysteme. Ursprünglich war eine Kampfkandidatur um die Direktkandidatur erwartet worden zwischen Vilsmayer und Dr. Harald von Herget, der schon für den Bundestag kandidiert hatte. Das fiel aus, von Herget ist eigenen Angaben nach bei den Freien Wählern inzwischen ausgetreten.

Für den Bezirkstag als Direktkandidat tritt Albert Luppart an. Der Vizebürgermeister von Pöcking (56) hält kommunalpolitische Kompetenz im Bezirkstag, der vor allem für soziale Bereiche, Kultur und Brauchtum zuständig ist, für zwingend erforderlich. Davon hat Luppart genug: 27 Jahre Gemeinderat und zehn Jahre Kreistag, sechs Jahre Vizelandrat. Auf der Liste kandidiert Fred Rauscher (49) aus Gauting, der sich gerade einen Namen durch eine „Bürgeroffensive“ für die Bebauung des ehemaligen Grundschulareals am Gautinger Bahnhof gemacht hat. Er will in Gauting demnächst auch einen Ortsverband der Freien Wähler gründen. Auffällig bei den Kandidaten ist: Sie haben zusammen sechs Töchter, aber keine Söhne.

Hauptthema der Freien Wähler ist die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Mehr als 50 000 Unterschriften haben sie bereits gesammelt – genug, um ein Volksbegehren zu starten. Dass inzwischen auch die CSU die Ausbaubeiträge abschaffen will, beäugen sie skeptisch. Rasso von Rebay aus Weßling mahnte, nicht nachzulassen und sich nicht auf die CSU zu verlassen: „Sonst bekommen wir etwas anderes serviert“, sagte er unter Hinweis auf das Volksbegehren zum G 9 der Freien Wähler. Das allerdings war seinerzeit gescheitert. Piazolo hält die Drohkulisse Volksbegehren für sinnvoll, zumal die CSU das Thema kaum im Wahlkampf haben wolle. Wie die Staatsregierung das Thema konkret angehen will, wisse man aber nicht.

Mit dem Wahlkampf warten will Vilsmayer nicht. Für Mittwoch, 21. März, organisiert er mit seinen Gilchinger Kollegen einen Starkbieranstich im Schützenhaus. Zu Gast ab 19 Uhr ist Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Eines seiner Themen: die Straßenausbaubeiträge.

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