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Die "NoStereotypes" vom Gymnasium in Starnberg.

Gymnasium Starnberg

Friedlicher hören mit einer Patronenhülse

Starnberg - Eine tolle Idee: Schülerfirma „NoStereotypes“ des Gymnasiums Starnberg stellt Kopfhörer aus Munitionsresten her.

Seit 1998 gründen Elftklässler des Gymnasiums Starnberg im Rahmen des „Projekt Junior“ und seit dem G8 auch des P-Seminars jährlich ein Schülerunternehmen. Im diesjährigen Startup steckt neben einem angestrebten Verkaufsschlager eine Friedensbotschaft: „shoot less – hear more“. So nämlich nennen die 16 Jungunternehmer die Kopfhörer, die „NoStereotypes“ auf den Markt bringt. Das Friedenssymbol ist die Munitionshülse, die den Kunststoff am Hörteil ersetzt. In der Tat: Lieber hören, statt schießen.

„Normalerweise werden die Munitionshülsen eingeschmolzen und wiederverwendet“, erklärt Pressesprecherin Antonia Hendorfer den Gedanken und nennt das Ergebnis den „reloaded sound“. Ein Wortspiel, mit dem die Gymnasiasten im Alter von 16 bis 18 auf dem Schulhof unterwegs waren. „Reloaded sound?“, rätselte ein Befragter in dem kurzen Film, den die Beteiligten an der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung vorführten – und beim Probehören hellten sich die Gesichtszüge des Interviewten auf. Überrascht („Der funktioniert!!“) verabreichte er dem Produkt das Prädikat „super“.

Hochwertiger Klang "Made in Germany"

Der Kopfhörer, der viel mehr ist als ein Gebrauchsgegenstand, stellte Geschäftsführer Nils Brodtka sichtlich zufrieden fest. Dabei schwärmte er vom herausragenden Design, hochwertigen Klang und „Made in Germany“. Genaugenommen „Made im Landkreis Starnberg“, denn das sechsköpfige Produktionsteam stellt die Kopfhörer in den eigenen vier Wänden her. Mindestens vier Stunden investieren die angehenden Abiturienten in ein Stück – und den Prototypen gaben sie zur Versteigerung frei. Bei 30 Euro ging’s los. Das ist der errechnete Verkaufspreis, den die Finanzabteilung der pfiffigen Produzenten ausknobelte. Die Mitarbeiter aller vier Abteilungen arbeiten für den bescheidenen Stundenlohn von 35 Cent, was in der Buchhaltung inklusive Sozialabgaben und Steuern mit 50 Cent abgerechnet wird, erklärte der Leiter der Abteilung, Julius Neszvecsko. 66 Anteilseigner konnten die Firmengründer gewinnen, unter ihnen Landrat Karl Roth. Der Prototyp ging für 60 Euro an den Mann. Der erste von geplanten 150 Stück, die auf Plattformen wie Ebay-Kleinanzeigen, in Starnberger Läden und auf dem Schulsommerfest am 28. Juli zu kaufen sind.

„Wir zeigen damit, wir sind gegen Gewalt, gegen Krieg und gegen Waffen“, fasste Anja Fürstenberg von der Marketingabteilung zusammen. Ganz in diesem Sinne geht ein Teil des Erlöses an eine Organisation, die Flüchtlinge aus Kriegsgebieten unterstützt – in einem Jahr, wenn sich die Neuunternehmer mit ziemlicher Sicherheit aus dem Geschäft zurückziehen werden, wie Patin und Lehrerin Christine Schulz vermutet. Denn dann beginnt für die Teilnehmer ein neues Projekt: die Abiturprüfungen.

Mehr Informationen

über das Schülerunternehmen überfacebook.com/NoStereotypesJunior.

Von Michèle Kirner

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