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Auch an Bord eines Ausflugsdampfers kommen Filmfreunde wieder auf ihre Kosten.

Fünf-Seen-Folmfestival

Eine große, unbändige Liebe

Landkreis - Matthias Helwig stellt zum zehnten Mal ein Event auf die Beine, das auch jede Menge Promis lockt.

Ein Filmfestival mitten im Sommer und zwar kurz nach dem Münchner Festival – hallo, wie verrückt ist das eigentlich? So dachten viele vor zehn Jahren, als Matthias Helwig, damals schon preisgekrönter Besitzer der Breitwand-Kinos im Landkreis, die Premiere des Fünf-Seen-Film-Festivals ausrief. Heute, im Jubiläumsjahr kann man sagen: das Festival ist ein Gewinn, auf allen Ebenen. Am Mittwoch, 27. Juli, geht’s wieder los.

Bis 7. August bieten Helwig und sein Team mehr als 160 Filme in 330 Vorstellungen an zehn Spielstätten und in acht Wettbewerben. Dazu kommen jede Menge Filmschaffende, die zum einen das regionale Flair des Festivals schätzen, ihm aber ein bisschen Glamour verleihen: Regisseure Doris Dörrie, Rosa von Praunheim, Sebastian Schipper, Götz Spielmann und Goran Paskaljevic zum Beispiel, oder die Schauspieler Heino Ferch, Florian David Fitz, Nicolette Krebitz und Dani Levy. Abgesehen davon setzt Helwig, den Pressesprecher Konstantin Fritz auf der gestrigen Pressekonferenz liebevoll als „Filmfreak“ bezeichnete, wie gewohnt auf kostbare Filmperlen. Streifen, die selten oder gar nicht zu sehen sein werden, Streifen „jenseits des Programms“ wie er es ausdrückt. Für ihn geht es um die Faszination der Leinwand, und ja: „Wenn ich gewusst hätte, wie viel Arbeit es macht – ich hätte es trotzdem wieder gemacht.“ Die zwölf Tage sollen ein Event sein, in dem Menschen über ihre Liebe zum Film ins Gespräch kommen und zueinander finden, so wie er und Victor, der Protagonist der rumänischen Produktion „Cinema, mon amour“, in der Helwig sogar mitspielt. Der Film erzählt die Geschichte, wie Victor im tiefen Rumänien ein Kino etabliert, und er übermittelt in Helwigs Augen genau den Geist, der beim Festival zu spüren ist – diese große, ja unbändige Liebe zur Filmkunst.

Abgesehen davon: Die Hauptwettbewerbe sind ein bisschen stringenter gestaffelt und finden quasi hintereinander statt. Die Sektion „Sieben Räume, sieben Künste“ hat Helwig in die Sektion Odeon umbenannt – um in der Gestaltung mehr Möglichkeiten zu haben. Erstmals findet dort auch der Wettbewerb Experimentalfilme statt, ein Genre, um das sich heimische Künstler wie Juschi Bannaski und Roman Wörndl gekümmert haben. Es gibt wieder eine Dampferfahrt mit Preisverleihung auf dem Starnberger See (3. August), eine Drehbuchwerkstatt, eine Werkschau von Fritz Lang, und mit Serbien und Südtirol zwei Gastländer. Doch auch aus dem Landkreis kommen die Filmschaffenden, wie beispielsweise die junge Dokumentarfilmerin Manuela Bastian, die auf den Hofer Filmtagen 2015 für ihr Werk „Where to, Miss?“ über eine Taxifahrerin in Indien ausgezeichnet wurde. Bertram Verhaag zeigt „Code of Survival“ – der Film zum Thema Gentechnik feiert Premiere. Den Auftakt zum Festival macht am Eröffnungsabend in der Schlossberghalle (27. Juli) eine Sommerkomödie aus Spanien: „El Olivio – Der Olivenbaum“.

Und wenn es dann doch noch richtig Sommer wird: es gibt natürlich wieder Open-Air-Kino, nämlich beim neuen Augustiner am Wörthsee, im Biergarten des Gasthofs Schuster in Hochstadt, auf dem Vorplatz der Schlossberghalle und, neu und besonders idyllisch, beim Tutzinger Südbad. An diesen Abenden zeigt Helwig dann doch ein bisschen Mainstream, aber auch das Beste aus den vergangenen zehn Festspieljahren.

Fünf-Seen-Film-Festival

Das Festival dauert vom 27. Juli bis zum 7. August. Das komplette Programm findet sich unter www.fsff.de.

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