Eine Seniorin hält Informationsflyer zur Corona-Impfung in den Händen.
+
Viele Senioren tun sich schwer damit, einen Impftermin zu bekommen (Symbolfoto).

Videogespräch des Seniorentreffs

Landrat Frey wagt Prognose: Impfung der über 80-Jährigen dauert wohl noch bis Ende März

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
    schließen

Landrat Stefan Frey und Klinik-Koordinator Dr. Thomas Weiler beantworteten drängende Fragen zur Impfung bei einem Videogespräch des Seniorentreffs. Die wichtigsten im Überblick - und die Antworten dazu.

Starnberg – Landrat Stefan Frey rechnet damit, dass die Impfung der über 80-Jährigen im Landkreis noch bis Ende März dauern wird. Er sprach am Freitagnachmittag von einer „vorsichtigen Prognose“, man sei abhängig von der Impfstoff-Menge, die staatlich zugeteilt wird. Diese und weitere Infos aus erster Hand bekamen rund 50 Teilnehmer der ersten Videokonferenz-Veranstaltung des Starnberger Seniorentreffs. Die Nachfrage war groß: Weitere knapp 90 Interessierte wollten sich zuschalten, konnten das aber wegen begrenzter Kapazitäten der Plattform-Zoom nicht. Neben Frey antwortete Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken und Krankenhaus-Koordinator, auf die Fragen der Senioren.

Wie wird die Reihenfolge der Impfungen bei den Über-80-Jährigen bestimmt? Landrat Frey bestätigte, dass es keine Reihung in der Gruppe mit höchster Priorität gibt. Nach welchen Kriterien das Impfregistrierungssystem des Freistaats die Termine festlege, wisse man auch im Landratsamt nicht. „Und das Gesundheitsministerium konnte uns das auf Nachfrage auch noch nicht konkret beantworten.“

Können etwas Jüngere, aber schwer Kranke vorgezogen werden? „Meine Frau ist 71, hat keinen Darm und damit kaum Abwehrkräfte mehr.“ Solche Beiträge voller Sorge waren im Chat zu lesen. Frey sagte, er bekomme täglich solche Zuschriften und würde manchen am liebsten persönlich sofort die Spritze geben. „Aber wir müssen uns an die staatlichen Vorgaben halten“, sagte der Landrat, der auch vor ethischen Gerechtigkeitsdiskussionen warnte. Klinik-Koordinator Weiler betonte, dass die Ü-80-Grenze sinnvoll sei und die Statistik das bestätige: Die Todesrate sei in der Gruppe deutschlandweit mehr als doppelt so hoch wie bei den 70- bis 79-Jährigen. „Und irgendwo musste man ja die Grenze ziehen.“

Bekommen Ehepaare einen gemeinsamen Termin? Nein, sagte Frey, er werde oft darauf angesprochen. „Das ist ein Problem.“ Eine Paaranmeldung, selbst wenn beide der Ü80-Gruppe angehören, sei im Registrierungssystem nicht vorgesehen.

Warum sind die Heime noch nicht durchgeimpft? Im Vergleich zu anderen gibt es im Landkreis viele Kliniken und heime. „Das ist einerseits eineH günstige Lage, macht sich aber jetzt bemerkbar“, sagte Frey. Er habe beim Gesundheitsministerium angefragt, ob die Verteilung des Impfstoffs nach der Struktur (nicht nach Einwohnerschlüssel) verteilt werden könnte. Große Hoffnungen auf eine Änderung macht er sich aber nicht.

Wie kommen körperlich eingeschränkte Senioren zum Impfzentrum nach Gauting? Man habe die Idee, einen Shuttle-Service anzubieten, verworfen, so Frey. „Die Leute würden sich austauschen und engen Kontakt haben.“ Frey bat darum, sich von einem Angehörigen fahren zu lassen oder sich ein Taxi zu nehmen. Das Gelände an der Asklepios-Klinik ist weitläufig. Eventuell werde man die Schranke vor dem Krankenhaus aufheben, damit Senioren direkt zum Impfzentrum gebracht werden können.

Reicht ein Impfzentrum für den Landkreis? „Bei der geringen Menge von Impfstoff ja“, sagte Frey. Ein zweites Zentrum sei nicht geplant. Wenn eines Tages mehr Dosen vorliegen, sei es am sinnvollsten, dass Hausärzte impfen.

Lesen Sie auch:

Die Lage auf den Intensivstationen des Landkreises Starnberg entspannt sich insgesamt etwas. Neun von elf Covid-Patienten liegen in der Gautinger Lungenfachklinik. Krankenhaus-Koordinator Dr. Thomas Weiler erkennt einen Trend, warnt aber vor dem „Drohpotenzial“ der Virus-Mutationen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare