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Die Orgel der Starnberger Friedenskirche, für die Pfarrer Hans Martin Schroeder seit Jahren Spenden sammelt, muss renoviert werden. Deswegen will sie die Kirchengemeinde erneuern

Friedenskirche Starnberg

Neue Orgel statt nur renovieren

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Starnberg - Etwas Altes, das renoviert wird, bleibt doch alt. Deshalb hat der evangelische Kirchenvorstand Starnberg umdisponiert: Statt einer Sanierung der Orgel in der Friedenskirche denkt man an ein neues Instrument.

Rund 30 000 Euro Spenden für die Sanierung der Orgel in der Friedenskirche hat die evangelische Kirchengemeinde Starnberg bereits gesammelt. Jetzt hat sich der Kirchenvorstand für eine Erneuerung des Instruments ausgesprochen – statt der seit längerem geplanten Renovierung. Das wird teurer.

„Unter 300 000 Euro gibt es nichts“,

sagt der Kantor der Friedenskirche, Ralf Wagner. Das Instrument in der Friedenskirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße in Starnberg ist fraglos sanierungsbedürftig. „Die Orgel stammt aus den 1960er Jahren“, berichtet Wagner. „Das war die Zeit, in der der Fabrikorgelbau aufkam.“ Pfarrer Hans Martin Schroeder sagte einmal bei einem der zahlreichen Benefizkonzerte für die Orgelrenovierung: „Damals meinte man es gut, als man auf altmodische Materialien wie Leder verzichtete. Mittlerweile ist das Plastik verhärtet und aus der Orgel pfeift es oft da, wo es gar nicht soll.“ Kantorist Wagner nen den Fachausdruck für dieses Phänomen:

 „Sie verliert Wind, sie verliert Luft.“

 Zuletzt sei das Starnberger Instrument vor 25 Jahren überholt worden. Das ändere jedoch nichts an der Ermüdung des Materials. „Die Dichtungen, Filze und der Schaumstoff sind nach 50 Jahren einfach kaputt.“ Eine neue Orgel sei „die viel bessere Lösung“. Etwa seit 2012 sammelt die Gemeinde Spenden für die Renovierung. Deren Kosten liegen bei etwa 40 000 Euro. Die Pfeifen kommen dafür raus und werden chemisch gereinigt. 

„Doch auch eine renovierte und ausgereinigte Orgel bleibt eine alte Orgel“, sagt Wagner. Schroeder teilt diese Ansicht und der Kirchenvorstand auch: „In der vorletzten Sitzung hat der Kirchenvorstand beschlossen, die Orgel zu erneuern.“ Die Spenden, die bislang für die Sanierung eingegangen sind – 30 000 Euro –, will Pfarrer Schroeder nicht stillschweigend für eine neue Orgel nutzen. „Wir werden mit den Spendern sprechen.“ Doch die Pläne, ein neues Instrument zu kaufen, seien in der Gemeinde bislang sehr positiv aufgenommen worden. 

Kann mit Zuschüssen gerechnet werden?

Bleibt die Frage der Finanzierung. Klar ist, dass es seitens der Landeskirche nur einen Bruchteil der mindestens 300 000 Euro gibt, die eine neue Orgel kostet. Pfarrer Schroeder rechnet mit etwa zehn Prozent Zuschuss. Genaueres kann er noch nicht sagen. „Wir sind noch in der Planungsphase.“ In jedem Fall ist er zuversichtlich, dass die evangelische Kirchengemeinde Starnberg eine neue Orgel finanziell stemmen kann. „Das werden wir schon hinkriegen.“

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