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Kreiseigener Wohnungsbau: In zwei Gebäuden sollen an der Andechser Straße in Söcking insgesamt 13 Wohnungen entstehen. 

Wohnungsbau

Millionen dank Kreisrätinnen

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Möglicherweise noch in diesem Jahr beginnt der Bau von 13 Wohnungen für Mitarbeiter des Landkreises in Söcking. Der Kreis bekommt dafür wider Erwarten doch Zuschüsse – dank zweier Kreisrätinnen.

Söcking – Die Kreisrätinnen Martina Neubauer (Grüne) und Christine Borst (CSU) haben dem Landkreis 1,8 Millionen Euro besorgt. Lotto gespielt haben die beiden Damen nicht, wohl aber mit Nachdruck verlangt, dass die Kreisverwaltung noch einmal intensiv nach Fördermöglichkeiten für die vom Landkreis in Söcking geplanten 13 Mitarbeiterwohnungen sucht. Insbesondere ging es dabei um ein Förderprogramm für Kommunen, von dem die Verwaltung behauptet hatte, es gelte nicht für Landkreise. Deswegen sollte der Kreis das mehr als vier Millionen Euro teure Neubauprojekt komplett allein finanzieren. Im Kreisausschuss am Donnerstag musste Kreiskämmerer Stefan Pilgram eingestehen, dass diese Aussage so nicht zutreffend war.

Die Gespräche mit der Regierung von Oberbayern und dem Freistaat haben Pilgram zufolge ergeben, dass über eine Ausnahmeregelung Landkreise sehr wohl vom Förderprogramm profitieren könnten. Dieses sieht einen Zuschuss von 30 Prozent vor, auch auf den Grundstückswert. Voraussetzung sei, dass die Wohnungen 20 Jahre lang nur an Mitarbeiter vermietet und nicht verkauft werden – genau das hatte der Landkreis sowieso vor. Ein „sehr interessantes Förderprogramm“ sei es, sagt Pilgram, da es für den Rest der Bausumme auch noch günstige Darlehen vorsieht. Er bedankte sich bei den beiden Kreisrätinnen für ihre Hinweise; auf das Programm hatten auch andere Kreisräte hingewiesen. Dass die Verwaltung zunächst davon ausgegangen war, keine Fördermittel zu bekommen, liegt auch an der kaum noch zu überblickenden Vielzahl von Förderprogrammen mit vielen Detailregelungen und bisweilen häufig geänderten Bedingungen.

Das Gesamtprojekt an der Andechser Straße in Söcking kostet knapp 6,1 Millionen Euro, Grundstückswert inklusive. Deswegen kann der Landkreis mit 1,8 Millionen Euro Zuschuss rechnen. Diesen solle man sofort beantragen, schlug der Kämmerer vor. Der Kreisausschuss stimmte diese Woche sofort zu.

Das waren aber noch nicht alle guten Nachrichten zum Projekt, das bereits mehrere Jahre in Vorbereitung ist. Die Verwaltung hat auch die Möglichkeiten für ein Mieterstrommodell geprüft, rechtlich eine komplizierte Sache. Ergebnis: Es geht, auch mit der Energiegenossenschaft Fünfseenland. Die Dachflächen sollen nun vermietet werden, die Solaranlagen darauf liefern den Strom für die Wohnungen.

Bis Herbst dieses Jahres sollen die Aufträge vergeben werden. Es ist geplant, je nach Witterung entweder noch heuer oder im Frühjahr 2020 mit dem Bau zu beginnen; die Bauzeit wird auf ein Jahr geschätzt. Noch ausstehend ist die Baugenehmigung, die kurz vor Weihnachten bei der Stadt beantragt wurde. Der Landkreis wartet nun auf die Rückmeldung.

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