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Der Ei nzug der Bänke: Pfarrer Dr. Stefan Koch (l.) und Kaspar Bartl von den Restaurierungswerkstätten Wiegerling aus Gaißach im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen tragen eine der 125 Jahre alten Sitzbänke an die richtige Stelle.

Evangelische Friedenskirche

Anpacken für den letzten Feinschliff

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Pünktlich zum Reformationstag ist die Renovierung der evangelischen Friedenskirche abgeschlossen. Augenfälligste Änderung: Nach 45 Jahren hat das Gotteshaus endlich wieder einen Mittelgang.

Starnberg – Jetzt packt auch Pfarrer Dr. Stefan Koch mit an und schleppt die schweren Holzbänke durch die Friedenskirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße. Dort muss noch eine hin, dort und dort – bloß nicht mehr in den Mittelgang. Der war mit der bislang letzten Renovierung im Jahr 1972 nämlich verschwunden. Seinerzeit wurden die Bänke in dem evangelischen Gotteshaus mittig angeordnet, um die Gläubigen näher am Altar zu haben – mit weitreichenden Folgen. Ein klassischer Einzug in die Kirche war nicht mehr möglich, auch Brautpaare und Konfirmanden mussten sich fortan ihren Weg seitlich bahnen. Pünktlich zum Reformationstag am kommenden Dienstag ist das aber Geschichte.

„Wir haben jetzt wieder einen Mittelgang“, freut sich Pfarrer Koch über die neue Anordnung der Sitzbänke. Und er freut sich darauf, diesen 1,60 Meter breiten Gang zum Beginn des Festgottesdienstes am Dienstag, 31. Oktober, um 9.30 Uhr zusammen mit seinen Kollegen Hans Martin Schroeder und Birgit Reichenbacher zu beschreiten.

Die Sitzreihen sind links und rechts davon angeordnet, auf der einen Seite zehn, auf der anderen elf. Es sind übrigens die alten Bänke, die auseinandergenommen und wieder neu zusammengebaut wurden – ganz nach dem Vorbild aus der Zeit vor 1972. In jenem Jahr wurden die Bänke schon einmal umgebaut – auf die eineinhalbfache Länge des ursprünglichen Maßes. Jetzt geht’s also wieder retour.

Fertigstellung pünktlich zum Reformationsjubiläum

Mit dem Reformationstag ist damit der größte Teil der Renovierungsarbeiten in der Kirche abgeschlossen. In der Mitte des Chores hängt nun wieder das hölzerne Altarkreuz, das in den vergangenen Jahren seitlich angebracht war. Die Apsis wurde ganz vorsichtig gesäubert und neu gestrichen. Und auch die Elektrik in dem Gotteshaus wurde erneuert. Neuer Glanz in einem ehrwürdigen Gotteshaus also – die 1892 erbaute Friedenskirche ist die älteste evangelische Kirche in der Region.

Etwa 120 000 Euro haben die Arbeiten bislang gekostet, rechnet Koch vor. Noch nicht erledigt sind die Malerarbeiten. „Das kommt nach der Heizperiode im Frühjahr“, sagt der Pfarrer. Dann will die Kirchengemeinde auch schon das nächste Projekt angehen: eine neue Orgel für die Friedenskirche. 350 000 Euro koste das Vorhaben, 50 000 Euro davon seien durch engagierte Gemeindemitglieder bereits zusammengekommen, freut sich Koch. Mit der großen Spendensammlung für die Orgel will er zum Jahresempfang der Gemeinde am 1. Februar 2018 starten.

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